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(Ausländer)Kriminalität geht zurück! Wie du über Sicherheit belogen wirst

21. Apr. 2026 | Analyse

Es gibt immer mehr Zuwanderung, aber immer weniger Straftaten: Auch 2025 ist wieder die Zahl der Straftaten zurückgegangen, die Zahl der Gewalttaten ging auch zurück, die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen ebenfalls und ebenfalls ihr Anteil an den Straftaten. Eigentlich gute Nachrichten – genau deshalb wirst du das nirgends so lesen.

Doppelt so viele Migranten – 14 Prozent weniger Kriminalität

Heute Morgen hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gemeinsam mit der Innenministerkonferenz die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 vorgestellt. Hier Fakten und Zahlen, die eben nicht viral gehen werden, weil die wichtigsten Fakten nicht in das rechte Narrativ passen:

Die Kriminalität geht zurück, zum zweiten Mal in Folge. Im Jahr 2025 sank die Zahl der angezeigten Verbrechen deutlich (-5,6%). So gingen zum Beispiel zurück: Gewaltkriminalität (-2,3%), Straßenkriminalität (-7%), Raubüberfälle (-6%) oder Betrug (-8%). Und auch die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen (-10%) und ihr Anteil an den Straftaten (-2%) ging zurück. Das zeigen die neuen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die Innenminister Dobrindt am Montag vorgestellt hat.

Und was du fast nirgends mehr lesen wirst: Wir leben in einem immer sichereren Land. Die Kriminalität hat in den letzten 20 Jahren um 14 Prozent abgenommen. Dasselbe gilt für Jugendkriminalität. Auch Gewaltkriminalität ist in dem Zeitraum leicht gesunken (-1,5 %). Der Anstieg bei den Morden (+ 54 Fälle) geht allein auf eine Mordserie eines tatverdächtigen Berliner Palliativmediziners zurück (79 Fälle): Vorname: Johannes. Gleichzeitig kamen so viele Migranten wie nie zuvor. Die Zahl der Ausländer stieg um über 108 Prozent. Also mehr als verdoppelt. Migration nach Deutschland hat die Kriminalität – wenn man alle Faktoren mit einbezieht – in den letzten 20 Jahren also nicht wesentlich erhöht.

Nur zwei Jahre, die sicherer waren als 2025

Es gab seit der Wiedervereinigung nur 2 Nicht-Pandemie-Jahre, die sicherer waren als 2025. Die letzten 10 Jahre waren die sichersten Jahre seit der Wiedervereinigung. Das zeigen auch Studien. Und: 97,7 % aller Deutschen haben im vergangenen Jahr keine Straftat begangen – und 95,2 % aller Ausländer auch nicht, wenn man ausländerrechtliche Verstöße herausrechnet. Der Unterschied schwindet, wenn man bedenkt, dass etwa ein Viertel aller Tatverdächtigen Ausländer gar nicht in Deutschland lebt.

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Und: Die Teillegalisierung von Cannabis 2024 hat nur noch einen kleinen Effekt auf die sinkenden Zahlen gehabt: Unter Berücksichtigung der Teillegalisierung von Cannabis bleibt immer noch ein Rückgang von 4,7 Prozent aller Straftaten bestehen, laut BKA. Und eine Tatsache, die heute niemand hören will: Ausländer sind kaum krimineller als Deutsche. Das ist das Ergebnis, wenn man die Kriminalitätsstatistiken nicht nur oberflächlich, sondern fair miteinander vergleicht - und soziale Faktoren, Anzeigenbereitschaft und anderes mit einbezieht. Dann reduziert sich der vermeintlich große Unterschied auf einen sehr kleinen. Mehr dazu gleich.

