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US-Regierungsaccounts posten Neonazi-Content

von | Jan. 27, 2026 | Analyse

Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt gibt es zahlreiche Analysen zur Bilanz der bisherigen Regierungsarbeit – aber bei der Berichterstattung liegt bisher kaum der Fokus auf der Tendenz offizieller Regierungs-Accounts, Anspielungen und Ästhetiken zu verwenden, die aus rechtsradikalen bis neo-nazistischen Online-Subkulturen stammen. 

„Terminally online“

Michael Senters promoviert an der Virginia Tech University zu rechtsextremen Online-Subkulturen. Er bezeichnet das Posting-Verhalten von US-Regierungsaccounts auf „X“, vormals Twitter, allen voran des Departments of Homeland Security (DHS) und des Departments of Labour (DOL), aber auch des Weißen Hauses (WH) als „terminally online“:

„Das bedeutet, sie posten Memes, die Insiderwitze, Anspielungen und Ästhetik enthalten, die nur jemand versteht, der entweder online über die extreme Rechte recherchiert oder Mitglied der rechtsextremen Subkultur im Internet ist. Es handelt sich um eine Art Sprachspiel, bei dem man die wahre Bedeutung des Posts nur versteht, wenn man die „Regeln” des Spiels kennt.” Daraus könne man Schlüsse über die Personen ziehen, die die Accounts bespielen, so Senters: “Das sagt mir, dass die Betreiber dieser Accounts wahrscheinlich junge, weiße Männer Ende zwanzig bis Anfang dreißig sind, die sich wahrscheinlich während oder kurz nach Gamergate im Jahr 2014 online radikalisiert haben und sich seitdem in rechtsextremen Discord- und Telegram-Gruppen um Menschen wie Nick Fuentes herum aufhalten.”

Fuentes, ein Holocaustleugner, Antisemit, Hitler-Fan und White Supremacist, ist in den letzten Jahren zu einer einflussreichen Figur der amerikanischen extremen Rechten geworden. Seine Groyper-Bewegung zählt Anhänger unter der nächsten Generation politisch aktiver junger Republikaner. Fuentes’ Interview mit Tucker Carlson im letzten Jahr wurde sogar von Kevin Roberts, dem Präsidenten der Heritage Foundation, verteidigt. Das führte zu internen Protesten – der Konflikt zwischen verschiedenen Fraktionen der MAGA-Basis schwelt seitdem weiter. Die Posts von Accounts des DHS, DOL und des Weißen Hauses legen nahe, dass die Betreiber sich in genau diesen Online-Räumen radikalisiert haben und aufhalten.

Regierungsaccounts posten Fashwave Content 

Am auffälligsten ist für Senters, zurückblickend auf das erste Jahr von Trumps zweiter Amtszeit, die Verwendung der Ästhetik der „Fashwave”: „Fashwave entstand um 2016 und ist seitdem eine beliebte Ästhetik in rechtsextremen Subkulturen. Sie umfasst sowohl die visuelle Ästhetik von dunklen Violetttönen und VHS-Körnung als auch die Audioästhetik von Techno, um das Gefühl der späten 80er und frühen 90er Jahre hervorzurufen.”

Vor allem das DHS hat in den letzten 12 Monaten Videos und Fotos gepostet, die eine klare visuelle Referenz auf Fash- und Vaporwave darstellen: Regierungs-Posts gehen so in einen faschistischen Meme-Kanon ein. Dabei orientieren sich rechtsextreme Subkulturen an bestehenden Ästhetiken der Popkultur, erklärt Senters:

„Wie vieles in der rechtsextremen Szene ist auch diese Ästhetik kein Original, sondern eine Adaption der Vaporwave- und Synthwave-Ästhetik, die um 2008/2009 im Internet aufkam. Vaporwave ist eigentlich eine Kritik an den 80er- und 90er-Jahren, denen die Rechtsextremen oft nostalgisch gegenüberstehen.”

