Victoria-Fälle ausgetrocknet: Dieses Klimaleugner-Bild soll dich manipulieren

| Analyse | 16. Dezember 2019

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Victoria-Fälle wirklich ausgetrocknet

Die Weltklimakonferenz endete mal wieder mit ernüchternden Ergebnissen, die Chance, den Klimawandel aufzuhalten wird durch unser zögerliches Vorgehen immer geringer und Rechte wirken weltweit auch noch aktiv gegen den Klimaschutz. Doch auch an vielen “kleinen”, weil regionalen Ereignissen lässt sich leider immer besser illustrieren, dass der Klimawandel real ist.

Eine erschreckende Nachricht traf diesbezüglich aus Afrika ein. Genauer gesagt aus Simbabwe und Sambia. Die dort liegenden Victoria-Fälle sind nämlich nahezu ausgetrocknet. Zwar hat auch die aktuelle (jährliche) Trockenzeit einen Anteil daran. Doch so stark wie dieses Jahr sind die Wasserstände seit Ewigkeiten nicht zurückgegangen. Die Rede ist von der schlimmsten Dürre der letzten 100 Jahre (siehe hier).

Diese erschreckende Nachricht wurde in Deutschland auch vom MDR geteilt. Das gefiel den Klimawandelleugnern natürlich gar nicht. Und so dauerte es nicht lange, bis ein besonders eifriger “Kritiker” ein Bild gefunden hat, dass den MDR angeblich Lügen straft. Das Ergebnis sieht dann so aus:

Die Aussage ist: Der MDR habe absichtlich selektiv ausgewählt (rote Kreise) und gleichzeitig unter den Tisch fallen lassen, dass Teile der Victoria-Fälle deutlich mehr Wasser führen (gelber Kreis). Haben sie damit Recht?



Rechter Fake-Debunk

Nein. Der “Debunk” ist nur ein scheinbarer. Denn er ist selbst unvollständig bzw. selektiv. Um das zu klären müssen wir uns nur ein Bild davon machen, wie die Victoriafälle eigentlich aussehen:

Fassen wir zusammen: Ja, der MDR hat sich vom armselig vertrockneten Wasserfall noch die armseligste Stelle herausgesucht und war damit sicherlich etwas selektiv in seiner Bilderauswahl. Nichtsdestotrotz ist es nunmal eine Stelle der Victoria-Fälle, an welchem man das Ausmaß der Austrocknung deutlich darstellen kann, weswegen diese ausgewählt wurde. Es ist zeigt buchstäblich nicht “das ganze Bild”, natürlich. Aber im Vergleich zu der sonstigen Wassermenge ist das eine Austrocknung und Tatsache. Und damit sind wir schon bei der entscheidenden Frage:

Warum dieser Fake-Debunk?

Man bedient damit gleich zwei Feindbilder der rechten Filterblase: Die “Lügenpresse” zensiere Informationen und der Klimawandel sei eine große Lüge von wem auch immer. Es passt damit auch in das Weltbild, welches sich per Zirkelschluss selbst belegt. Was bedeutet “Zirkelschluss” in dem Fall?

Der Gedankengang, der hinter dem Mythos “Lügenpresse” steckt ist: Das Bild ist angeblich ein Fake, weil es von der “Lügenpresse” stammt. Diese ist deswegen die Lügenpresse, weil sie Bilder fälscht. Und so weiter.
Genau dasselbe gilt in Bezug auf das Thema Klimawandel: Der Klimawandel wird uns angeblich von Mächten vorgespielt, die wir zwar nicht kennen, aber die es geben muss, weil wir davon ausgehen, dass es den Klimawandel nicht gibt, er also erfunden sein muss.

Beide Argumentationen ergeben, wenn man nüchtern darüber nachdenkt, keinen Sinn. Sie benötigen diese inneren Schlüsse und Rückschlüsse auf sich selbst, um salonfähig zu bleiben. Deswegen wird der Mythos so oft es geht wiederholt.

Das Mittel des “Debunkens” ist dabei besonders beliebt. Es ist nämlich wahrscheinlich, dass man einer Aussage Glauben schenkt, wenn sie darauf basiert, dass sie eine andere, gelogene Aussage “widerlegt”. Dahinter steckt das einfach Denken “Das Gegenteil der Lüge muss die Wahrheit sein”. Wenn man eine solche “Enthüllung” der Wahrheit liest, ist man also eher dazu geneigt, ihr Glauben zu schenken, als sie zu hinterfragen. Das ist auch der Grund, weswegen solche Bildchen gerade auf Social Media (wo die Bereitschaft zur Recherche noch geringer ist) großen Einfluss gewinnen können.

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Artikelbild: pixabay.com, CC0

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