Es ist jetzt amtlich, schwarz auf weiß: Die Axel-Springer-Zeitungen WELT und BILD haben ihre Leserschaft mehrfach dreist getäuscht. Der Deutsche Presserat, das höchste Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse, hat mehrere Rügen gegen die rechten Medien ausgesprochen – wegen mehrerer grober Falschbehauptungen über NGOs. WELT hat Einspruch eingelegt – und der wurde jetzt abgelehnt. Das sind keine harmlosen Einzelfälle. Desinformation wie die von WELT ist Teil einer orchestrierten Kampagne gegen NGOs – mit dem Ziel, eine kritische Öffentlichkeit mundtot zu machen. Soeben forderte Bundesfamilienministerin Karin Prien, 200 NGOs den Geldhahn zuzudrehen – wohl nicht zufällig in einem Interview mit WELT. Diese Lügen sind dazu da, die kritischen Gegenstimmen zum Schweigen zu bringen.
Grottenschlechter Journalismus: WELT war bereits widerlegt, bevor sie ihre Fakes brachten
Mal von Anfang an: Die WELT hatte im Frühsommer 2025 behauptet, die EU-Kommission hätte in angeblichen "Geheimverträgen" Umweltverbände dafür bezahlt, Lobbyarbeit für den Klimaschutz zu betreiben, um Kohlekraft zu torpedieren und Handelsabkommen zu sabotieren. Eine Riesenstory, ein vermeintlicher Skandal. Nur: Die Geschichte war wie so oft bei WELT einfach dreiste Propaganda.

es gab keine Geheimverträge, keine bezahlte Auftragslobbyarbeit, keine gekauften Aktivisten. Was es gab, waren ganz normale Förderanträge, die NGOs selbst gestellt hatten – wie es bei öffentlicher Förderung seit Jahrzehnten üblich ist. Die EU-Kommission hatte niemanden beauftragt, und die betroffenen Umweltverbände kamen in der WELT-Berichterstattung nicht einmal zu Wort.
Der Faktencheck: WELT hat einfach dreist Desinformation verbreitet
Die WELT suggerierte - Achtung, hier kommt Desinformation ins Spiel -, die EU-Kommission habe Umwelt-NGOs mit geheimen Verträgen und Steuergeld dafür eingespannt, im Hintergrund Lobbyarbeit und sogar Klagen „im Auftrag“ der Kommission durchzuführen, um bestimmte „grüne“ Klimaschutz-Ziele durchzudrücken. Konkret behauptete WELT etwa, Brüsseler Beamte hätten sich mit Aktivisten bis ins Detail abgestimmt, um die Öffentlichkeit von der EU-Klimapolitik zu überzeugen – im Gegenzug seien Millionen Euro an Steuergeld an die NGOs geflossen. Einzelne Organisationen hätten bis zu 700.000 € pro Jahr erhalten.
Angeblich - nochmal: Das stimmt nicht! - sollte z.B. die Umweltrechts-Organisation ClientEarth mit EU-Geld deutsche Kohlekraftwerke verklagen, um den Betreibern „finanzielle und rechtliche Risiken“ aufzubürden (350.000 € habe man dafür gezahlt). Friends of the Earth Europe sei laut WELT sogar beauftragt worden, gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen zu kämpfen. Während andere Gruppen Geld für die Beeinflussung von EU-Politik erhalten hätten. Kurz: Die EU-Kommission habe im Geheimen Aktivisten dafür bezahlt, Kampagnen gegen Unternehmen und unliebsame Politik (z.B. Handelsabkommen) zu fahren – so das gelogene (!) Narrativ der WELT. ClientEarth hat dabei sogar einmal die Kommission selbst verklagt. So viel zu "regierungsnah."
Seriöse Medien wie die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT hatten die Vorwürfe bereits widerlegt, bevor die WELT sie als angebliche Neuigkeiten aufbereitete. Ironischerweise war unter den Medien, die ihren Job ordentlich gemacht haben, auch Politico – eine US-Schwester der WELT aus dem Hause Axel-Springer.
Hier die Wahrheit hinter dem Welt-Fake:
Politico (und andere) konnten 28 Verträge zwischen der EU-Kommission und NGOs einsehen und analysieren und fanden (im Februar 2025 bereits - Monate vor dem WELT-Text!) keinerlei Beleg, dass die Kommission grüne Gruppen dafür bezahlt hätte, in ihrem Namen Lobbyarbeit zu machen. Vielmehr zeigen die Dokumente, dass die Kommission völlig legal Beträge von max. 700.000 € jährlich an einige Umwelt-NGOs vergibt – aber als allgemeine Betriebskostenzuschüsse, nicht zweckgebunden für bestimmte Aktionen.