(Rechte) Medien verschweigen dir diese positiven Entwicklungen

Eigentlich eine erfreuliche Entwicklung – eigentlich. Doch Schlagzeilen, die diese positive Entwicklung genauso feiern oder deutlich aussprechen, wirst du selten finden. Insbesondere bei den Medien, die jede negative Meldung der letzten Jahre massiv ausgeschlachtet haben und zum Skandal erhoben haben, findet sich keine Erleichterung. Im Gegenteil, die positiven Entwicklungen werden dort verschwiegen – mindestens in den Überschriften. Ein Bereich, den sie besonders hervorheben, sind die Sexualstraftaten – hier ist die Zahl in den letzten Jahren tatsächlich weiter gestiegen, zum Beispiel bei Vergewaltigungen (+9%). Das hat aber wenig mit Migration zu tun. Warum, erklären wir unten.

Screenshot nius.de
Screenshot apollo.de

Die rechtsradikale Hetzseite Nius titelt beispielsweise mit der gestiegenen Zahl der Sexualstraftaten – und erwähnt obligatorisch die auf dem Papier bestehende höhere Proportionalität ausländischer Tatverdächtiger. Auch diesen Irrtum erklären wir gleich. In das gleiche Horn bläst die ganze, gleichgeschaltete rechte Medienlandschaft. Die rechtsextreme AfD hat gleich eine ganz andere PKS gelesen und lügt mehrfach dazu und behauptet glatt "Der Staat verliert zunehmend die Kontrolle über die innere Sicherheit“ – während es mal wieder sicherer wird. Sie alle behaupten, der Rückgang der Kriminalität sei hauptsächlich oder gänzlich auf die Cannabis-Legalisierung zurückzuführen, was einfach nicht stimmt.

Die Unwahrheit über Ausländerkriminalität

Auch die rechten BILD und WELT versuchen, die positiven Entwicklungen zu relativieren, und titeln "Die bittere Wahrheit hinter den Erfolgsmeldungen der Kriminalstatistik" oder "die Wahrheit über Ausländerkriminalität". Die Volksverpetzer-Überschrift existierte schon, bevor wir das gelesen hatten - unsere BILD-Parodie traf die Realität besser, als wir erwarten konnten.

Foto: Carsten Schwartz

Aber auch die Tagesschau versagte überraschenderweise bei der Präsentation der PKS 2025. Den durchaus deutlichen Rückgang der Straftaten um "fast sechs Prozent", wie sie es selbst schreibt, verharmlost sie seltsamerweise als "leichten Rückgang". Und auch gleich der erste Satz ist nicht richtig: "Erstmals seit 2022 ist die Zahl der erfassten Straftaten in Deutschland zurückgegangen". Bereits 2024 gingen die Straftaten zurück. Der Fehler wurde nach einem Volksverpetzer-Hinweis wenige Minuten vor Veröffentlichung dieses Artikels korrigiert. Der Fehler soll von der BKA kopiert worden sein, die das ebenfalls entsprechend ausbessern musste.

Screenshot tagesschau.de

Auch der Innenminister nutzte die Präsentation für rassistische Stimmungsmache. Der Innenminister begründet den Rückgang der Kriminalität mit seiner teils rechtswidrigen Abschiebungspolitik. Er selbst bereitet der rechten Presse den Boden und pickt bereits für diese verzerrte Statistiken aus der PKS heraus und fällt dabei auf Statistikfehler herein, vor denen sein eigenes Ministerium und das BKA ständig warnt. Ganz allgemein fokussiert sich die gesamte Medienlandschaft auf einzelne negative Entwicklungen, über die wir auch gleich reden werden. Einige wenige Ausnahmen sind zum Beispiel der SPIEGEL.

Screenshot spiegel.de

Da entwickelt sich einmal fast alles zum Besseren – und keiner kriegt es mit. Gehen wir jetzt einmal genauer rein, wie mit Verhältnissen der Zahlen und

Was die PKS eigentlich ist, und was sie nicht ist

Bevor wir tiefer in die Zahlen gehen, vorab: Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist keine Messung der tatsächlichen Kriminalität in Deutschland. Sie ist ein Tätigkeitsbericht der Polizei. In ihr landet nur das, was der Polizei bekannt wird, also angezeigt wird oder bei Kontrollen entdeckt wird. Das nennt die Kriminologie das Hellfeld. Alles, was nicht angezeigt wird oder unentdeckt bleibt, das sogenannte Dunkelfeld, taucht in der PKS gar nicht auf. Und das ist, je nach Deliktart, die deutliche Mehrheit aller Taten.

