Moria: #WirhabenPlatz!
Erst diese Woche machten die Aktivisten der Seebrücke und von Sea-Watch mit ihrer Aktion #wirhabenplatz erneut auf die Situation in Moria aufmerksam:
"Wir haben heute 13.000 Stühle vor dem Reichstagsgebäude aufgestellt - so viele Menschen müssen in dem überfüllten Lager Moria unter unmenschlichen Bedingungen leben. Die Stühle symbolisieren: Wir haben Platz!" Seebrücke Deutschland
Die Aktion #wirhabenplatz ging viral, wurde tausendfach in sozialen Netzwerk geteilt und rüttelte wohl einige Menschen auf, die das Elend in Moria verdrängen wollten. Dann, kaum zwei Tage später, brannte das Camp vollständig ab.
Und jetzt sind wir wieder bei der Frage was mit den Schutzsuchenden Menschen in Moria passieren soll. Monatelang wurde dieses Thema aufgeschoben: Jetzt wo das Lager abgebrannt ist und die Menschen nicht einmal mehr ein Zeltdach über den Kopf haben, muss endlich geklärt werden was mit den Menschen vor Ort passieren soll, die ohnehin schon zulange unter menschenunwürdigen Bedingungen überleben mussten. Die Debatte ist in vollen Gange, Parteien und Politiker positionieren sich und auch auf europäischer Ebene wird heiß darüber gestritten wie eine Verteilung erfolgen soll. Für viele im Land ist jedoch klar, dass JETZT gehandelt werden muss. In den sozialen Medien und auf Demos wird mobilisiert was in kürzester Zeit eben möglich ist. Wir zeigen euch hier die "treffendsten" Statements zur Causa Moria.
Erstmal etwas Satire
Könnt ihr euch noch an den Brand von Notre Dame erinnern und die dazugehörige Welle an Solidarität für das Gebäude? Tja, von dieser Art der Solidarität für die Schutzsuchenden in Moria fehlt jegliche Spur:
Der Europaabgeordnete machte darauf aufmerksam, dass das Parlament in Straßburg noch Menschen aufnehmen könne und bat auch gleich seine beiden Büros an:
Die Satiresendung extra3 warf der EU vor zu pennen:
Und die heute-show, sowie Ralph Ruthe nahmen sich Kommentatoren vor, die keine Schutzsuchenden aufnehmen wollen, weil ein paar von 12.000 Tausend, den Brand anscheinend selbst gelegt haben. Dabei gibt es überwiegend Geflüchtete die jetzt Hilfe brauchen und nichts mit dem Brand zu tun haben:
Aber Spaß beiseite, die Kommentare auf den Sozialen Medien zur Thematik sind einfach nur hässlich und unwürdig:
Die treffendsten Statements
Einige bekannte Kommentatoren gingen auf die Pflichten der EU und auch von Deutschland ein:
Der EU werden direkte Vorwürfe gemacht, warum sie nicht schon längst gehandelt hat:
Sarah Bosetti warf eine treffende Frage auf:
Die Abgeordnete Anke Domscheit-Berg regt sich völlig zurecht über die AfD auf, die eine aktuelle Stunde zu Moria im Bundestag verhindert hat:
Die Grünen Politiker Belit Onay und Aminata Toure machen beide auf den Fakt aufmerksam, dass es genug Länder und Städte gibt, die allemal dazu bereit sind Schutzsuchende bei sich aufzunehmen:
Die SPD meint es soll was getan werden, sitzen aber selbst in der Regierung und könnten was tun
SPD Politiker äußern sich natürlich auch zu Moria und zeigen sich betroffen:
Blöd nur, dass sich die SPD mehrheitlich bei der letzten Abstimmung zu Moria dagegen ausgesprochen hat den Menschen zu helfen:
Außerdem könne man nach solchen Äußerungen denken, die SPD säße in der Opposition. Dabei regiert sie aktuell und kann entsprechend Druck machen.
Dazu passt auch dieser Tweet einfach sehr gut:
Demonstrationen in ganz Deutschland noch am selben Tag
Kaum ging die Nachricht von den brennenden Camps und Moria durch die Republik wurde noch am selben Tag zu Demonstrationen mobilisiert. Danke an alle die dafür kurzfristig auf die Straße gegangen sind:
Horst Seehofer und Armin Laschet machen weiterhin dicht
So und warum passiert am Ende nichts? Weil sich Unionspolitiker weiter dagegen sperren den Menschen direkt zu helfen und man sich hinter der "Wir suchen nach einer europäischen Lösung" Argumentation versteckt die wir seit Jahren zu hören bekommen. Hier Kanzlerkandidat Armin Laschet:

Und hier unser stets beliebter Innenminister Horst Seehofer:

Das man mit der "europäischen Lösung" einfach nur Zeit gewinnen will und ablenken möchte belegt dieser Tweet:
Der bayrische Ministerpräsident Söder hingegen zeigt sich offen, Menschen in Bayern aufnehmen zu wollen. Von Kevin Kühnert wird er darauf aufmerksam gemacht, dass er sih doch auch bei Horst Seehofer melden könne, wenn er es wirklich ernst meint:
Abschließen kann man das Verhalten der CDU wohl mit diesem Tweets:
Die Situation vor Ort
Mission Lifeline, die vor Ort sind machen die Öffentlichkeit auf die schrecklichen Umstände vor Ort aufmerksam:
Hier Aufnahmen der aktuellen Situation vor Ort:
Es muss JETZT gehandelt werden
Zum Abschluss noch meine eigene Haltung zum Thema Moria: Wir können und müssen den Menschen JETZT helfen. Nicht erst wenn alle EU- Staaten sich abgesprochen haben. Nicht erst wenn alle politischen Fragen abgewogen und kalkuliert wurden. JETZT!
Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung von uns allen.
Meiner Meinung nach ist es im Moment nicht entscheidend, was die anderen europäischen Länder machen. Die können sich von mir aus noch Wochen zanken. Aber wir als deutsche Gesellschaft können JETZT ein Zeichen in die Welt senden, dass selbst in Zeiten einer weltweit stattfindenden Pandemie, die Menschlichkeit noch nicht tot ist. Wir können JETZT tun was die Situation von uns fordert: Anderen Menschen helfen die in diesen Augenblicken in schwerer Not sind.
Artikelbild: pixabay.com, CC0



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