Die entsprechenden Förderprogramme (LIFE-Programm) wurden vom EU-Parlament bereits 2020 offiziell bewilligt und sind öffentlich ausgeschrieben. Ziel ist, den Stimmen der Zivilgesellschaft in Brüssel Gehör zu verschaffen, denn in den Lobby-Schlachten um EU-Gesetze haben wirtschaftliche Interessen mit riesigen Budgets oft Übergewicht. Nichts an dieser Praxis ist „schattig“ oder geheim: Die Förderbedingungen sind transparent. Und nirgendwo wird verlangt, dass NGOs dafür der Kommissionslinie folgen oder im Auftrag der Kommission Parlamentarier bearbeiten.
Die Organisationen müssen zwar vertraulich grob darlegen, was sie im kommenden Jahr vorhaben – aber dieses Arbeitsprogramm wird von den NGOs selbst geschrieben, nicht von der Kommission vorgegeben. Eine Zensur oder Weisung findet nicht statt. Entsprechend steht in jedem Vertrag sogar ein Disclaimer, dass die geäußerten Ansichten der NGO „nicht unbedingt“ denen der EU entsprechen. Kurz gesagt: WELT plapperte einfach eine alte rechte Verschwörungserzählung nach.
Die Liste aller geförderten NGOs ist öffentlich
Bleibt der Vorwurf der fehlenden Transparenz. Tatsächlich monierte der Europäische Rechnungshof im April 2025, dass die EU-Verträge mit NGOs teilweise unübersichtlich seien – er forderte etwa klarere Infos, welche Summen genau wofür fließen. Doch auch der Rechnungshof fand keinerlei Hinweis darauf, dass die Kommission nur regierungsnahe oder linientreue NGOs fördert.
Im Gegenteil: Die Liste aller geförderten NGOs und die jeweiligen Beträge sind öffentlich einsehbar. Die Auswahl der Projekte erfolgt über öffentliche Ausschreibungen mit festgelegten Kriterien (die NGO muss z.B. gemeinnützig, unabhängig von Parteien und Konzernen und EU-weit aktiv sein). Die Bewertung übernehmen Executive Agencies wie die Klimaschutz-Agentur CINEA – also nicht die Kommission selbst – und am Ende werden die Zuwendungen regelmäßig geprüft und auditiert. „Geheim“ oder „intransparent“ sieht anders aus.
Die EU-Kommission selbst hat die Vorwürfe, die WELT wieder hochgekocht hat, deutlich zurückgewiesen: Es gebe keine geheimen Verträge mit NGOs, man sei vielmehr sehr transparent bei diesen Finanzhilfen, die Empfänger und Summen stünden öffentlich im Finanztransparenzsystem. Außerdem, so ließ die Kommission wissen, würden keine NGO-Arbeitsprogramme genehmigt, die spezifische Aktivitäten gegen EU-Institutionen oder deren Vertreter vorsehen.
WELT-Stümperei vom Presserat zerfetzt
Doch leider war diese stümpferhafte Propaganda, wie sie inzwischen leider normal bei WELT ist, keine Blamage für das rechte Blatt. Schlimmer noch: Das unseriöse Propaganda-Medium hatte damit großen Erfolg. Obwohl die Wahrheit und die Faktenchecks bereits wochenlang im Umlauf waren, griffen andere Medien die falschen Anschuldigungen und das rechte Framing unkritisch auf und plapperten den Blödsinn nach. Allen voran die Tagesschau, was wir bei Volksverpetzer damals schon kritisierten.
Wenn rechtskonservative und immer unseriöser werdende Medien wie WELT, Cicero oder die NZZ die Kampagnen des ultrarechten NIUS oder Rechtsextremer aufgreifen, verleihen sie ihnen einen vermeintlich seriösen Anstrich. Sie fungieren als Transmissionsriemen, der Desinformation in den Mainstream spült. Journalisten, die sich auf eine Nachricht in der WELT verlassen, statt selbst zu recherchieren, werden so zu unwissentlichen Multiplikatoren einer gezielten Kampagne.