Noch wichtiger: Die PKS erfasst Tatverdächtige, keine Verurteilten. Das sind Menschen, gegen die ein Anfangsverdacht besteht. Ein erheblicher Teil aller Ermittlungen endet später mit einer Einstellung, einem Freispruch oder einer Einordnung als unbegründet. Wer aus der PKS liest, wie viele Ausländer in Deutschland Straftaten begangen haben, liest schlicht etwas in die Statistik hinein, was in ihr nicht drinsteht. Sie zeigt, wie viele Ausländer verdächtigt wurden. Tatsächlich werden Ausländer dreimal so häufig von Deutschen angezeigt, als andersherum: Sind Opfer und Täter deutsch, wird in 7,9 Prozent der Fälle angezeigt, ist das Opfer deutsch und der Täter nichtdeutsch, wird in 22,4 Prozent die Polizei informiert. Nicht-Deutsche landen also viel leichter in der Statistik. Ein Teil der Differenz in der Statistik ist also schlicht ein Anzeigeeffekt. Kein Verhaltensunterschied.

Der Altersunterschied, den rechte Medien konsequent ignorieren

Der nächste Punkt ist so banal, dass man sich wundert, warum ihn praktisch niemand erwähnt. Die Gruppen „Deutsche" und „Nicht-Deutsche" in der PKS sind völlig unterschiedlich zusammengesetzt, und zwar nicht nur nach Herkunft, sondern vor allem nach Alter und Geschlecht. Menschen mit Migrationshintergrund sind laut Mikrozensus 2025 im Schnitt 36,1 Jahre alt. Menschen ohne Migrationshintergrund: 47,6 Jahre. Also über elf Jahre älter. Und die ausländische Bevölkerung in Deutschland hat außerdem einen deutlich höheren Männeranteil als die deutsche.

Warum das wichtig ist: In praktisch jedem Land, über jede Epoche, in jeder ethnischen Gruppe werden Straftaten überdurchschnittlich von jungen Männern zwischen 15 und 30 begangen. Das ist kein deutsches, kein migrantisches, kein kulturelles Phänomen, sondern eine der stabilsten Konstanten der Kriminologie. Eine im Schnitt jüngere und männlicher geprägte Gruppe wird also rein statistisch stärker in Tatverdächtigenzahlen auftauchen als eine ältere, ausgewogener zusammengesetzte, ganz unabhängig davon, wo jemand geboren wurde.

Wie groß ist dieser demografische Effekt? Der Kriminologe Christian Walburg hat ihn im Verfassungsblog auf „vorsichtig geschätzt 25 bis 30 Prozent" beziffert. Heißt konkret: Ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Differenz bei den Tatverdächtigenbelastungszahlen zwischen Deutschen und Ausländern löst sich allein dadurch auf, dass man Alter und Geschlecht statistisch herausrechnet. Das ist übrigens auch kein Geheimwissen aus linken Thinktanks, sondern unter anderem in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage im Bundestag nachzulesen. Umso beschämender, dass Innenminister Dobrindt diese Tatsache für rassistische Stimmungsmache ignoriert.

Ein Viertel der Nicht-Deutschen Verdächtigen lebt gar nicht in Deutschland

Nun werden Nicht-Deutsche dreimal so häufig angezeigt, ein Viertel erklärt sich einfach durch die andere demographische Zusammensetzung und es gibt noch einen viel größeren Denkfehler, der jede "Aber Ausländer sind prozentual krimineller!" als rassistischen Blödsinn entlarvt, der er ist.

