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Neue Details: Wusste der „Flügel“ der AfD von der Donbass-Reise?

von | Okt 8, 2022 | AfD, Aktuelles, Uncategorized

Wusste wirklich niemand in der AfD von der geplanten Donbass-Reise dreier ihrer Abgeordneten? Dass die AfD Russland nahe steht und hierzulande Propaganda im Sinne Putins betreibt, ist weitestgehend bekannt. Auch sind die finanziellen Verbindungen zwischen der AfD und Moskau über die Jahre immer wieder thematisiert worden (Quelle, Quelle, Quelle, Quelle). Russland bezeichnete den Abgeordneten Markus Frohmeier als „unter absoluter Kontrolle stehenden Abgeordneten“ (Quelle).

Auch haben wir extensive Recherchen über das internationale Netzwerk der Neuen Rechten veröffentlicht, und darin unter anderem die Verlinkungen der AfD zu russischen Rechtsextremisten dargelegt.

Geplante Donbass-Reise sorgte für Unruhe in der AfD – und allgemeine empörung

Einige AfD-Abgeordnete wollten zuletzt sogar in die von Russland völkerrechtswidrig besetzte Donbass Region fahren, taten es nach heftigster Kritik aber kurzfristig doch nicht (Quelle). Sehr wahrscheinlich sollten sie vor Ort als „offizielle“ Wahlbeobachter des Westens fungieren um Putins Fake-Referenden zur Annexion der Gebiete an Russland zu legitimieren. Das wäre natürlich einem diplomatischen Eklat gleichgekommen. Trotz ihrer kaum versteckten Sympathien zum russischen Diktator empörte sich der AfD-Vorstand dennoch lautstark. Man distanzierte sich und untersagte die Reise.

Die Landtagsabgeordneten Christian Blex (NRW), Hans-Thomas Tillschneider und Daniel Wald (Sachsen-Anhalt) waren alle schon auf den Weg in den Donbass, bis sie vom Bundesvorstand zurückgepfiffen worden (Quelle). „Wir unterstützen diese Reise nicht“ hatte Fraktionschef Chrupalla erklärt. Er und Alice Weidel hätten von dieser Reise nichts gewusst: „Das ging an unserem Radar komplett vorbei.“ Weidel sprach von einer „Privatreise“, die nicht mit Fraktion und Partei abgesprochen worden sei. „Die Reisetätigkeit vertritt auch nicht die Position der AfD.“

Man werde das intern aufarbeiten. Blex wurde daraufhin von der AfD Fraktion in NRW ausgeschlossen (Quelle), außerdem wurden alle drei Abgeordnete vom Bundesvorstand abgemahnt (Quelle). Ganz offensichtlich unterstützt die AfD Russlands Interessen in Deutschland, eine Reise in eine von Russland besetzte Region scheint jedoch selbst der Bundesspitze der AfD zu viel des Guten.

Aufnahmen kurz vor der Reise beim „Flügel“ in Schnellroda

Jetzt könne man denken, die 3 Abgeordneten sympathisieren einfach mit Russland und wollten nur mal eben einen Kurzurlaub in einem von Russland besetzten Gebiet machen. Einen anderen Eindruck bekommt man, wenn man sich Fotoaufnahmen, kurz vor der Reise anschaut. Netterweise war der Abgeordnete Wald selbst so nett, sie frei auf Facebook zur Verfügung zu stellen. Danke (Quelle).

Hier Wald mit dem Faschisten und Flügel-Führer Höcke:

Und hier der Tillschneider:

Hier der Rechtsextreme Götz Kubitschek (Quelle):

Kubitschek gilt als Drahtzieher und Zuflüsterer der AfD.

Nanu, hier der eigentlich aus der Partei rausgeworfene Andreas Kalbitz, auch stramm rechtsextrem natürlich (Quelle):

Und hier noch ein Symbolbild von der Veranstaltung:

War die Reise in den Donbass ein „Flügel“ Plan?

Jetzt kann es natürlich bloßer Zufall gewesen sein, dass man sich kurz vor der Reise beim faschistischen Flügel in Schnellroda getroffen hat. Oder „der Flügel“ konspiriert im Hintergrund bereits mit Russland, ohne dass der Bundesvorstand der AfD davon weiß. Dass die geplante Reise nicht zur Sprache kam, erscheint extrem unwahrscheinlich. Zumindest zentrale Figuren der Faschisten müssen eigentlich davon gewusst haben. Und – sofern der Vorstand wirklich nichts davon wusste – diesem nichts gesagt haben.

Ohnehin dominiert Faschist Höcke im Hintergrund mit seinem Flügel längst die Partei und lässt Weidel und Chrupalla an der Spitze gewähren, während er selbst seine Macht im Osten innerhalb der Partei zementiert. Kürzliche Aussagen von Flügelchef Höcke lassen erahnen, dass er Deutschland an der Seite des Regimes des Diktators Putin sehen möchte (Quelle). Ob der angebliche Patriot dafür auch Bundesländer an Russland abgeben würde?

Die Verbindungen zwischen AfD und Russland bleiben ein Problem der Partei. Diese Geschichte hier ist auf jeden Fall ein Problem für den Bundesvorstand: Entweder sie wussten die ganze Zeit schon, was passiert und mimen in der Öffentlichkeit die Unwissenden. Oder sie wussten wirklich von nichts und ein Teil der Partei paktiert offen mit Russland, ohne dass sie es mitbekommen. Der Zwiespalt der vermeintlichen Partei der Patrioten tritt immer offener zutage:

Ist man die Alternative für Deutschland oder die Alternative für Russland?