Nazis und White Nationalists jubeln

Auf Nachfragen bezüglich der Neonazi-Ästhetik, reagierte ein Sprecher des DHS, im üblichen trollenden Tonfall: „Nur weil dir etwas nicht gefällt, ist es noch keine Nazi-Propaganda.“ Nazis und Faschisten feiern die entsprechenden Inhalte jedoch online – und sehen sich ganz deutlich angesprochen. Ein User schrieb begeistert: „Wir bekommen Dark-Age-Edits vom DHS?“, und postete ein Video einer Schwarzen Sonne. 

Der Account „Department of War CTO“ postete im Januar ein vermutlich KI-generiertes Bild von Soldaten aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, die mit gezogenen Waffen durch den Nebel pirschen. Man sieht nur ihre Umrisse – leicht pink und lila schattiert, der klassische Prisma-Effekt von Fashwave. Sie haben gleißend leuchtende Augen, wie kleine Scheinwerfer.

In den Antworten wiederholen User diese Bildsprache. Die leuchtenden weißen Augen scheinen neu zu sein. Hampton Stall, Doktorand für Rhetorik an der University of Georgia mit Schwerpunkt rechtsextreme Bewegungen, sieht darin visuelle Parallelen zu den leuchtend roten Laser-Augen der „Dark MAGA”-Ästhetik, aber auch neue Aspekte: „Während Dark MAGA rote Augen als Metapher für Erwachen und Macht eingesetzt hat, sollen diese zeigen, dass sie beobachten – sie schauen den Betrachter direkt an.” Der Effekt ist gruselig und bedrohlich – Stall sieht zudem Parallelen zum „Found Footage”-Genre aus Horrorfilmen, paranormalen Internet-Kreisen und Nazi-Zombies aus dem Videospiel „Call of Duty”. 

Screenshot-Collage der Washington Post

Ähnlichkeit mit Nazi-Slogans

Das Department of Labour postet nicht nur vermutlich KI-generierte Bilder von weißen, muskulösen Arbeitern mit kantigen Kiefern, die an Nazi- und Sowjet-Propaganda erinnern (mit Slogans wie „Build your homeland’s future“), sondern wurde auch von führenden Gewerkschaftlern für einen Video-Post aus dem Januar 2026 kritisiert, dessen Titel – „One Homeland. One People. One Heritage“ – Ähnlichkeit zu dem Nazi-Slogan „Ein Volk. Ein Reich. Ein Führer“ aufweist. 

Als Kristi Noem nach der Ermordung von Renee Good hinter einem Podium mit der Aufschrift „One of us, all of yours“ auftrat, verbreitete sich online die Behauptung, es handele sich um einen Nazi-Slogan. Das ist nicht der Fall – auch wenn das Prinzip der kollektiven Bestrafung ein Merkmal faschistischer und autoritärer Regime ist, das die Nazis anwendeten. Referenzen aus Neonazi-Kreisen auf Regierungs-Accounts kommen jedoch immer wieder vor. 

White-Nationalist-Lieder und Nazi-Anspielungen

Das DHS postete im Januar „We’ll have our Home Again“ über einer Aufforderung, sich ICE anzuschließen, mit einem Bild, das einen Reiter vor einer Berglandschaft zeigt, über seinem Kopf fliegt ein Kampfflugzeug. Neben Militarismus und Frontier-Bildsprache fällt auf, dass sich das DHS hier eines Zitats aus dem gleichnamigen Lied bedient, das in White-Nationalist- und Neonazi-Kreisen verbreitet ist.

Screenshot Instagram

Auf Instagram wurde der Post auch mit dem Song unterlegt – gesungen von „Pine Tree Riots“, einer A-Capella-Gruppe, die Verbindungen zu der White-Nationalist-Gruppe „Mannerbund“ (angelehnt an das deutsche „Männerbund“) hat, die sich laut dem Southern Poverty Law Center als „Bruderschaft rechtsradikaler Männer“ und „pro-Weiße Bruderschaft“ bezeichnet. Das Lied handelt davon, dass sie „fremd“ im eigenen Land seien – eine musikalische Adaption des rechtsradikalen Verschwörungsmythos des „Great Replacement“. Der Refrain ist eine Drohung vor einer ethnischen Säuberung: 

„Oh, by God we’ll have our home again / By God we’ll have our home / By blood or sweat, we’ll get there yet / By God we’ll have our home”

