Aufgeflogen: AfD-Mitglied hat Angriff durch “Antifa” vorgetäuscht

| Bericht | 3. September 2020

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AfD-Mitglied erfand Angriff durch “Antifa”

Schon wieder Ärger bei der AfD aus Hamburg: Nachdem vor zwei Wochen bekannt wurde, dass ein AfD-Mitglied aus Hamburg, das sogar im Landesschiedsgericht ist, früher Mitglied einer inzwischen verbotenen, neonazistischen Nachfolgeorganisation der Hitler-Jugend gewesen sein soll (mehr dazu), wurde ein inzwischen Ex-Mitglied der AfD Hamburg verurteilt. Im September 2019 rief das damalige AfD-Mitglied Jonas K. drei mal den Notruf: Unbekannte der “Antifa” sollen ihn in seiner Wohnung überfallen haben, ihn bedroht, Schüsse abgegeben und Flugblätter da gelassen haben (Quelle).

Die Flugblätter, angeblich unterzeichnet von der Antifa Altona-Ost, beinhalteten Drohungen wie „Wir schneiden euch die Kehlen auf!” oder  „Hier wohnt ein Nazi!“. Doch schnell wird klar: Einen nächtlichen Besuch hat es nie gegeben, die Schüsse hatte das damalige AfD-Mitglied selbst mit einer Schreckschusspistole abgegeben und auch die Hass-Flugblätter selbst verfasst und gedruckt. Vor wenigen Wochen wurde der Arbeitslose deshalb in Hamburg wegen Vortäu­schens einer Straftat in Tateinheit mit dem Missbrauch von Notrufen verurteilt.

Inzwischen ist der Verurteilte aus der AfD ausgetreten. Warum er den Angriff vorgetäuscht hatte, ist nicht klar, als “groben Unfug” bezeichnete er seine Täuschung letztlich selbst. Der Amtsrichter senkte jetzt das Strafmaß, auch weil er eine verminderte Schuldfähgikeit “nicht ausschließen” wollte. Das ehemalige AfD-Mitglied leide unter einer psychischen Erkrankung und sei Alkoholiker. Zahlen muss er jetzt nur noch 70 Tagessätze à 10 Euro (Quelle).

Zum Thema:

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Artikelbild: Lina Zavgorodnia

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