Deutsche Herzstiftung: Sorge vor Herzmuskelentzündung? Dann impf dich!

| Corona-Fake | 24. Januar 2022


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Deutsche Herzstiftung empfiehlt Impfung

Die Corona-Impfungen haben sich als extrem sicher herausgestellt und Nebenwirkungen sind selten. Die Covid-Impfstoffe sind die best erforschtesten Impfungen der Welt, deshalb können jetzt bereits gravierende Folgen und ohnehin „Spätfolgen“ ausgeschlossen werden (mehr dazu). Untersuchungen und Studien mit Millionen Teilnehmenden haben bereits gezeigt, dass die meisten negativen Nebenwirkungen nach Impfungen statistisch nicht nachweisbar sind. Studien zeigen sogar, dass Geimpfte insgesamt ein geringeres Sterberisiko haben als Ungeimpfte (mehr dazu). Dass die Beobachtung potentieller Nebenwirkung so genau ist, sieht man auch daran, dass man eine mögliche auch gefunden hat: Das seltene Risiko einer Myokarditis, also einer Herzmuskelentzündung.

Eine sehr seltene Nebenwirkung der Impfung besonders für junge Männer kann eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) sein. Es gibt dabei unter jungen Männern nur eine Handvoll Fälle pro 100 000 Personen (Quelle – Studie). Einige Impfverweigerer führen diese potentielle (und ausnahmsweise seriöse) Nebenwirkung als Grund an. Wenn es tatsächlich jedoch ausschließlich die Sorge vor einer Herzmuskelentzündung sein sollte, müssten sich diese Personen zwangsläufig impfen, um ihr persönliches Risiko einer Myokarditis maximal zu minimieren.

Deutsche Herzstiftung: Impfen, um Myokarditis-Risiko zu minimieren!

Denn: Das Coronavirus erhöht – neben diversen anderen Nebenwirkungen,  wie massiv erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen (Quelle), Thrombosen (Quelle) oder Niereninsuffizienz (Quelle) und natürlich Risiko für Hospitalisierung, Long-Covid und sogar Tod – nämlich auch das Risiko einer Herzmuskelentzündung (Quelle). Eine Vergleichsstudie zeigt, dass nach einer Covid-Infektion 6 mal so viele junge Menschen eine Myokarditis entwickeln wie nach der Impfung (Quelle). Gerade unter Sportler:innen scheint das aufzutreten: Eine Studie aus den USA zeigt, dass in dieser Gruppe selbst nach einer leichten Covid-19 Infektion 2,3% der Betroffenen Anzeichen von Myokarditis zeigen (Quelle).

Das Paul-Ehrlich-Institut sieht übrigens aktuell NUR bei jungen Männern ein Risikosignal für Myokarditis nach der Impfung mit Biontech (Quelle Seite 26). Frauen oder ältere Männer brauchen sich also Stand jetzt bei Biontech darüber überhaupt keine Sorgen machen. Auch bei Kindern unter 12 gibt es bisher (!) keine Berichte über Myokarditis (Quelle, Quelle). Auch die Deutsche Herzstiftung warnt vor Herzmuskelentzündung nach einer Corona-Infektion:

Auf ihrer Website schreibt die Deutsche Herzstiftung:

„Im Labor konnten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung zum Beispiel nachweisen, das SARS-CoV-2, das vor allem die Lunge angreift, auch in Herzmuskelzellen eindringen kann.

Auch in Gewebeproben (Myokardbiopsien) von Covid-19-Patienten haben Kardiologen den Erreger nachweisen können. Bereits früh war zudem aufgefallen, dass es bei einigen Patienten mit Covid-19 zu einem Anstieg des Herzinfarktmarkers Troponin kommt – oft erst nach Abklingen der eigentlichen Infektionssymptome.

