Völlig verrückt? Nazis halten netten Vodafone-Spot für „Propaganda“

Kolumne Schwer verpetzt

image_print

Sie drehen völlig durch

Es ist ein ziemlich normaler Werbespot zu Weihnachten. Bunte Farben, glückliche Familien und Paare, usw usw, kauft das betreffende Produkt. In diesem Fall Vodafone. Schön zu sehen, dass auch ein homosexuelles Paar zu sehen ist und auch nicht-weiße Menschen. Soweit, so unspektakulär. Aber das Leben als Nazi muss furchtbar trist und Angst einflößend sein, den Kommentaren unter dem Video nach zu urteilen.



„Linksgrünversiffte Propaganda“?!

Und ich meine „Nazis“ nicht leichtfertig. Normalerweise schreibe ich „Rechte“. Aber wer von „Rassenmischung“, „Kulturmarxismus“ und „linksversiffter Propanda“ spricht, ist halt ein Nazi. Wenn das nicht, was dann? So sehen die Kommentare unter dem Video übrigens aus:

Und ich hab mir nicht einfach nur ein paar besonders schlimme herausgepickt. Das ist alles auf der ersten Seite. Weil kurz Nicht-weiße Menschen in einem Clip zu sehen sind, Oh mein Gott. Kriegt euch wieder mal wieder ein. Sie tun einen auf stark und hart, und behaupten, andere können die „Realität nicht ertragen“. Aber jetzt sehe ich hier nur Nazi-Luschen, die wegen einer blöden Werbung rumheulen. So wohlstandsverwöhnt, dass euer größtes Problem ein paar Sekunden in einem Weihnachtswerbespot sind?

Tolle, „Patrioten“ seid ihr. Die Mehrheit der gezeigten Personen war immer noch weiß und heterosexuell, also scheißt euch nicht in die Hosen. Wenn ihr jetzt auch noch Vodafone boykottiert wird’s aber langsam eng für euch, nachdem in den letzten Wochen eine ganze Reihe an Unternehmen sich für Toleranz und Weltoffenheit ausgesprochen haben.

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

Aber gut, lebt in eurer paranoiden Angst-Welt und lebt von Wasser und Brot, während wir „Gutmenschen“ eine fröhliche Weihnachtszeit haben und lieben, wen wir wollen. Hey, ihr dürft auch hassen, wen ihr wollt. Wir haben dafür halt auch nicht mehr als ein Kopfschütteln übrig. Vodafone selbst anscheinend auch nicht:

Artikelbild: Prostock-studio. shutterstock.com, Screenshot youtube.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.