Putin-Freund Salvini wollte sich für Flüchtlingshilfe inszenieren & wird vorgeführt

| Videos | 9. März 2022


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Salvini kassiert ordentlich von polnischem Bürgermeister

Jahrelang machte sich die rechtspopulistische Szene in Europa mit Wladimir Putin gemein. Man feierte den „starken Mann“ aus Russland regelrecht. Einer davon war Lega-Chef, Rassist, Rechtsextremist und ehemaliger italienischer Innenminister Italiens – Matteo Salvini. Hier ein Foto von Salvini mit Putin-Shirt, aufgenommen in Moskau.

Salvini dürfte dem deutschen Publikum vor allem damit bekannt sein, dass der Rassist – neben Forderungen, eine Rassentrennung von Einwanderern durchzuführen (Quelle) oder dem Putinregime zur „Wiedervereinigung“ der Krim mit Russland nach deren Annexion gratulierte (Quelle) – seinerzeit die deutsche Flüchtlingsretterin Carola Rackete, die 53 Menschenleben rettete, zuerst nicht an Land lassen wollte und dann unter Hausarrest stellte. Das Verfahren gegen Rackete wurde später eingestellt und sie hat recht bekommen (Quelle, mehr dazu). Recherchen zeigen, dass ein enger Vertrauter Salvinis sogar Kontakte zu rechtsextremen, pro-russischen Söldnern in der Ukraine hatte (Quelle).

Salvini – jetzt plötzlich Pro-Schutzsuchende – die vor seinem Freund Putin fliehen?

Salvini will wohl anscheindend sowohl von seinen Pro-Putin-Positionen als auch von seinem Hass auf Schutzsuchende nichts mehr wissen und plante, sich mit der Caritas oder dem Roten Kreuz an die polnische Grenze zu begeben, um sich dort so zu inszenieren, als würde er den Schutzsuchenden helfen. Von beiden Organisationen bekam er jedoch eine Abfuhr (Quelle). Da macht man jahrelang Stimmung gegen vor Krieg Schutzsuchenden und will plötzlich eine helfende Hand sein? Diejenigen, die allen Flüchtenden helfen, wollen von der Heuchelei des Rassisten nichts wissen.

Polnischer Bürgermeister zu Salvini: „No Respect for you“

Salvini entschied dann, auf eigene Faust an die polnische Grenze zu fahren. Als er am Bahnhof von Przemyśl ankam, einer Stadt etwa zehn Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und Ankunftsort für Tausende von Geflüchteten, empfing ihn der dortige Bürgermeister Wojciech Bakun. Dieser ist jedoch sichtlich nicht erfreut und streckt ihm das Putin-Shirt entgegen, was Salvini früher noch sehr freudig trug, um zu zeigen, wie toll er Putin fand. Die Szene ging viral:

Beleidigt von der Konfrontation mit seiner vergangenen Position wendet sich Salvini dann ab, während andere im auf Italienisch noch „Du Clown, schäm dich!“ hinterherriefen. Hier die ganze Szene noch aus einer anderen Perspektive mit englischen Untertiteln.

Witziges Detail: Salvini meinte dann noch „Wir sind nicht an der Polemik der italienischen oder polnischen Linken interessiert, wir sind hier, um den Kriegsflüchtlingen zu helfen.“ Dabei handelt es sich beim Bürgermeister Wojciech Bakun nicht um einen Linken, sondern um ein Mitglied von Kukiz’15, einer rechtskonservativen, sogar rechtsradikalen Bewegung. Aber wer so weit rechts steht wie Salvini, für den sind wohl alles Linke.

Bei der ganzen Nummer hat sich Salvini komplett blamiert und steht sinnbildlich schlecht für alle Rechtspopulist:innen und Handlanger:innen Putins da, die diesen jahrelange abgefeiert haben. Das macht ein versuchter PR-Stunt, bei dem Ukrainern geholfen werden soll, auch nicht wieder gut.

So schnell wird nicht vergessen werden, wer alles jahrelang Putin abgefeiert hat.

Artikelbild: Screenshot

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