Faktencheck: Klima-Experte Quaschning entlarvt 12 Klimafakten der Lobby-Orga INSM

| 18. Juli 2019

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Lobby vs wissenschaft

Die marktliberale Lobby-Organisation “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM), die von Unternehmerverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird (Quelle), hat vor kurzem 12 “Klimafakten” publiziert. Klima-Experte Prof. Dr. Volker Quaschning hat nun auf seinem Blog die Behauptungen einem Faktencheck unterzogen. Und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis. Ziel von INSM ist nicht Aufklärung, sondern eine Ausbremsung des Klimaschutzes.



Faktencheck

Das INSM behauptete u.a., dass das 2°C-Ziel nicht mit “nationalen Alleingängen” zu erreichen sei. Dabei können und sollen alle Länder im Rahmen des Pariser Klimaabkommens ihre eigenen Maßnahmen definieren, eben weil es logistisch und politisch unmöglich ist, die gleichen Maßnahmen überall zu implementieren. Damit torpediert die INSM direkt jede Maßnahme und fordert indirekt Nichtstun. Sie behaupten, der Anteil Deutschlands am weltweiten Co2-Ausstoß habe sich “halbiert”, was aber nur am Anstieg der Emissionen vieler anderer Länder liegt.

Denn Deutschlands Emissionen sind in absoluten Zahlen nur um ein Viertel gesunken – eben auch weil Produktionsketten ins Ausland verlagert wurden. Unterschlagen wird auch, dass der Pro-Kopf-Anteil an Emissionen der Deutschen dem doppelten Weltdurchschnitt entspricht. Auch hier wird durch Verzerren der Fakten suggeriert, klimapolitische Maßnahmen Deutschlands seien sinnlos. Sie unterschlagen den Anteil der Emissionen der Industrie oder dass Deutschland bereits 2035 klimaneutral sein müsste, um die Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen – das Ziel des Pariser Klimaabkommens. Zum ausführlichen Faktencheck hier entlang.

Lobby-Orga INSM will Klimaschutz ausbremsen für Profit

Wie Quaschning der INSM unterstellt, ist das Ziel dieser “12 Klimafakten”, die Energiewende zu verlangsamen. Demnach soll sich der Klimaschutz den Interessen der Industrie unterordnen. Die Industrie versuche durch die verzerrten Darstellungen den Klimaschutz zu “torpedieren”. Die INSM hat man buchstäblich zu diesem Zweck gegründet.

Mit einem Jahresbudget von mehreren Millionen Euro und über den Mitgliedsverband u.a. von VW, Daimler und BMW finanziert, hat die INSM auch Kampagnen gegen das Erneuerbare Energien Gesetz EEG gefahren und sich gegen die Einführung des Mindestlohns und die Mütterrente eingesetzt (Quelle). Quaschning beendet seine Analyse mit den Worten: “Angesichts der enormen Bedrohungen durch die Klimakrise ist dann auch von der Industrie zu erwarten, dass diese die nötigen Klimaschutzmaßnahmen mitträgt und nicht versucht, notwendige Klimaschutzbemühungen mit Gegenkampagnen zu unterlaufen.”

Artikelbild: pixabay.com, CC0, Foto: Volker Quaschning

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