Dresden: Pegida, CDU und FDP bejubeln Gewalt gegen Politiker – Geht’s noch?

Kolumne Schwer verpetzt

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Für Gewalt erhält man neuerdings in Dresden Applaus.

Die Politik in Dresden zeigt sich in diesen Wochen in ihrem schlechtesten Licht: Nachdem die Pegida vor einigen Wochen den Tod von Menschen auf dem Mittelmeer forderte, jetzt wieder ein Tiefpunkt der Menschlichkeit. Die ehemalige Stadträtin Monika Aigner hat den Ex-Sozialbürgermeister Dresdens, Martin Seidel auf einer öffentlichen Veranstaltung beleidigt und eine Ohrfeige verpasst. Dieser will Anzeige erstatten.

Auf Facebook schreibt er: „Bei dieser Frau konnte man hier bei Facebook in den letzten Monaten und Jahren eine zunehmende (rechts-) Radikalisierung, Entmenschlichung und Enthemmung beobachten. Dass sich dies jetzt sogar in der realen Öffentlichkeit derart entlädt, zeigt, wie gefährlich solche Prozesse sind“. Doch das ist noch gar nicht einmal das Entsetzliche.



Applaus für die Ohrfeige

Dass die Menschenverachter von Pegida den tätlichen Angriff als „Zivilcourage“ applaudieren, (auch wenn ironischerweise auf ihren Bannern steht, dass sie „gewaltfrei gegen Glaubenskriege kämpfen wollen) verwundert nach den „Absaufen“-Rufen nicht mehr, dass jedoch körperliche Gewalt nicht mehr von allen Seiten verurteilt wird, ist erschreckend. Dass Aigner auf Facebook reuelos noch nachlegt und Seidel weiter beleidigt ist schlimm genug, aber der Pegida-nahe FDP Politiker Genschmar bezeichnete Aigner wohlwollend als „Volltreffer“ mitsamt Lachsmiley.

Auch CDU-Stadträtin Angela Malberg bezeichnet die Gewalttäterin als „Heldin“. Sie meint, „Menschen wie Seidel“ verstehen „keine andere Sprache.“ Aber das war keine Sprache. Das war Gewalt. Und diese ist niemals in Ordnung. Die Dresdner Politik versinkt inzwischen völlig im Hass und die sprachliche Gewalt der letzten Jahre wird jetzt zu realer Gewalt – unter Applaus.

„Der zivilgesellschaftliche Widerstand gegen solche Verhaltensweisen ist in weiten Teilen (in Dresden) zum Erliegen gekommen“, schreibt der Grünen-Stadtrat Michael Schmelich. Laut Aigner habe Seidel sie mit „brauner Person“ beleidigt. Man kann verstehen, dass Beleidigungen nicht in Ordnung sind. Aber das rechtfertigt und entschuldigt niemals Gewalt. Erst recht nicht, da sie auch mit Beleidigungen, die durchaus schlimmer waren, nicht sparsam war. Und dass die Dresdner Zivilgesellschaft so eine Reaktion nicht geschlossen verurteilt, ist ein Armutszeugnis sondersgleichen.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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