Wusstest du, dass Deutsche in Österreich überdurchschnittlich kriminell sind? Ja, wirklich. In manchen Bundesländern führen Deutsche mit Abstand die Liste der tatverdächtigen Nationalitäten an. 2023 zum Beispiel wurden 14.727 Deutsche in Österreich tatverdächtig, dabei leben 232.786 Deutsche dort, was sie weit überdurchschnittlich tatverdächtiger macht als einheimische Österreicher. Sind Deutsche nicht integrierbar? Sind sie eine Bedrohung für den sozialen Frieden in Österreich? Liegt es an der Kultur, Religion oder den Vornamen?

Du weißt natürlich, dass das Blödsinn ist und die Staatsangehörigkeit nichts damit zu tun hat. Denn Deutsche können auch in Österreich Straftaten verüben, ohne dort zu wohnen. Die dort Lebenden haben nichts damit zu tun. Kein Wunder, dass sie so „überproportional kriminell“ erscheinen. Genauso ist es mit anderen Nationalitäten in Deutschland. In der PKS werden unter „nichtdeutschen Tatverdächtigen" auch alle Menschen mitgezählt, die in Deutschland gar keinen Wohnsitz haben.

Touristen, Durchreisende, Grenzpendler, Saisonarbeiter, organisierte Kriminalität, die gezielt zur Tatbegehung einreist. Rund ein Viertel aller ausländischen Tatverdächtigen lebt gar nicht in Deutschland. Genauer gesagt: 2025 hatten laut PKS 16,7 Prozent der ermittelten ausländischen Tatverdächtigen ihren Wohnsitz im Ausland, bei weiteren 7,5 Prozent war der Wohnsitz unbekannt. Das BKA weist selbst darauf hin, dass man derartige Zahlenspielchen nicht seriös machen kann. Ignoriert wird es von BILD, AfD und Innenminister selbst, um Rassismus zu schüren. Leider inzwischen Mainstream.

Was Dunkelfeldstudien wirklich zeigen

Wer über die PKS hinausgehen will, muss sich die Dunkelfeldforschung anschauen. Also anonyme Befragungen, die auch erfassen, was gar nicht erst zur Anzeige kommt. Und dort zeigt sich ziemlich eindeutig: Es ist nicht die Staatsangehörigkeit, die Kriminalität erklärt, sondern die sozialen Umstände, in denen Menschen leben. Wer in Armut aufwächst, wer schlechten Zugang zu Bildung hat, wer in der eigenen Familie Gewalt erlebt hat, wer in benachteiligten Stadtvierteln wohnt, wer wenig Perspektive auf einen stabilen Job hat, begeht statistisch häufiger Straftaten. Das gilt für Deutsche genauso wie für Ausländer. Der Unterschied ist nur: Auf Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland trifft all das systematisch häufiger zu, weil dieses Land sie seit Jahrzehnten strukturell schlechter stellt.

Die oben erwähnte Studie von Joop Adema und Jean-Victor Alipour am ifo-Institut hat diesen Effekt auf Landkreisebene für die Jahre 2018 bis 2023 durchgerechnet. Das Ergebnis ist bemerkenswert klar. Veränderungen des regionalen Ausländeranteils hatten in diesen sechs Jahren keinen messbaren Effekt auf die lokale Kriminalitätsrate. Nicht die Herkunft der Bewohner erklärt, wie viel Kriminalität es in einem Landkreis gibt, sondern die Bedingungen, unter denen dort gelebt wird. Ausländer wohnen eben überproportional in Gegenden mit ohnehin höherer Kriminalitätsdichte, weil der Wohnungsmarkt ihnen wenig Alternativen lässt.

Ist damit der Unterschied zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen in der Statistik vollständig wegerklärt? Nicht ganz. Selbst wenn man Alter, Geschlecht, Anzeigeverhalten, Wohnort und sozioökonomische Lage einrechnet, bleibt bei bestimmten Deliktgruppen, vor allem bei Gewaltdelikten unter jungen geflüchteten Männern, ein kleiner Rest bestehen. Der ist deutlich kleiner, als die nackte PKS-Differenz suggeriert, aber er ist in den Daten sichtbar. Und die Frage ist, woher er kommt und was daraus folgt.

