Ausgehetzt: Antisemit Hildmann bei Google & Apple auf Telegram gesperrt

| Social Media | 8. Juni 2021

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Hildmann am Ende

Der Antisemit und Neonazi Attila Hildmann ist wohl endgültig am Ende. Nachdem sein ursprüngliches Kerngeschäft quasi am Ende ist, und er vor einem Haftbefehl in die Türkei geflohen ist, hat der im Laufe der Corona-Pandemie völlig radikalisierte Verschwörungsideologe jetzt auch sein letztes Sprachrohr verloren: seinen Telegram-Kanal. Also, der Kanal ist noch da, jedoch dürften ihn jetzt viel weniger Leute zu Gesicht bekommen.

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Längst hatte Hildmann die Maske fallen lassen, die viele „Querdenker:innen“ getragen haben und den puren, blanken Antisemitismus dahinter zum Vorschein kommen lassen.

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Google und Apple ziehen Hildmann den Stecker

Attila Hildmann hat seinen Telegram-Kanal noch, auf dem er täglich alle möglichen Lügen, Verschwörungsmythen und Hetze verbreitet – fast pausenlos gegen Juden. Er verbreitete Bilder mit Hakenkreuzen, rief zum Sturz der Regierung auf und hetzte gegen alles und jeden. Gegen Corona-Maßnahmen, aber auch gegen andere „Querdenker:innen“. Seit Dienstag ist sein Telegram-Kanal aber nicht mehr über die App zu erreichen, wenn diese über den Google Playstore oder den Appstore heruntergeladen wurde. Auf anderen Wegen ist sie noch zu erreichen. Bisher gab es noch keine offizielle Begründung für die Sperre – man kann es sich aber natürlich denken. Google sperrte in der Vergangenheit Kanäle mit terroristischen Inhalten.

Telegram ist berüchtigt dafür, sich deutschem Recht zu entziehen und greift selten in die Kanäle ein, weshalb Rechtsextremist:innen und Verschwörungsideolog:innen die App so gern nutzen. Auf diesem Weg haben Google und Apple wohl jedoch die extrem menschenverachtenden Inhalte des Antisemiten stark begrenzt. Seine Leserschaft dürfte damit stark schrumpfen. Und damit eigentlich das letzte bisschen, was dieser noch hatte.

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Wir wissen natürlich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht genau, was Apple und Google genau getan haben. Wir vermuten aber, dass sie vermutlich Telegram ein Ultimatum gesetzt haben, da der Kanal mit den App-Standards beider Stores schlicht nicht vereinbar ist. Apps, die über die Stores geladen werden, müssen sicherstellen, dass beispielsweise übelster Hass gegen Juden, wie der deshalb scherzhaft „Gemüse-Göbbels“ Genannte ihn verbreitet, gelöscht wird. Ist das nicht der Fall, muss die App entfernt werden. Entsprechend ist der Kanal auch nur auf den Play-Store und App-Store Versionen der App gesperrt. Telegram hat sich also vermutlich entschieden, lieber selbst diesen Kanal zu sperren, als aus den Stores zu fliegen. Dass der Kanal über andere Wege weiter auf Telegram bleibt, ist natürlich eine große Schande für das soziale Netzwerk.

Einerseits wünscht man sich natürlich, Apple und Google wären diesen Weg schon vor gut 12 Monaten gegangen. Andererseits ist es auch bedenklich, wenn es keine rechtsstaatliche Möglichkeit gibt, Telegram rechtlich zum Löschen von Inhalten zu bewegen. Telegrams Entwicklungsteam sitzt in Dubai, polizeiliche Anfragen landen unseren Informationen nach für gewöhnlich im Papierkorb.

Artikelbild: dpa-Zentralbild/dpa, Screenshot telegram.com

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