Perfide: Querdenker machen aus Corona-Toten in Berliner Altenheim Opfer von Impfungen

| Corona-Fake | 17. Februar 2021

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Glaubt Fuellmich kein Wort: Sie starben mit Corona

Der gefährliche Fake-News-Verbreiter und ideologische Pandemie-Leugner Fuellmich hat in Querdenker-Kreisen wieder einen vermeintlichen Skandal fabriziert. In einem Berliner Altenheim wurden im Januar, wie in vielen Orten in Deutschland, planmäßig die Impfungen an die Bewohner:innen verabreicht. Die Bewohner:innen stimmten den Impfungen schriftlich zu. Direkt nach der ersten Impfdosis wurden erste Corona-Symptome bei Bewohner:innen festgestellt und insgesamt fiel der Corona-Test bei 13 der 35 (32 geimpfte) Bewohner:innen positiv aus. Leider verstarben 6 Bewohner:innen. Die Impfung kam hier leider zu spät und konnte das Sterben nicht mehr aufhalten.

Und man kann es sich schon denken, was daraus gemacht wurde. Denn es ist die Desinformations-Strategie, die Impf-Panikmacher:innen immer verwenden: Todesfälle, die zeitlich zufällig nach der Impfung auftreten, werden natürlich ohne Beweise sofort als „Impftote“ präsentiert. Von den gleichen Leuten, die zuvor perfiderweise monatelang Corona und dessen Tödlichkeit geleugnet haben. Wie diese Fake News funktionieren und warum sie alle bisher falsch sind, haben wir hier bereits erklärt:

Warum News über Tote zufällig nach der Impfung so gute Fakes abgeben

 

Corona-Tote in Berliner Altenheim werden instrumentalisiert

Der Desinformations-Streuer Fuellmich, der unseren Leser:innen wegen seiner Falschaussagen und juristischen Einschüchterungsversuche gegen unseren Blog bekannt sein dürfte, verbreitet seit einigen Tagen die fiktive Erzählung, ein „anonymer Whistleblower“ aus dem Berliner Altenheim AGAPLESION BETHANIEN HAVELGARTEN in Berlin-Spandau seien „25 %“ wegen der Corona-Impfung verstorben. Darüber hinaus wird die Erzählung noch mit weiteren Fake News ausgeschmückt: Sie behaupten – komplett ohne Beweise – dass die Senior:innen zur Impfung mit Gewalt gezwungen wurden, ein Bundeswehrsoldat involviert gewesen sei und das alles ohne Vorwarnung passierte.

Das ist alles komplett erfunden, hier stimmt einfach gar nichts. Diese komplett erfundene Lügengeschichte steigert sich in absurde Fantasien: Fuellmich spricht gar von einer „gezielten Massentötung“. Sie sprechen von „schrecklichem Sterben“.

Umso perfider, wenn man die Wahrheit kennt, nämlich, dass es sich um Tote durch Corona handelt. Eine Tatsache, die von den gleichen Verdächtigen bisher immer gern sofort geleugnet werden würde. Uns liegt eine schriftliche Stellungnahme der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE vor, die die Darstellungen der Fake-News-Verbreiter als „in großen Teilen nicht den Tatsachen entsprechend“ bezeichnet.

„Die Abläufe entsprechen in großen Teilen nicht den Tatsachen“

Quasi jedes Detail der Behauptungen der unseriösen Pandemie-Leugner:innen ist falsch: Das Berliner Altenheim stellt fest, dass die Impfungen ausschließlich freiwillig erfolgten und mit schriftlicher Unterschrift der Bewohner:innen bzw. ihrer Betreuer:innen. So gab es auch drei Personen, bei welchen keine schriftliche Genehmigung vorlag und die deshalb keine Impfung erhielten. Auch waren keine Bundeswehrsoldaten bei der Impfung anwesend. Die Erzählungen von Gewalt seien auch frei erfunden: „Während der Impfungen kam es in keiner Situation zu Übergriffen, Zwang oder Druck“.

Alle Termine für Impfungen wurden angekündigt und im Voraus geplant. Die zu unterschreibenden Unterlagen seien auch entgegen den falschen Behauptungen aktuell, vollständig und rechtzeitig erstellt worden. Sie erklären weiter, dass bei 13 Bewohner:innen am Tag nach der Impfung ein Corona-Test positiv ausfiel, wovon 6 tragischerweise verstarben, 7 erholten sich. Hinweis: Die Impfung entfaltet erst eine Woche nach der zweiten Dosis ihre volle Wirkung. Die Patient:innen steckten sich wohl alle am ersten Tag nach der ersten Impfung an.

Das einzige Richtige an der Fake-Erzählung ist, dass die Bewohner:innen „leichte Symptome von Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schmerzen an der Einstichstelle aufwiesen“. Sie erklären dazu aber auch: „Hierbei handelt es sich um die im Aufklärungsmerkblatt angegebenen typischen Impfreaktionen“. Geimpft wurde mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer.

Eine aktuelle Studie aus Israel zeigt, wie sicher und wirksam die Impfung ist: Unter den Geimpften gab es 94 % weniger symptomatische Infektionen und unter denjenigen, die sich dennoch ansteckten 92 % weniger schwere Verläufe. Von den 600.000 Geimpften ist hingegen kein einziger an der Impfung gestorben (Quelle, Quelle). Diese Panikmache ist also völlig unbegründet.

Glaubt nicht den ideologisch getriebenen Impf-Panikmacher:innen

Von den reißerisch angekündigten Behauptungen einer „gezielten Massentötung“ von Desinformations-Streuern wie Fuellmich bleibt am Ende also gar nichts mehr übrig. Ich halte es im Gegenteil sogar für ziemlich traurig, dass diese Menschen die Corona-Pandemie buchstäblich leugnen und auch die vielen, gerade älteren Toten durch Corona. Dann aber anscheinend sofort Trauer und Entsetzen um den Tod einiger Senior:innen heucheln, wenn ihre Tode durch Täuschung den sicheren Impfungen in die Schuhe geschoben werden kann.

Auch wenn viele Fake-News-Medien die Geschichte abschreiben, die weder auf Belegen beruht, und der vom betreffenden Berliner Altenheim direkt widersprochen wird, ist sie nur eine von vielen Fake News, die haltlose Stimmungsmache mit reißerischen Anschuldigungen ohne Faktengrundlage machen. Fragen nach der Sicherheit der Tests sind gut, aber richtig informieren kann man sich nicht bei zum wiederholten Male widerlegten Medien und Personen. Weitere Infos:

Gutachterin für Impfstoffe klärt auf: Warum keine „Langzeitdaten“ kein Problem sind

Artikelbild: Screenshots

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