Der Rest, über den rechte Medien nie ehrlich reden

Hier spielen nun tatsächlich Einstellungen eine Rolle. Dunkelfeldstudien zeigen, dass sogenannte gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen in manchen Gruppen mit Migrationshintergrund stärker verbreitet sind. Also die Vorstellung, dass ein Mann sich Respekt mit Gewalt verschafft, dass Gewalt gegen die eigene Partnerin kein wirkliches Problem ist, dass Ehre über Gesetz geht. Kriminologen wie Dirk Baier schätzen, dass diese Normen in ihrer Wirkung ungefähr so stark wiegen wie die sozialen Faktoren. Und ja, damit erklären sie tatsächlich noch einmal einen Teil der Restdifferenz.

Nur: Solche Einstellungen sind nicht in einer Nationalität eingebrannt. Sie sind weder genetisch noch kulturell unveränderlich. Sie verschwinden mit Bildung, mit Gleichstellungspolitik, mit konsequentem Gewaltschutz, mit Generationenwechsel. Und der vermeintlich so fremde Kontrast zwischen „uns" und „denen" ist bei genauerem Hinsehen vor allem ein zeitlicher. In Deutschland wurde die Vergewaltigung in der Ehe bis 1997 nicht als eigenständige Straftat behandelt.

Wer das begriffen hat, versteht auch, dass die Konsequenz aus diesem Befund nicht Abschiebung sein kann. Die inzwischen einzige Konsequenz, die ein Großteil der Bevölkerung nach Jahren rassistischer Indoktrination als Lösung sieht. Dabei könnte man mit anderen Maßnahmen nicht nur die Ausländerkriminalität senken, sondern gleich jegliche Kriminalität: Mit Bildung. Gleichstellungsarbeit. Gewaltschutzgesetze. Arbeit mit Tätern. Also Sozialpolitik, nicht Grenzpolitik.

AfD und Regierung erhöhen Ausländerkriminalität

Eine neue Studie hat gezeigt: Der „Job-Turbo“ der Ampel hat die Zahl der Geflüchteten, die einen Job gefunden haben, verdoppelt. Eine andere Studie hat gezeigt, dass die Einbürgerung von in Deutschland geborenen Kindern von Migranten die Wahrscheinlichkeit, tatverdächtig zu werden, um 70 % gesenkt hat.

Genau das ist der Punkt, an dem die gesamte rechte Politik zusammenbricht. Die gleichen Parteien, die am lautesten auf die Männlichkeitsnormen junger geflüchteter Männer zeigen, lehnen jede ernsthafte Integrations- und Präventionsarbeit als Multikulti-Gedöns ab. Sie fordern nicht mehr Gewaltschutz in Unterkünften, sie fordern keine besseren Sprachkurse, keine psychosoziale Versorgung für Traumatisierte, keine ernsthaften Programme gegen toxische Männlichkeit.

Sie bekämpfen und kürzen all das. All das ERHÖHT die Ausländerkriminalität. Sie wollen jedoch nicht weniger Straftaten. Sie wollen Abschiebungen. Weil es ihnen nicht um Kriminalitätsbekämpfung geht. Es geht ihnen darum, dass bestimmte Menschen nicht hier sein sollen. Die Kriminalitätsdebatte ist nur der Vorwand.

