Polizeigewerkschaft GDP rudert zurück: “Wir sind Antifaschisten!”

| Kommentar | 2. Juli 2020

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GDP rudert nach Kritik zurück

Nach einem Social Media Post der Polizeigewerkschaft GDP gab es viel Kritik. Nicht nur wurde kritisiert, dass die neue Ausgabe der Mitgliederzeitung der GDP ausgerechnet in mitten einer Debatte über Rechtsextremismus in der Polizei, über Polizeigewalt und rassistische Tötungsdelikte durch Polizeibeamte eine große Geschichte über “Linksextremismus” veröffentlicht (Quelle). Sondern insbesondere, dass sie in dem dazugehörigen Social-Media-Posting “Antifaschisten” als “kriminelle Erben” der RAF bezeichneten und als “anti Mensch”.

In einem Kommentar bei uns kritisierte Stephan Anpalagan, dass es äußerst zynisch von der GDP sei, Antifaschist*innen in die Nähe eines linksextremen Terrors zu rücken, den es faktisch nicht einmal mehr gibt, während es diejenigen sind, die “rechtextreme Meinungsführerschaft” in SEK-Einheiten und rechtsextreme Terrorgruppen in der Polizei kritisieren.

GDP: Wie eine Polizeigewerkschaft auf dem rechten Auge erblindet

Gewerkschaft veröffentlicht Klarstellung

Jetzt veröffentlichte die Pressestelle der GDP eine “Klarstellung” zu ihrer Darstellung.

 

Erfreulicherweise erklärt sie, dass sie hinter der “Standhaftigkeit und der demokratischen Arbeit antifaschistischer Bürger, Gruppen sowie Kolleginnen und Kollegen” würden. Sie erklären weiter: Diese seien “Demokraten”, ebenso wie die GDP auch “Antifaschisten” seien. “Daran besteht kein Zweifel”. Eine Entschuldigung für die “missverständliche Formulierung” und das “zugespitzte Wording” äußerten sie allerdings nicht.

Die Klarstellung erhält nur gemischtes Feedback. Während das Bekennen zum Antifaschismus natürlich wichtig ist, so ist es auch eine demokratische Selbstverständlichkeit. Zumal das “zugespitze Wording” weiterhin online ist und dem Ansehen von jeder/m antifaschistischen Bürger*in verunglimpfen. Auch, so wird kritisiert, bediene der Beitrag das klare, rechtsextreme Feindbild “Antifa” – daran ist wenig “missverständlich”, wie die GDP behauptet. Das wichtige Bekenntnis der GDP ist ein richtiger Schritt, aber im Angesicht vieler rechtsextremer Gruppierungen (mehr dazu) innerhalb der Polizei einfach zu wenig.

Zum Thema:

Rassistische Polizeikontrollen nur einzelne Ausrutscher? Nein, „Racial Profiling“ ist der Marschbefehl!

Artikelbild: Screenshot twitter.com

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