Im Oktober postete das DHS ein Bild auf „X“, das schwarze Menschen zeigt, die in Kristallen gefangen sind – eine Referenz auf die Computerspielreihe Elder Scrolls. Im Spiel können die Seelen anderer in Kristallen gefangen werden. Extremistische Gruppen, darunter die Proud Boys, haben sich diese Symbolsprache angeeignet und verbreiten online entsprechende Memes und Videos – mit vermeintlichen Feinden von MAGA, die in den Kristallen gefangen werden. Im Herbst 2026 ist das DHS nachgezogen, mit seinem eigenen, rassistischen Posting. 

Welche Absicht steckt dahinter, solche Memes und Bildsprachen zu verwenden?

Medienwissenschaftler Roland Meyer von der Universität Zürich erklärt, wie dieses Messaging im  digitalen Faschismus funktioniert:

„Wo klassische faschistische Propaganda auf professionelle Verführung setzte, zielen die Meme-Logiken des aktuellen digitalen Faschismus auf Partizipation – es geht, so mein Eindruck, weniger um eine Propaganda von oben als darum, Reaktionsanlässe für kollektive enthemmte Grausamkeit zu schaffen. Deswegen ist auch KI Slop so attraktiv für Trump und die MAGA-Regierung – es gibt praktisch keine Zugangsbarrieren. Wer will, kann mitmachen und darauf spekulieren, dass ihr Meme von Trump oder einem offiziellen Account aufgegriffen und massenhaft verbreitet wird.”

Michael Senters sieht zwei Faktoren im Spiel: „Erstens wird Neonazis und anderen Rechtsextremen signalisiert, dass die Regierung nicht nur auf ihrer Seite steht, sondern dass sie ihre Rhetorik, Memes und Insiderwitze offen auf offiziellen Regierungsaccounts posten können, ohne dafür Ärger zu bekommen. Damit wird den Mitgliedern der In-Group gezeigt, wie weit sie in wenigen Jahren gekommen sind.”

Gleichzeitig gehe es bei solchen Posts auch darum, den eigenen Gegnern Angst einzujagen: „Es soll auch dem vermeintlichen Feind Schaden zufügen, den Liberalen und Progressiven, die verstehen, was gepostet wird, was zwischen den Zeilen steht. Es soll ihnen zeigen, wie machtlos sie sind.” Dabei werde für die Mitglieder der In-Group eine Art rauschhafte Siegesgewissheit geschaffen, sagt Senters: In gewisser Weise trage dies auch dazu bei, eine performative Realität zu schaffen, an die die Mitglieder der eigenen Gruppe glauben und in der die Agenda der extremen Rechten einen vollständigen Sieg davontrage und unaufhaltsam scheine, obwohl dies in der materiellen Realität kaum der Fall sei.

Einige rechtsextreme Codes fallen in der Berichterstattung nicht auf

Gleichzeitig, erklärt Meyer, würden etablierte Medien bestimmte Codes nicht erkennen: „Ästhetiken und Referenzen auf bestimmte Computerspiele fallen in der regulären Berichterstattung meist nicht weiter auf – dabei sind sie ein wichtiges Messaging-Instrument in rechtsradikalen und faschistischen Online-Subkulturen.”

So zum Beispiel der DHS-Post mit dem Zitat aus „We’ll have our home again“. Das Lied findet sich beispielsweise in einem Youtube-Video für die faschistische Gruppe „Patriot Front“. Zu der im Titel genannten Abkürzung „TFR“ – gemeint ist „The Fire Rises“, ein Mod des Computerspiels „Hearts of Iron IV“, – erklärt Senters: „Hearts of Iron IV ist wichtig für das Verständnis rechtsextremer Radikalisierung, da es als gutes Fallbeispiel dafür dient, wie sich rechte Netzwerke um bestimmte Fandoms bilden können. Ich möchte klarstellen, dass ich nicht glaube, dass das Spiel selbst junge Männer radikalisiert, sondern vielmehr ein Großteil der von Fans erstellten Inhalte, die es umgeben.” Das von DHS zitierte Lied komme auch im Spiel vor, so Senters.

