Wieso Volksverpetzer jetzt auch im „Fediverse“ zu finden ist

| Social Media | 15. November 2021

Wir stellen unsere Artikel und Faktenchecks kostenlos für alle zur Verfügung.
Spende uns bitte etwas für unsere Arbeit oder Kauf in unserem Shop ein


4.130

Welche Vorteile ein Umzug in das Fediverse mit sich bringt und wieso wir nun auch dort zu finden sind

Social Media ist wichtig, noch wichtiger sind Selbstbestimmung und Privatsphäre. Plattformen wie Facebook & Co. erzielen mit unseren Daten hohe Gewinne, das selbe gilt für andere Social Media Plattformen. Doch wenn man eine Plattform verlässt, verlässt man meist auch seinen Freundes- und Bekanntenkreis – die Bubble platzt. Wie man sich im Internet nach wie vor frei bewegen kann ohne auf seine Rechte zu verzichten und gleichzeitig mit möglichst vielen zu interagieren, beschreiben wir in diesem Artikel. Deswegen sind wir auch im „Fediverse“.

Das Fediwas?

Das Fediverse (Federated Universe) ist eine von kommerziellen Anbietern unabhängige Plattform im Internet. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss vieler Instanzen. Verbildlicht: Twitter, Facebook, Instagram & Co. sind jeweils eine eigene Instanz. Das Fediverse bildet das „Dach“ darüber. Man kann sich also, obwohl beheimatet in einer Instanz, in alle anderen Instanzen bewegen und benötigt dafür nur einen Account. Dieser dezentrale Zusammenschluss sorgt dafür, dass man selbst auch sämtlichen Content aus einer anderen Instanz empfangen kann ohne sich in der jeweiligen Instanz einloggen zu müssen. Ziemlich praktisch also.

Nie mehr Tool-Diskussionen

Diese offenen Schnittstellen der einzelnen Instanzen ermöglichen den Austausch untereinander. Facebook, Twitter und andere Anbieter, spielen da allerdings nicht mit. Sie lassen ihre Schnittstellen zu. Offene Schnittstellen sind übrigens seit langer Zeit eine Forderung an die Politik. Konkret für den Bereich der Messenger-Dienste wird sich dies seitens der Internetcommunity stark gewünscht. Die Politik verhält sich dazu eher kaum, auch in den derzeitigen Koalitionsverhandlungen spielen offene Schnittstellen keinerlei Rolle.

Der Lock-In-Effekt – wie komme ich daraus?

Diese nicht-vorhandenen Schnittstellen führen zu einem sogenannten „Lock-In-Effekt“: man geht dahin (beziehungsweise bleibt dort), wo die meisten bereits sind. Viele von uns sind wider Willen auf Social Media Plattformen, die wir zu Recht kritisieren und wo wir eigentlich nicht sein möchten. Eine Löschung des Accounts würde häufig dazu führen, dass wir den Kontakt zu gewissen Menschen komplett verlieren würden, weil wir sie „nur da“ haben. Große Unternehmen profitieren davon und haben so eine „Bindung“ erzeugt, die dazu führt, dass wir quasi „eingeschlossen“ bleiben.

Auf der Suche nach dem richtigen Server

Um den richtigen Server bzw. die richtige Instanz zu finden, liefert euch der Verein digitalcourage einen ersten Überblick (https://digitalcourage.de/digitale-selbstverteidigung/fediverse) und zeigt euch welche Instanzen vergleichbar mit Facebook, Twitter & Co. sind und wie ihr sie einrichtet. Es ist auch möglich zu einer anderen Instanz „umzuziehen“, wenn sich eure Bedürfnisse ändern. So gibt es auch Instanzen auf denen es möglich ist, Videokonferenzen oder ähnliches abzuhalten. Solltet ihr also mehr Funktionen als bislang benötigen, könnt ihr „umziehen“. Gegebenenfalls muss davon ausgegangen werden, dass euer Handle (@name) nicht übernommen werden kann, aber das ist das geringste Problem.

Mit einem kurzen Fragebogen könnt ihr die für euch und eure Bedürfnisse passende Instanz finden.

Screenshot welcher die Datenbanksuche zeigt

Die Datenbank findet ihr hier: https://instances.social/

Opensource für mehr Freiheiten

Darüber hinaus gibt es auch eine komplette Datenbank aller Instanzen, wo nach Regionen oder Interessensgebieten, sowie kostenfrei und kostenpflichtig gefiltert werden kann. Kostenpflichtig? Ja, einige Instanzen freuen sich über eine finanzielle Unterstützung für die Bereitstellung ihrer Dienste. Alles dort ist zwar Opensource und wird daher der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, jedoch bedeutet dies auch, dass Kosten für Server und andere Infrastruktur anfällt, die bei großen Instanzen enorme Summen bedeuten können. Einige Instanzen sind daher in Bezug auf ihre Userzahl begrenzt und „voll“, so dass man auf eine andere Instanz ausweichen muss.

Der Volksverpetzer ist eine gUG und somit gemeinnützig und weiß die Arbeit von Vereinen wie digitalcourage daher umso mehr zu schätzen und hat sich selbstredend für eine kostenpflichtige Instanz (digitalcourage.social) entschieden. Unser neues Zuhause findet ihr hier: https://digitalcourage.social/@Volksverpetzer

Aller Anfang ist schwer

Zugegeben, auch wir müssen uns regelmäßig daran erinnern, dass wir ja auch noch ins Fediverse müssen, um dort Artikel zu posten. Dies könnte ebenfalls automatisiert werden, aber wir bevorzugen die direkte Interaktion mit euch. Wir hoffen, dass wir aufgrund eurer finanziellen Unterstützung zeitnah weitere Leute einstellen können. So werden wir auch zuverlässiger wenn es darum geht, auch das Fediverse mit unseren Artikeln und Videos zu befüllen.

Artikelbild: Gordana Rammert, Volksverpetzer

Hey, möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Komm in unseren Telegram Kanal und verpasse keine News von uns mehr (Link). Oder besuche unseren Shop und unterstütze uns mit dem Kauf von T-Shirts, Tassen, Taschen und Masken, hier entlang.

Unsere Autor:innen nutzen die Corona-Warn App des RKI.