Es ist so peinlich für die deutsche Medienlandschaft, dass sie derart unseriöse Medien wie WELT und BILD (beide Axel-Springer) immer noch ernst nimmt und so unprofessionell ist, deren Inszenierungen abzuschreiben. Kein Wunder, dass rechte Fake News so erfolgreich sind, wenn auch die Top-Medien Deutschlands immer noch reihenweise darauf hereinfallen. Gegen die WELT-Propaganda wurde Beschwerde beim Presserat eingereicht.
Das Urteil des Presserats fiel entsprechend vernichtend aus: Eine "gravierende Irreführung der Leserschaft" und ein "schwerer Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht" – so die offizielle Begründung. Die WELT versuchte zunächst, die Rüge anzufechten, doch der Presserat bestätigte seine Entscheidung nun endgültig, wie man auf Anfrage von Volksverpetzer bestätigte. Die Rüge steht, sie ist nicht mehr anfechtbar. Und trotzdem stehen die falschen Artikel bis heute unverändert auf welt.de – seit Juni 2025.
Noch mehr Rügen gegen Anti-NGO-Axel-Springer-Hetze!
Aber wer sich denkt: Okay, das war ein Artikel und ein Fake. Gab es nicht mehr Vorwürfe gegen NGOs? Ja, und es gab auch noch mehr Rügen wegen Axel-Springer-Fakes über NGOs! Als Anfang 2025 wieder Millionen Menschen auf die Straßen gegen Rechts gingen, schwurbelte Axel-Springer, dass diese irgendwie mit "Steuergeldern" in Verbindung stehen würden. Natürlich auch alles Quatsch, versteht sich. Um kurz zusammenfassen, was dahintersteckt, zitiere ich am besten die Kollegen von Übermedien:
"Um es zusammenzufassen: In dem vom Presserat gerügten Text wirft die „Welt“ einem Verein vor, dass er mit Geld, das er lange vorher ausgegeben hat, eine Veranstaltung mitfinanziert hat, an der er gar nicht beteiligt war."

Auch wir haben die demokratiefeindliche Desinformation seinerzeit bereits zerlegt und angeprangert:
Auch das rügte der Presserat. Die Kritik: Die WELT-Autorin hatte keinen einzigen Beleg für ihren Unsinn geliefert. Die WELT war mit ihren Lügen gegen NGOs nicht allein. Das Schwesterblatt BILD verbreitete die gleiche rechte Propaganda. 31 Beschwerden waren allein zu diesem Artikel eingegangen. Und auch hier stellte der Presserat fest: Für die zentrale Behauptung des Artikels gab es schlicht keine Belege.

Bereits im Juni 2025 hatte der Presserat die WELT für einen WEITEREN Kommentar gerügt, in dem Chefkommentator Andreas Rosenfelder unter anderem Campact, HateAid und Omas gegen Rechts als "verfassungswidrige Institutionen" bezeichnete – eine laut Presserat "erheblich falsche" und rufschädigende Tatsachenbehauptung.
So wollen dich die rechten Medien manipulieren!
So viele Lügen, so viele falsche Anschuldigungen, so viele Rügen. Und das Ziel ist klar: Das ist eine orchestrierte Kampagne gegen zivilgesellschaftliche Organisationen. Man möchte Misstrauen erzeugen, damit die geförderten Organisationen, die sich gegen Desinformation, Hass im Netz und für die Demokratie einsetzen, der Geldhahn zugedreht werden kann. Damit sie pleitegehen, schrumpfen. Und kritische Gegenstimmen zu den gut bezahlten rechten Medien fallen weg. Die – wie man hier glasklar sehen kann – mit Desinformation die Meinungshoheit dorthin lenken, wo sie wollen. Ungestört.
Wer aber finanziert eigentlich die Medien, die diese Lügen in die Welt setzen? Bisher unerwähnt, aber von den Rügen verschont, weil man sich einfach gar nicht erst dem Pressekodex unterwirft: Das ultrarechte Portal NIUS. Das wird mit Millionen vom Multimillionär Frank Gotthardt finanziert, einem Unternehmer mit engen Verbindungen in die CDU hinein, unter anderem über den Wirtschaftsrat der CDU. Auch Verbindungen zu Jens Spahn oder Julia Klöckner. Dabei brisant: Gotthardts Firmen verdienten Millionen mit Aufträgen aus dem Gesundheitsministerium. Damals unter Jens Spahn.