Warum TFR attraktiv für rechtsradikale Akteure ist

Es werde schnell deutlich, warum TFR attraktiv für rechtsradikale Akteure ist: „The Fire Rises ist ein Mod für eine alternative Geschichte, der die Idee eines zweiten amerikanischen Bürgerkriegs nach der COVID-19-Pandemie und dem 6. Januar behandelt“, sagt Senters. „In diesem Bürgerkrieg können eine Reihe von Fraktionen gespielt werden, darunter extremistische Fraktionen wie die Patriot Front und die Atomwaffen Division.“

Die Atomwaffen-Division ist eine Neo-Nazi-Terrorgruppe, die 2015 gegründet wurde. „Für viele junge Menschen könnte dieser Mod der erste Kontakt mit diesen Gruppen sein, und der Mod stellt sie so dar, dass sie heroisch und gerecht erscheinen.” Das sehe man auch an den Diskussionen im Fandom, zum Beispiel auf Reddit, erklärt Senters:

„Wenn man sich den offiziellen Subreddit des Mods ansieht, findet man dort Beiträge und Memes, die extremistische Persönlichkeiten wie James Mason und Thomas Rousseau humanisieren.” James Mason ist ein US-Neonazi, dessen Buch „Siege“ als ideologische Grundlage der Atomwaffen Division gilt. „So können Menschen auf eine Weise Sympathie für diese Gruppen entwickeln, die bisher nicht möglich war.“

Mehrere Posts des DHS und des Weißen Hauses aus dem Oktober beziehen sich auf das Spiel „Halo“ – ein Bild des DHS aus dem Spiel, im Fashwave-Stil, beinhaltet den Text „Destroy the Flood“ – in „Halo“ ist „die Flut“ ein böser Parasit, den der Spieler töten muss. Das DHS setzte undokumentierte Einwanderer damit gleich – die Botschaft ist klar: Sie müssen eliminiert werden. Es handelte sich dabei um einen Rekrutierungs-Post für ICE – die Abschiebebehörde, deren Paramilitärs in Demokratischen Städten wie Minneapolis Menschen terrorisieren. 

Referenzen auf White-Supremacist-Literatur

Das DHS und das Weiße Haus haben im letzten Jahr wiederholt Anspielungen auf die rechtsextreme, antisemitische Hetzschrift „Which Way, Western Man“ gepostet. Im August verbreitete das DHS eine Rekrutierungs-Anzeige auf „X“ mit der Überschrift „Which Way, American Man?“. „Which Way, Western Man“ wurde 1978 von dem White Nationalist William Gayley Simpson verfasst. Darin finden sich Textstellen wie diese: 

„Lassen Sie mich vorwegnehmen, dass ich bereit bin, Gewalt seitens unseres Volkes zu akzeptieren. Der Würgegriff der Juden wird nicht gelockert werden, bis wir ihn brechen. Hitler sah sich gezwungen, auf die Straße zu gehen. Alle normalen Zugänge zu seinem Volk waren versperrt. Heute stehen wir hier vor einer ähnlichen Situation.”

Die heute am leichtesten zugängliche Ausgabe ist die Wiederauflage von 2003 – von National Vanguard Books, dem Verlag, der von Neonazi (und Autor der „Turner Diaries“) William Luther Pierce gegründet wurde. Simpson war Mitglied der National Alliance, der ebenfalls von Pierce gegründeten Neonazi Organisation

Im Januar griff der Account des Weißen Hauses die Nazi-Referenz auf und postete ein KI-generiertes Bild von zwei Hundeschlitten in einer Schneelandschaft, vor denen der Weg sich gabelt (eine Variante eines bekannten Yu-Gi-Oh Memes) – einer läuft auf das im Sonnenlicht liegende Weiße Haus zu und der andere führt in eine düstere Landschaft mit der Chinesischen Mauer und Gebäuden des Roten Platzes. Über dem Weißen Haus ist die US-Flagge abgebildet, auf der anderen Bildseite die russische und chinesische Flagge. Das Ganze ist eine Verbildlichung des Propaganda-Narrativs rund um die Versuche der USA, Anspruch auf Grönland zu erheben. Der Text zu dem Bild: „Which Way, Greenland Man?“

