So gut zerlegt Erik Flügge diese Flüchtlings-Hetze von Alice Weidel

| Analyse | 26. Oktober 2019

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Mit Aufklärung gegen Populismus

Der Politologe Erik Flügge hat sich auf Facebook diesem Hetz-Post von AfD-Chefin Alice Weidel angenommen. Der rechtspopulistische Post, der Schutzsuchende angreift und diffamiert, nutzt bestimmte manipulative Strategien, die der Experte genauesten entlarvt hat. Sein Ziel: Dass die Aufklärung der Methoden mehr Menschen erreicht als die Hetze. Und das ist bereits jetzt der Fall. Hier sein Beitrag:

Völlig bizarr: Wie Alice Weidel hier abstruses Zeugs erzählt.Dieses Posting der AfD-Fraktionsvorsitzenden wurde 735 Mal…

Gepostet von Erik Flügge am Donnerstag, 24. Oktober 2019



Aufklärung weit verbreitet

Flügge nennt dieses Sharepic Weidels ein „ein deutliches Beispiel dafür, wie man die Bevölkerung aufhetzt“. In drei Schritten erklärt er, wie der Populismus von Weidel funktioniert. Als erstes sind zunächst die prominenten Schlüsselbegriffe „Shuttleservice“ und „Sozialmigranten“ zu lesen. „Diese beiden Worte sind bewusst gewählt“, schreibt Flügge.

„Weidel prägt damit zwei Geschichten im Gehirn ihrer Anhänger. Die erste ist, dass Ausländer hier etwas vom Staat bekommen, was sonst nur Urlauber bekommen: einen Shuttleservice. Damit aktiviert sie Urlaubsgeschichten bei ihren Anhängern. Die zweite Geschichte durch das Wort „Sozialmigranten“ hat ebenfalls eine Funktion. Ihre Anhänger sollen die Person, die hier angeblich einen Service bekommt, für unberechtigt halten. Deshalb benennt sie „besonders schutzbedürftige Personen“ (um die geht es nämlich wirklich) um.“

Den zweiten Aspekt nennt Flügge gar eine „Gemeinheit“. Denn: Weidel beginnt ihren Begleittext mit „völlig bizarr“. „Ab Sekunde 1 sollen ihre Anhängerinnen und Anhänger wissen, wie sie das, was folgt bewerten müssen. Sie dürfen selbst nicht mehr entscheiden“, schreibt Flügge. Seine Warnung: „Fallen Sie nicht drauf rein! Bleiben Sie bitte immer, immer, immer kritisch.“

Dann missbraucht sie die Autorität des Friedensnobelpreisträgers. Sie stelle lediglich die Behauptung in den Raum, dass wenn Abiy Ahmed den Preis gewonnen habe, können die Flüchtlinge keine „echten“ sein. Doch Flügge weist auf einen wichtigen Denkfehler hin: „STOP: Denken Sie doch mal an das Ende des 2. Weltkrieges. Nach Kriegsende gab es Millionen Flüchtlinge in Deutschland. Menschen mussten jahrelang versorgt werden und die zerstörten Städte erst wieder aufgebaut werden. Mit dem Friedensvertrag war das Elend des Krieges noch nie zu Ende.“

„Weidel heizt nur Emotionen an und liefert keine Lösung“

Sein Fazit und seine Gegenüberstellung mit der Realität geben dem Populismus von Weidel anschließend den Rest. Und entlarvt, dass hinter diesem Versuch, ihre AnhängerInnen anzustacheln eigentlich gar nichts steckt. „Weidel heizt nur Emotionen an und liefert keine Lösung. Sie will Menschen wütend machen über einen Vorgang, an dem nichts schlimm ist“, kommentiert er. Dann kommt er auf den angesprochenen Flug zu sprechen.

„Der Flug gegen den Weidel hetzt, ist Teil eines internationalen Nothilfeprogramms. Bei diesem Programm erklären sich Länder bereit, besonders schutzbedürftige Menschen wie z.B. Kinder, die aktuell schlecht in Flüchtlingscamps versorgt werden können, zu beherbergen. Es geht also um den Schutz besonders wehrloser Menschen.“

Dabei handelt es sich um sehr enge Kriterien, für die man sich erst einmal qualifizieren muss: Deutschland hat insgesamt (Stand 18.10.2019) nur 1.189 Menschen über dieses Programm aufgenommen. „Das bedeutet im Schnitt 0,1 Menschen pro Kommune in Deutschland“, rechnet Flügge vor. Seine Schlussfolgerung: „Ich finde, wir sollten weiterhin besonders schutzbedürftige Kinder, Alte und Gebrechliche aus dem Elend kriegszerstörter Länder retten! Bleiben Sie Mensch.“

Flügge ruft dazu auf, die Aufklärung zu teilen und so Populismus und menschenverachtende Hetze entgegenzuwirken. Weitere Analysen über politische Strategien findet man hier auf seiner Seite. Es lohnt sich, vorbei zu schauen!

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Artikelbild: Screenshot facebook.com / Erik Flügge

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