Überreiche, die gut vom Staat profitieren, gegen kleine NGOs
Der Axel-Springer-Verlag, zu dem WELT und BILD gehören, gehört dem Milliardär Mathias Döpfner – jenem Döpfner, der nachweislich seine Redaktionen angewiesen hat, in den Wahlkampf einzugreifen ("Please stärke die FDP"), und der dafür gesorgt haben soll, dass dessen Freund Elon Musk in der WELT einen Aufruf zur Wahl der rechtsextremen AfD veröffentlichen durfte. Döpfner wurde übrigens erst durch Schenkungen der Axel-Springer-Anteile Milliardär – die übrigens skandalöserweise weitestgehend steuerfrei waren.
Ausgerechnet diese von Überreichen finanzierten Medienmaschinen werfen Organisationen, die sich von Kleinspenden und Mitgliedsbeiträgen finanzieren, eine angeblich unzulässige staatliche Finanzierung vor. Manche Organisationen werden teilweise vom Staat gefördert für einzelne, gute Projekte. Aber eben nicht mal alle, die hier in einen Topf geworfen werden.
Campact etwa finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge – die von NIUS verbreitete Behauptung, Campact erhalte staatliche Gelder, ist nachweislich falsch. NIUS musste wegen der Verbreitung solcher Falschmeldungen mittlerweile zahlreiche gerichtliche Niederlagen hinnehmen. Auch Volksverpetzer wird zu 100 % durch Crowdfunding finanziert, und auch wurden rechte Medien schon verurteilt, weil sie über uns was anderes behauptet haben.
Zivilgesellschaft unter Druck
Die Studie "Zivilgesellschaft unter Druck" von LobbyControl zeigt systematisch auf, was hinter diesen Kampagnen steckt. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet jene Organisationen angegriffen werden, die sich den Geschäftsinteressen mächtiger Konzerne entgegenstellen. Von den 100 größten Lobbyakteuren in Berlin stammen 81 aus der Wirtschaft. Nur sieben sind NGOs im weiteren Sinne – und dazu zählen schon Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder der ADAC. Die 20 größten Lobbyakteure aus der Wirtschaft investieren das 15-fache dessen, was die 20 größten Umweltverbände für Lobbyarbeit ausgeben. In Brüssel gaben 2023 allein die 50 größten Unternehmen und Wirtschaftsverbände 190 Millionen Euro für Lobbyarbeit aus.
Wer erzählt da also wem etwas von übermächtigen NGOs?
Die Studie zeigt: Hinter den Kampagnen verschränken sich autoritäre Interessen mit Konzerninteressen. Autoritäre Kräfte wollen kritische Stimmen schwächen, um ihre Macht auszubauen – ein Muster, das sich in Ungarn unter Orbán und in Russland unter Putin längst beobachten lässt. Konzerne, die von Öl-, Gas- und Pestizidgeschäften profitieren, sehen ihre Geschäftsmodelle durch das Engagement von Umweltverbänden bedroht.
Die neue "Initiative Transparente Demokratie", die gegen NGOs polemisiert, wurde von PR-Beratern mit Verbindungen zur Chemieindustrie gegründet. Unter ihren Gründungsmitgliedern: der Leiter Konzernkommunikation der Bayer AG und der Geschäftsführer der arbeitgeberfinanzierten PR-Organisation INSM. Eine Studie der Maecenata Stiftung analysiert detailliert, wie das "Anti-NGO-Narrativ" von NIUS mit Pauschalisierungen, Auslassungen und Unterstellungen arbeitet.

Das Drehbuch dieser Kampagnen folgt einem klaren Muster: Erst Desinformation streuen, dann die Organisationen diffamieren, dann ihnen die Finanzierung entziehen. NIUS erfand dafür den Begriff "NGO-Komplex" und zeichnet das Feindbild eines angeblich mächtigen Geflechts elitärer Organisationen, die gegen das "ehrliche Volk" arbeiten. Die WELT bezeichnete NGOs als angeblichen "deep state" oder "Schattenstaat" – ein Begriff, der direkt aus dem Verschwörungsmilieu der QAnon-Bewegung und Trumps MAGA-Umfeld stammt.
Und die CDU/CSU griff diese Begriffe dankbar auf: In einer parlamentarischen Anfrage mit 551 Suggestivfragen zur Finanzierung zivilgesellschaftlicher Organisationen übernahm die Unionsfraktion direkt das Framing der WELT. Und alles basierte auf Lügen.
