Weltfrauentag: So wurden die Tweets von Friedrich Merz zerstört

| Social Media | 9. März 2020

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Merz vs Weltfrauentag

Friedrich Merz, der sich neben Ministerpräsident Armin Laschet und Norbert Röttgen für den CDU-Vorsitz bewirbt, versuchte anlässlich des Weltfrauentags, positives über Frauen und den Feminismus in der CDU zu twittern. Die Nutzer*innen waren jedoch weniger überzeugt – und deckten dabei auch einige verschönigende Lügen auf. So twitterte er unter anderem:

Merz lobte am Weltfrauentag, dass gemischtgeschlechtliche Team “besser und erfolgreicher” arbeiten würden und dass es “noch genug zu tun” gäbe in Sachen Gleichberechtigung. In einem Stich gegen paritätische Wahlkampflisten behauptete er anschließend, die CDU wäre die erste Partei mit einer weiblichen Parteiführung gewesen. Erst vor wenigen Tagen sprach Merz noch von “Diskriminierung von Männern”, nachdem die Frauen-Union gefordert hatte, CDU-Wahllisten zu gleichen Teilen mit Frauen zu besetzen. Der Frauenanteil der CDU im Bundestag liegt lediglich bei 20% (Quelle).

Merz hat gelogen

Doch das ist offensichtlich falsch. Merz spielt damit auf Angela Merkel an, die im Jahr 2000 Parteichefin der CDU wurde. Nutzer*innen wiesen auf die dreiste Behauptung hin – und erhielten weitaus mehr Reichweite damit als Merz.

In der Tat: 1980 war bereits Petra Kelly Parteivorsitzende der Grünen. Zwanzig Jahre früher (Quelle). Andere wiesen auf die Diskrepanz der Aussagen von Merz hin, der einerseits lobt, dass gemischtgeschlechtliche Teams besser arbeiten, aber gerade erst paritätische Listen abgelehnt hatte:

Auch Kevin Kühnert erinnerte daran, dass Friedrich Merz vor 23 Jahren dagegen stimmte, dass Vergewaltigungen in der Ehe auch als Vergewaltigung strafbar sei. Seinerzeit versuchte man, eine Klausel einzufügen, die das Zurückziehen der Anzeige durch die Frau ermöglicht hätte – Worin viele die Möglichkeit sahen, den angezeigten Ehemännern ein Druckmittel in die Hand zu geben (Quelle). Das scheiterte zum Glück jedoch, auch gegen die Stimmen von Merz.

Die Tweets von Merz zum Weltfrauentag und den feministischen Profilierungsversuch muss man daher wohl als Schuss in den Ofen verbuchen.



Artikelbild: Volksverpetzer, Screenshots twitter.com

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