Weitere Untersuchungsdaten erhärten inzwischen den Verdacht, dass das Virus SARS-CoV-2 Schäden direkt am Herzen verursachen kann. So haben zum Beispiel US-amerikanische Forscher aus Ohio bei 15 Prozent der untersuchten Sportler nach symptomarmer Covid-19-Erkrankung einen kardialen Befund bei einer Magnetresonanzuntersuchung (kMRT) festgestellt, der für eine Myokarditis sprach. Und auch an der Universitätsklinik in Frankfurt untersuchte im Sommer 2020 das Team von Professor Eike Nagel 100 Menschen mit einer kMRT, bei denen in der Vorgeschichte ein positiver SARS-CoV-2-Test und Covid-19-Symptome vorlagen. Bei insgesamt 78 Patienten fanden die Kardiologen Zeichen, die für eine Herzbeteiligung sprachen, bei 60 waren Anzeichen für eine kardiale Entzündung vorhanden.“

„Risiko durch Covid-Infektion – in jeder Altersklasse – sehr viel höher als Risiko einer Myokarditis durch mRNA-Impfung“

In einer gesonderten Pressemitteilung lässt die Stiftung auch erklären, dass eine Corona-Infektion für jeden das viel größere Risiko einer Herzmuskelentzündung birgt als die Impfung. Früher oder später wird sich schließlich jede:r von uns mit dem Virus infizieren, wenn es endemisch werden wird. Sie schreiben über das Risiko, anhand von weltweit 300 Millionen Impfungen:

„Die Häufigkeit einer impfbedingten Herzmuskel- oder einer Herzbeutelentzündung durch einen mRNA-Impfstoff beträgt im Schnitt ein bis zehn Fälle pro 100.000 Impfungen. […] Impfdaten für Deutschland zeigen, dass das Risiko einer Myokarditis nach einer mRNA-Impfung zwar vorhanden ist, aber sehr gering. […] Die ganz überwiegende Mehrheit der Patienten mit einer Myo-/Perikarditis nach Impfung mit mRNA-Impfstoffen spricht laut PEI gut auf Behandlung und Ruhe an und sie fühlen sich schnell besser, auch wenn im Einzelfall schwerwiegendere Verläufe beobachtet wurden. „

Und weiter:

„Das gesundheitliche Risiko durch eine Covid-Infektion wird – in jeder Altersklasse – sehr viel höher eingeschätzt als das Risiko einer Myokarditis/Perikarditis durch Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.“

Dennoch wird wie immer klargestellt, dass genaue Risiken und Ausmaß noch nicht abschließend gesichert festgestellt werden kann.

Fazit: Wer sich vor Herzmuskelentzündung sorgt, sollte sich impfen lassen

Covid-19 führt zu sichtbaren Veränderungen im Gehirn, es existiert das Risiko, dass sich die kognitiven Fähigkeiten verschlechtern (QuelleQuelle). Außerdem kann man dauerhaft den Geschmacks- und Geruchssinn verlieren, mehrere hunderttausend Menschen in den USA sind von dieser Spätfolge betroffen (Quelle). Hinzu kommen die oben angeführten Risiken für diverse andere Spätfolgen, das erhöhte Risiko im Krankenhaus zu landen und zu sterben. Und selbst das Risiko einer Herzmuskelentzündung ist bei der Impfung vergleichsweise geringer.

Die Nebenwirkungen der Infektion zeigen klar, dass es sich selbst für junge Männer lohnt, eine Impfung zu bekommen. Man muss eben ganz klar das Risiko der Impfung gegen das Risiko einer Infektion abwägen. Und die Infektion hat auch unter jungen Menschen allerhand Nebenwirkungen und Spätfolgen. Die aktuellen Inzidenzen unter Ungeimpften in Deutschland zeigen eindrücklich: Praktisch jede:r Ungeimpfte wird das Virus bekommen. Und wenn man älter ist, ist die Sache nochmal klarer. Denn ältere Menschen haben nach aktuellem Stand kein Myokarditis Risiko durch die Impfung, aber zusätzlich ein erhebliches Hospitalisierungs und Todesrisiko bei Infektion. Lasst euch impfen!

Artikelbild: Pixfiction

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