Die Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung brachte im Herbst 2018 eine Borschüre heraus. Den Inhalt kann man hier einfach selbst nachlesen. Zum Inhalt hatte die Broschüre „Ideen für den Umgang mit Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und Rassismus im Kita-Kontext“. So weit so unspektakulär. Doch ganze drei Monate später „entdeckten“ rechte Blogs und die AfD die Broschüre und versuchten, sie mit verzerrten Darstellungen als etwas anderes zu präsentieren.
Alle Falschbehauptungen über die Broschüre haben wir hier behandelt. Jetzt relevant: Angeblich soll darin stehen, dass man rechtsextreme Eltern daran erkennt, dass ihre Töchter Zöpfe tragen. Absurd? Ist es auch, deswegen steht das in der Broschüre gar nicht drin. Auf Seite 12 der Broschüre wird an einem Fallbeispiel erklärt, dass ein Mädchen Kleider und Zöpfe trägt, deren Eltern in einer rechtsextremen Kameradschaft sind.
Mythos verselbstständigt sich
Da steht drin, dass das Mädchen Zöpfe trägt, weil sie rechtsextreme Eltern hat. Nicht, dass sie rechtsextreme Eltern hat, weil sie Zöpfe trägt. Verstanden? Hier werden Ursache und Wirkung völlig verdreht. Es ist eine typische rechte Strategie: Durch gezielte Auslassungen, falsche Zitierungen und gewollte Missinterpretationen erweckt man absichtlich einen völlig falschen Eindruck der Broschüre. Warum? Weil die Broschüre dazu helfen könnte, dass man im Dialog rassistische Einstellungen revidieren könnte.
Jetzt schreibt der "Berliner Express", dass Mädchen die Zöpfe abgeschnitten werden, weil man diese für "Nazis" halte. Angeblich soll derjenige, der das gemacht hat, das Kind als "Faschobrut" bezeichnet haben. Das ist völlig frei erfunden.
Das ist völlig frei erfunden. Die Seite „berliner-express.com“ ist eine selbsternannte „Satire“-Seite mit Briefkastenadresse auf den Seychellen. Dessen Chefredakteur hat Verbindungen zu russischen Staatsmedien. Das Ziel ist, unter dem Deckmantel der „Satire“ Falschmeldungen über politische Gegner der Rechten zu verteilen. (Quelle) Dass sie nicht die Wahrheit schreiben, geben sie auf ihrer Seite ja auch selbst zu.
Quelle: Screenshot berliner-express.com/Montage: t-online.de
RECHTE VERSTEHEN „SATIRE“ NICHT
Das ist keine Satire. Das ist typische rechte Pseudo-Satire. Rechten ist absolut nicht bewusst, was Satire ist. Satire ist eine gezielte Überspitzung oder Kritik durch Darstellung einer gegenteilig gemeinten Aussage. Was dieser Artikel macht ist was völlig anderes.
Er erfindet eine völlig falsche Meldung, versucht so täuschend echt wie möglich auszusehen und schmückt sich dann mit einem Label „Satire“. Wo ist darin die Überspitzung? Wo ist darin die Kritik? Das ist lediglich eine Meldung, die sich Rechte wünschen würden, da sie ihre Weltsicht bestätigt. Das ist keine Satire. Im nachfolgenden Video habe ich zu einem anderen Beispiel das noch genauer erklärt.
Es ist höchst alarmierend, dass sich immer mehr BürgerInnen in eine fiktiven Parallelwelt verabschieden, in denen Fakten, Beweisbarkeit und die Realität nicht mehr aufzufinden sind. Für mündige Entscheidungen als Wähler oder Wählerin muss man fundierte Informationen als Grundlage haben. AfD-WählerInnen haben dies überhaupt nicht mehr. Und verabschieden sich deshalb völlig von einer demokratischen Grundlage der Diskussion.
Keine abgeschnittenen zöpfe!
Das Problem? Es ist keine Satire, wenn das Zielpublikum das glaubt. Wenn sie es für bare Münze nehmen, weil sie ständig Fake News darüber hören. Einige wollen sogar eine Melde-App erstellen für Vorfälle aus einem SATIRE-Artikel, der auf einem FAKE basiert! Absurd!
Das wird nicht als "witzige Überspitzung" verstanden. Sondern ernst genommen. Viele weisen in den rechten Gruppen, die #DieInsider überwachen, daraufhin, dass es Satire ist. Aber das spielt auch keine Rolle:
"Es wäre möglich", "Es ist etwas Wahrheit dabei". Nein. Ist es nicht. Weil der Kern der "Kritik" selbst ja bereits gelogen ist. Hier wird angenommen, dass "Linke" eine rechte Fake News glauben und daraufhin Mädchen einfach Zöpfe abschneiden würden! Das ist so absurd, und so weit hergeholt. Es ist nicht realistisch. Das ist nicht überspitzt. Das ist einfach Quatsch.
Rechte erfinden absurde Behauptungen über ihre politischen Gegner, weil sie ihnen diese absurden Positionen "zutrauen" würden, weil sie schon seit Jahren von absurden Behauptungen gelesen haben, die andere über sie erfunden haben. So entstehen unrealistische Feindbilder. Das sind Fake News, die auf Fake News aufbauen, die auch dann geglaubt werden, wenn man weiß, dass es Fake News sind, weil man zuvor schon viele solcher Fake News gelesen hat.
Es kann keine "Satire" sein, wenn das, was es angeblich kritisiert erstens gar nicht stimmt. Und zweitens vom Zielpublikum für wahr oder wahrscheinlich gehalten wird.Artikelbild: Screenshot facebook.com
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