Screenshot x.com

„The arrests will continue. The Memes will continue.“ – Faschismus als Content 

Roland Meyer blickt zurück auf ein Jahr Trump 2.0 – und identifiziert den Moment, der für ihn die digitale Kommunikationsstrategie der Regierung am eindrücklichsten zusammenfasst: „Der für mich zugleich erschütterndste wie erhellendste Moment war ein Tweet von Kaelan Dorr, der Kommunikationsbeauftragten des Weißen Hauses: ‘The arrests will continue. The memes will continue“, sagt er.

„In Dorrs zynischer Gleichsetzung von Memes und Verhaftungen kommt für mich vieles zusammen: Die Memes sind eine Fortsetzung der menschenverachtenden Politik. Zugleich dienen die Massendeportationen dazu, Online-Content für die MAGA-Basis zu produzieren. Es ist ein kollektiv mit Lust zelebriertes Spektakel der Grausamkeit, das die digitalen Plattformen als Verstärker nutzt.“

Er fügt hinzu: „Dorr und das Weiße Haus haben diesen Tweet übrigens seitdem mehrfach in ähnlicher Version wiederholt – zuletzt, nachdem sie das Foto einer verhafteten Anti-ICE-Aktivistin mittels KI so manipuliert haben, dass auch sie bei ihrer Verhaftung scheinbar in Tränen ausbricht.“ Autoritäre Maßnahmen – in diesem Fall gegen eine Schwarze Frau – im echten Leben reichen nicht, die Erniedrigung der Person, die dem Regime entgegensteht, muss digital verstärkt werden.

Michael Senters weist darauf hin, dass es im letzten Jahr durchaus unabhängige Reporter und kleinere Medien in den USA gab, die die Posts der Regierungsaccounts eingeordnet haben. „Es ist also nicht so, dass die Arbeit nicht geleistet wird und dass die etablierten Medien diese Arbeit nicht nutzen könnten, wenn sie wollten.“ Stattdessen gehe neben Unwissen auch die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der Regierung über eine solche Berichterstattung um:

„Ich halte viele dieser Ängste für unbegründet, aber einige davon sind meiner Meinung nach auch berechtigt, da wir gerade gesehen haben, wie das FBI die Wohnung einer Reporterin der Washington Post durchsucht hat, die mit Informanten aus der Regierung gesprochen hatte.” Es sei gerade jetzt umso wichtiger zu berichten, wie radikal die Inhalte seien, die die Regierungsaccounts regelmäßig posten.

Stete Radikalisierung 

Die Radikalisierungskurve ist steil, mit Blick auf die letzten Jahre: Als Nate Hochman, ein Mitarbeiter des Wahlkampfteams von Ron DeSantis, 2023 ein Video postete, in dem DeSantis vor einer Schwarzen Sonne zu sehen war – einem Nazi-Symbol –, wurde er gefeuert. Nur wenige Jahre später posten Regierungs-Accounts auf Social Media regelmäßig Inhalte, die zwar nicht so bekannt sein dürften wie die Schwarze Sonne, aber ideologisch nicht weit davon entfernt sind. Senters schließt daraus, „dass die Zukunft der Republikanischen Partei in Amerika ziemlich düster ist, wenn man sie im Hinblick auf die langfristige Gesundheit einer liberalen, demokratischen Gesellschaft betrachtet“.

Moderatere Kräfte, die Trump in seiner ersten Amtszeit noch von seinen schlimmsten Impulsen abgehalten hätten, „sind im Grunde genommen vollständig aus dem Bild verschwunden“, sagt Senters. „Es zeigt, dass die nächste Generation von Republikanern, die derzeit diese Social-Media-Konten betreiben, so weit rechts steht, dass sie eine aktive Bedrohung für die langfristige Stabilität und das Wohlergehen des Landes darstellt. Somit wird klar, dass dieses Problem nicht endet, sobald Donald Trump von der Bildfläche verschwindet.“

Artikelbild: Evan Vucci/AP/dpa (Trump), Screenshot x.com.

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