Sexualstraftaten: Es sind überwiegend Freunde, Bekannte und (Ex)Partner

Ganz ähnlich ist es bei der Sexualkriminalität. Vor allem geht es in der Debatte um PKS-Zahlen um die gestiegene Sexualkriminalität. Der Anstieg ist tatsächlich deutlich. Nur: Ein Teil davon lässt sich auf Gesetzesänderungen zurückzuführen – und nicht auf Migration. So kann man davon ausgehen, dass die Reformen des Gewaltschutzgesetzes 2016 und 2021 die Hürden für Strafbarkeit herabgesetzt haben. Inzwischen kommen Taten zur Anzeige, die früher irgendwie innerhalb der Familie geblieben wären, was positiv zu bewerten ist, auch wenn es die Zahl in der Statistik natürlich hochtreibt. Dafür ist diese dann näher an der Realität-

Was auch gestiegen ist: Frauen zeigen Sexualstraftaten häufiger an. So erklärt das Bundeskriminalamt, ein Grund für die gestiegenen Zahlen könne „eine erhöhte Anzeigebereitschaft angesichts einer erhöhten medialen Aufmerksamkeit und gesellschaftlichen Sensibilisierung“ sein. Aus diesen Gründen sind die Statistiken der letzten Jahre kaum noch vergleichbar mit denen von vor der MeToo-Debatte. Und Anstiege sind eher mit neuen Straftatbeständen erklärbar – und nicht mit Migration.

Der Deutsche Frauenrat sagte zur Veröffentlichung der PKS:

„Die Kriminalstatistik für 2025 zeigt erneut auf, was in der Debatte um sexualisierte Gewalt viel zu oft vernachlässigt wird: Tatverdächtige von Vergewaltigungen sind weiterhin überwiegend Freunde, Bekannte und (Ex-)Partner. Um Frauen wirksam vor Gewalt aus dem sozialen Umfeld schützen zu können, braucht es hierzulande dringend mehr Schutz- und Beratungseinrichtungen sowie gesellschaftliche Solidarität, damit mehr Betroffene den Mut fassen, Taten anzuzeigen und öffentlich zu machen.“

Dennoch instrumentalisieren viele Medien diese Zahlen, um gegen Migration zu hetzen – wobei sie sonst deutsche Täter in Schutz nehmen und den Großteil der Gewalt gegen Frauen relativieren.

Deutschland ist in zwanzig Jahren deutlich sicherer geworden

Und jetzt zum großen Bild, das in jeder PKS-Debatte unter den Tisch fällt, weil es das zentrale Narrativ der Rechten zertrümmert. Deutschland ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht gefährlicher geworden, sondern spürbar sicherer. Im Vergleich mit 2006 gibt es 14 % weniger Straftaten. Im Vergleich zu 1996 sogar 20 %. Fast so, als würde Deutschland immer sicherer werden. Die Jugendkriminalität ist langfristig deutlich zurückgegangen. Jahre zwischen 2017 und 2019 waren die sichersten Jahre seit der Wiedervereinigung. Nach der Pandemie gab es einen erwarteten Rückpralleffekt, aber das Gesamtniveau bleibt weit unter den Höchstwerten der Nullerjahre. Und niemand hat dieses Jahrzehnt als so gefährlich in Erinnerung, wie uns von Regierung bis AfD alle die heutige Zeit einreden wollen, oder?

Im gleichen Zeitraum, also zwischen 2005 und heute, ist die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer um das Doppelte gestiegen. Wenn mehr Migration tatsächlich automatisch zu mehr Kriminalität führen würde, wie seit zehn Jahren von AfD, JUNGER FREIHEIT, NIUS, Weidel, Höcke, Chrupalla und mittlerweile auch großen Teilen der Union behauptet wird, müsste diese Kurve im Gegenteil nach oben zeigen. Und zwar steil. Tut sie nicht. Sie zeigt nach unten. Migration hat die Kriminalität in Deutschland in den letzten zwanzig Jahren nicht wesentlich erhöht. Es gibt dafür keinen empirischen Beleg. Es gibt nur ein politisches Geschäftsmodell, das so tut, als gäbe es einen, und das in einer Medienlandschaft floriert, die diese Rechnung viel zu selten aufmacht.