Übrigens
Monika Hohlmeier, die CSU-Europaabgeordnete, die auf EU-Ebene am lautesten gegen NGOs trommelt, hat eine bezahlte Nebentätigkeit beim bayerischen Agrarkonzern BayWa. Dasselbe Unternehmen erhält selbst 6,5 Millionen Euro aus dem EU-Programm LIFE, das Hohlmeier wegen der Förderung von Umweltverbänden attackiert – weit mehr, als eine einzelne NGO aus demselben Topf an Betriebskostenzuschüssen erhalten darf. Unionsfraktionsvize Matthias Middelberg drohte Vereinen mit dem Entzug von Fördergeldern, sollten sie sich an Protesten gegen den Bruch der Brandmauer beteiligen. Familienministerin Karin Prien kündigte an, Organisationen aus dem Programm "Demokratie leben" mit einer breit angelegten Verfassungsschutzprüfung zu überziehen. Und will ihnen jetzt die Förderung streichen.
Die Wirkung zeigt sich schon jetzt. In Salzwedel und Bautzen lehnten Stadträte mit Stimmen von AfD und CDU Fördergelder für Demokratieprojekte ab. Laut dem Ziviz-Survey äußern sich bereits tausende Vereine in Deutschland aus Angst vor dem Verlust ihrer Gemeinnützigkeit nicht mehr oder nur noch eingeschränkt politisch. Auch Volksverpetzer wurde schon die Gemeinnützigkeit entzogen, weswegen wir umso mehr auf Spenden angewiesen sind.
Die Abschaffung von Verbandsklagerechten bei Infrastrukturvorhaben steht im Koalitionsvertrag der Regierung Merz. In Brüssel dürfen Umweltorganisationen mit EU-Fördergeldern keine direkte Lobbyarbeit mehr leisten. Organisationen bauen Stellen ab, berichtet Politico. Der erste Schritt des autoritären Drehbuchs – die Diffamierung – ist in Deutschland Realität geworden. Der zweite – die Streichung der Mittel – hat begonnen.
Ein Licht auf die Axel-Springer-Machenschaften werfen
Was können wir dagegen tun? Erstens: sich nicht einschüchtern lassen. Zivilgesellschaftliche Organisationen sind kein "Komplex" und kein "Schattenstaat", sondern das Rückgrat einer funktionierenden Demokratie. Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Große Umweltverbände wie NABU, BUND oder Greenpeace haben jeweils deutlich mehr Mitglieder als CDU oder SPD. Wer diese Organisationen schwächt, schwächt die Demokratie – und stärkt genau jene Konzerninteressen, die ohnehin schon massiv überrepräsentiert sind.
Zweitens: Unterstützt die Organisationen, die jetzt unter Druck stehen. Mit Spenden, mit Mitgliedschaften, mit eurem Engagement. Campact, HateAid, die Omas gegen Rechts, der BUND, die Deutsche Umwelthilfe, LobbyControl – sie alle leisten Arbeit, die in einer Demokratie unverzichtbar ist. Und genau deshalb werden sie angegriffen. Und natürlich auch gerne uns, Volksverpetzer.
Drittens: Lasst euch nicht indoktrinieren. Wenn ihr das nächste Mal einen Artikel lest, der NGOs als übermächtige Lobby oder als staatlich gesteuerte Aktivisten darstellt, fragt euch: Wer hat diesen Artikel geschrieben? Wer finanziert das Medium? Und welchen Interessen dient diese Erzählung? Und: Haben sie Belege oder nur Geraune? In den allermeisten Fällen werdet ihr feststellen: Es sind die wirklich Mächtigen, die sich mit Desinformation als Opfer inszenieren, während sie diejenigen angreifen, die ihnen als Einzige noch etwas entgegensetzen.
Und jetzt die bittere Pointe: Die Lügen der WELT über angebliche Geheimverträge gingen viral. Sie wurden von Dutzenden Medien aufgegriffen, von Politikern zitiert, in parlamentarische Anfragen übernommen. Sie haben realen politischen Schaden angerichtet und dazu beigetragen, dass Organisationen ihre Förderung verlieren und Menschen sich nicht mehr trauen, sich politisch zu engagieren. Und jetzt, wo der Presserat diese Berichterstattung mit seinem schärfsten Mittel als das verurteilt hat, was sie war – eine gravierende Irreführung –, bekommt das kaum jemand mit. Hinter den Lügen stehen Millionen an Euros. Hinter der Wahrheit stehen Millionen Menschen. Jetzt liegt es an euch.
Artikelbild: Annette Riedl/dpa, Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. https://www.volksverpetzer.de/ueber-uns/#KI
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