AfD verarscht mit Fake-Bild! Buchhandlung NICHT insolvent – Bild gefälscht

| Analyse | 15. Mai 2020

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AfD verarscht mit Fake-Bild!

In rechten Kreisen wird wieder einmal eine Lüge verbreitet, damit die Anhänger*innen in ihrer Weltvorstellung bestätigt werden. Ein Fake-Bild soll ihnen einreden, dass Menschen, die sich klar gegen die Fake News und Hetze der AfD positionieren, etwas Schlechtes passiert, was sie als ausgleichende Gerechtigkeit wahrnehmen können. So wird ein Bild einer Buchhandlung gezeigt, die AfD-Wähler*innen auffordert, woanders einkaufen zu gehen. Wenn sich diese dadurch diskriminiert fühlten, würden sie lernen, wie sich das anfühlt.

Mit einer (schlechten) Photomontage soll gezeigt werden, dass diese Buchhandlung wegen der Corona-Krise angeblich insolvent gegangen sei. Rechtsextreme und andere AfD-Anhänger*innen teilten die schlecht Fälschung voller Genugtuung. Das Bild wurde auch von dem AfD-Bundestagsabgeordneten Protschka geteilt.

BIld gefälscht – Insolvenz auch

Das Original-Bild ist schnell gefunden: Das Foto ist mindestens über zwei Jahre alt und geistert seit dem durch das Netz. Man erkennt, dass es das gleiche Foto ist, welches für den AfD-Fake genutzt wurde.

Als ob die Bücher kaufen würden….

Gepostet von Legasthenische Volksfront am Dienstag, 21. November 2017

An dieser Stelle werden sich die AfD-Anhänger*innen herausreden wollen, dass es „offensichtlich“ ein Fake-Bild sei, aber die Message ja stimmen würde, wie es der AfD-Abgeordnete versucht hat, nachdem sein Betrug, welchen er mit #Karma überschrieben hatte, aufgeflogen ist:

Warum er schnippisch so tut, als müsse er es „explizit erwähnen“, dass es „offensichtlich“ Fake sei, ist schleierhaft – so sind es doch ganz eindeutig die Anhänger*innen seiner eigenen Partei, die massenhaft auf diese Fälschung hereinfallen. Oder wollte er damit sagen, dass man bei ihm oder seiner Partei automatisch davon ausgehen sollte, dass diese Fake News verbreiten? Denn die Schadenfreude, die der AfD-Mann mit „#Karma“ und einem „offensichtlichen“ Fake ausdrücken wollte, ist auch bereits Manipulation:

Die Buchhandlung ist nämlich gar nicht insolvent. Unsere Kolleg*innen von „We’re Watching You“ haben die Inhaber der Buchhandlung ausfindig gemacht und telefonisch kontaktiert. Die Buchhandlung befindet sich nicht in Insolvenz, ganz im Gegenteil, wie uns versichert wurde. Wenn also weder das Bild echt ist, noch die Insolvenz – Über was für ein „#Karma“ freut sich Protschka also?

Warum teilt die AfD so offensichtliche Fakes?

Das Problem an der AfD ist, dass ihr der Wahrheitsgehalt ihrer Beiträge völlig egal ist. Sie gibt offenbar sogar offen zu, Fake-Bilder zu verbreiten. Sie hat kein Interesse an Wahrheit oder Richtigkeit ihrer Meldungen, rein grundsätzlich. Denn ihr Geschäftsmodell liegt darin, die Weltanschauung ihrer Anhänger*innen zu bestätigen und sie vor Informationen zu schützen, die dieses Weltbild in Frage stellen könnten. Sie liefert derartige Fake-Bilder, damit sich die in-group ihrer selbst versichern kann und gut fühlen.

Es ist zwar traurig, dass das anscheinend nur mit frei erfundenen Geschichten und gefälschten Bildern möglich ist, aber durch das Märchen einer „Lügenpresse“ und Nazi-Keulen gegen Linke und Andersdenkende werden ihre Anhänger*innen vor der Wahrheit immunisiert. Ohnehin wollen sie in dieser Art und Weise angelogen werden, denn es ist bequemer, als sich mit der eigenen Ideologie auseinandersetzen zu müssen. Deshalb kann es der AfD völlig egal sein, dabei erwischt zu werden, wie sie ihre Anhänger*innen anlügt. Man wird ihnen die Wahrheit ohnehin verschweigen oder weitere Lügen verbreiten.

 



Artikelbild: Screenshot facebook.com

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