Nicht-Deutsche überproportional Opfer

Noch ein Aspekt, der in rechten Medien praktisch nie vorkommt, obwohl er für die Realität vieler Geflüchteter zentral ist. Ausländer sind nicht nur überproportional häufig Tatverdächtige, sie sind auch überproportional häufig Opfer von Straftaten. 2024 stellten Ausländer rund 25,8 Prozent aller registrierten Opfer, während ihr Bevölkerungsanteil bei knapp 15 Prozent liegt. Viele der Straftaten, die Geflüchtete begehen, passieren zudem in Gemeinschaftsunterkünften gegen andere Geflüchtete. Das komplette „Migranten gegen Deutsche"-Framing ist nicht nur verzerrt. Es ist empirisch falsch herum.

Was heute Abend passieren wird, und warum es trotzdem funktioniert

Du hast das sicherlich in so ziemlich allen Medien anders gelesen. Viele der Dinge, die wir hier vorgestellt haben, stellen völlig auf den Kopf, was jetzt nicht mehr nur bei Rechtsextremen, sondern leider auch Leitlinie der Regierung ist: dass Migration ein immer weiter eskalierendes Problem sei und dass Ausländer schuld daran seien. Beides ist faktisch nicht richtig. Im Gegenteil sogar.

Das ist nicht neu. Das ist das Muster der letzten zehn Jahre, und es funktioniert, weil es ein strukturelles Ungleichgewicht ausnutzt. Der Kommunikationswissenschaftler Thomas Hestermann hat mehrfach gezeigt, dass ausländische Tatverdächtige in deutschen Fernsehberichten etwa neunzehnmal so häufig erwähnt werden, wie es ihrem tatsächlichen statistischen Anteil in der PKS entspricht. Und der ist ja schon mehrfach verzerrt, wie wir gezeigt haben. In Zeitungen sogar zweiunddreißigmal so häufig. In Pressemitteilungen der AfD werden in über 94 Prozent aller Beiträge über Gewaltdelikte ausländische Täter genannt, während ihr realer Anteil bei etwa 35 Prozent liegt. Das ist einfach Propaganda. Und zwar gezielte, seit Jahren perfektionierte Propaganda mit rassistischem Grundinteresse. Das wird inzwischen wird sie kaum noch hinterfragt.

Und es ist wirksam, weil zu viele Medien sich daran gewöhnt haben, dieses Framing einfach nur zu übernehmen, ein paar Sätze Einordnung dranzukleben und weiterzuziehen. Die Herkunft wird genannt, wenn sie ins Narrativ passt, und verschwiegen, wenn nicht. Nur nicht so, wie die Rechten behaupten, sondern genau andersherum. Die Deutschen werden verschwiegen. Zahlen aus der PKS werden ausgeschlachtet, wenn sie den Eindruck bedienen, und ignoriert, wenn sie ihn widerlegen.

Verbreitet laut die Fakten:

Deshalb dieser Artikel. Deshalb die Bitte: Wenn du das hier hilfreich findest, teil ihn. Schick ihn an die Leute, die im Feierabend-Gespräch oder in der Familien-WhatsApp-Gruppe mit Ausländerkriminalität und den neuen Zahlen ankommen. Die Fakten sind auf deiner Seite. Die Statistiken sind auf deiner Seite. Die Forschung ist auf deiner Seite. Wir schreien gegen die millionenschwere rechte Medienindustrie an und gegen das gewünschte Narrativ der Regierung. Deshalb verbreitet überall diese Fakten:

Die Kriminalität geht zurück, zum zweiten Mal in Folge. Im Jahr 2025 sank die Zahl der angezeigten Verbrechen deutlich (-5,6%) und die Gewaltkriminalität (-2,3%) ebenfalls. Die Kriminalität hat in den letzten 20 Jahren um 14 Prozent abgenommen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Ausländer mehr als verdoppelt. Die letzten 10 Jahre waren die sichersten Jahre seit der Wiedervereinigung. Es gab nur zwei Nicht-Pandemie-Jahre mit weniger Straftaten als 2025. Rechte Politik verhindert nicht Straftaten, sondern macht sie nur wahrscheinlicher.

Artikelbild: canva.com, Screenshot datawrapper. Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. Wie Volksverpetzer KI verwendet.

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