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Erlangen: AfD verschweigt Haftstrafe – und schenkt den Grünen einen Sitz

10. März 2026 | Aktuelles

Diese AfD-Pleite ist zu gut: Die AfD wollte in Bayern groß auftrumpfen. Am Ende hat sie nicht eine einzige Wahl gewonnen. Kein Bürgermeisterposten, kein Landrat, nicht einmal eine Stichwahl sprang für sie heraus. Und in Erlangen kommt jetzt noch eine besonders peinliche Pointe dazu: Wegen eines verurteilten AfD-Kandidaten bekommen ausgerechnet die Grünen einen zusätzlichen Sitz im Stadtrat.

Die AfD konnte doch nur einen Sitz weniger erlangen:

Richtig gelesen: weil ein AfD-Kandidat in Erlangen eine Haftstrafe bekommen hat, bekommen die Grünen jetzt einen Sitz mehr. Hintergrund ist ein Fall, der wirklich alles vereint, was man über diese Partei wissen muss: Schlamperei und ein bemerkenswert lockeres Verhältnis zu Recht und Gesetz. Ein AfD-Kandidat auf der Erlanger Stadtratsliste, Daniel Vobelt, war zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt worden. Damit war er eigentlich gar nicht wählbar. Trotzdem ließ er sich aufstellen. Nach Angaben der Stadt soll er sogar schriftlich erklärt haben, nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen zu sein. Was offensichtlich nicht gestimmt hat. Genau das könnte nun die nächste Straftat nach sich ziehen: Die Stadt prüft eine Strafanzeige.

Weil die Information von den Justizbehörden erst kurz vor der Wahl kam, standen Name und Liste längst auf den Stimmzetteln, die Briefwahl lief bereits. Deshalb mussten die Stimmen nachträglich herausgerechnet werden. Exakt 9.900 Stimmen waren ungültig. Das brachte nicht nur die Auszählung durcheinander, sondern auch die Sitzverteilung. Und hier wird es für die AfD besonders unerquicklich: Die Grünen erhalten dadurch einen zusätzlichen Sitz und kommen nun auf zwölf Mandate. Die AfD hat deswegen buchstäblich fast 10.000 Stimmen und einen ganzen Stadtrat-Sitz verschenkt.

AfD versagt auch im restlichen Bayern

Auch in den restlichen bayerischen Kommunalwahlen wird der Misserfolg der Rechtsextremisten deutlich. Keinen einzigen Posten konnte sie hier gewinnen, nicht einmal in eine Stichwahl zum Bürgermeister oder Landrat schaffte sie es. Ja, die AfD hat in den Gemeinderäten und Kreistagen zugelegt – an ihrem Anspruch, den ersten westdeutschen AfD-Landrat zu stellen, scheiterte sie deutlich. Auch das Ziel, in möglichst viele Stichwahlen einzuziehen, scheiterte. Es gab keine einzige.

Selbst dort, wo die AfD-Ergebnisse zur Bundestagswahl 2025 besonders hoch waren, in Dingolfing, Günzburg, Bamberg-Land, Unterallgäu oder im Landkreis Rosenheim, hat es nicht gereicht. Natürlich hat sie große Zugewinne gemacht im Vergleich zu 2021, als sie besonders schwach war, wohlgemerkt. Doch wie auch in vielen anderen Kommunalwahlen hat die AfD auch in Bayern nichts zu bieten.

Und in Erlangen zeigt sich nun, wie lächerlich diese Selbsterzählung vom großen Vormarsch wirklich ist – und dem Versprechen, kompetent gegen Kriminalität vorzugehen. Statt Kompetenz zu beweisen, sorgt die AfD mit dem eigenen Personal dafür, dass ein Stadtratssitz an die politische Konkurrenz geht. Unerwarteterweise hatte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann vielleicht dann doch recht, als er vor einer Woche behauptete: „Wer AfD wählt, wacht grün auf.“

Transparenzhinweis/Ergänzung 12.03.:

In einer früheren Fassung haben wir geschrieben, dass der vorbestrafte AfD-Kandidat "ins Gefängnis" muss – wir wissen jedoch nicht, ob er die Haftstrafe schon abgesessen hat oder nicht. Denn wir haben ihn mit einem WEITEREN AfD-Kandidaten aus Erlangen verwechselt, der EBENFALLS eine Haftstrafe bekommen hat und demnächst Haft antreten muss. Richtig: Es gibt mehr als einen. Tatsächlich gibt es auf der Liste der AfD Erlangen sogar vier Vorbestrafte und insgesamt mindestens acht Personen, die Ärger mit dem Gesetz hatten. Wir bitten zu entschuldigen, dass man da auch mal durcheinanderkommen kann.

Artikelbild: Tupungato, shutterstock.com. Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. Wie Volksverpetzer KI verwendet.

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