Bundestag warnt nicht vor hohen CO2-Werten im Blut
Dass diese Fake News diesmal von der Regierung und einem "Mainstream"-Medium stammt, hat Pandemie-Leugner:innen interessanterweise nicht gestört, aber eine irreführende Formulierung in einer internen Hausmitteilung des Bundestags über CO2-Werte im Blut wurde zuerst vom "Focus" zu einer "Warnung" vor zu hohen CO2-Werten fehlinterpretiert - und dann in den teils rechtsextremen Pandemie-Leugner:innen-Kreisen rasant verteilt. Nebensächlich, dass das von der "Lügenpresse" kommt. Die vermeintliche Bestätigung der eignenen Fake-Narrative trumpfte alles.
„Bereits nach 30 Minuten Tragedauer kann es je nach Art der Mund-Nasen-Bedeckung zu einem signifikanten Anstieg der CO2-Werte im Blut kommen, da die ausgeatmete Luft unter Umständen nicht so gut entweichen kann. Ein ständiges Aus- und wieder Anziehen der Mund-Nasen-Bedeckung ist aber auch nicht sinnvoll, da so das Risiko einer Kontamination erhöht wird. Zwischendurch sollte man sie also zum Durchatmen eher unters Kinn schieben, aber weitertragen.“
Und klar, das klingt wirklich wie aus dem Corona-Verharmloser-Handbuch: Anstieg der CO2-Werte im Blut wegen Masken? Ausgeatmete Luft entweicht nicht so gut? Zum Durchatmen unters Kinn schieben? Gefundenes Fressen für Pandemie-Leugner:innen, die die Geschichte durch das Netz jagten. Doch wie Mimikama, Correctiv und auch der Focus zwei Tage später festgestellt hatten: Das war nicht als Warnung gedacht, es ist kein gesundheitliches Risiko durch CO2-Werte wissenschaftlich nachgewiesen und man atmet auch durch Masken NICHT mehr CO2 ein.
Das Missverständnis
Die Empfehlung in der Hausmitteilung vom Bundestag erwähnt zwar erhöhte CO2-Werte im Blut, aber nicht, dass diese gesundheitsschädlich sein sollten. Correctiv hat herausgefunden, worauf sich diese Behauptung bezieht: Auf eine Doktorarbeit von 2004 (Link). Aber die Studie zeigte nur den erhöhten CO2-Gehalt, das Ausatmen von CO2 und der Sauerstoffgehalt waren davon nicht negativ beeinflusst. Außerdem bezog sich die Studie auf OP-Masken, nicht die normalen Stoffmasken. Die Autorin der Studie erklärt auch ausdrücklich gegenüber der DPA: „Man kann aus der Arbeit keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ableiten. Das wäre unseriös.“ (Quelle).
Der Bundestag gibt zu, dass der Verweis auf die CO2-Werte eigentlich Quatsch war: "Der Verweis auf die steigenden CO2-Werte im Blut basiere dagegen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern solle das „Unter-das-Kinn-Schieben“ erklären." Sie wollten nur dazu animieren, zwischendurch auch ordentlich durchzuatmen. Wie das RKI zu Correctiv sagte: „Dass man mehr CO2 einatmet stimmt nicht, dass die Atmung behindert wird, schon.“ Der Bundestag empfiehlt ohnehin: „Diese Empfehlung gilt nicht für Personen, denen das Tragen von Masken aus gesundheitlichen Gründen nicht zuzumuten ist.“
Fazit
Die Hausmitteilung vom Bundestag ist höchst missverständlich geschrieben und wollte eigentlich nur vorsichtshalber empfehlen, regelmäßig ordentlich durchzuatmen. Dass Masken gefährlich sein sollten hat aber nie jemand geschrieben. Das Missverständnis zur "Warnung" gemacht und verbreitet hat zuerst der "Focus", was sie aber zwei Tage später wieder ausgebessert haben. Realitätsferne Pandemie-Leugner:innen, teils aus dem rechtsextremen Spektrum, haben die Ente jedoch aufgenommen, weil es ihre Fake-Narrative von gefährlichen Masken bestätigt. Sie sind jedoch ungefährlich.
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