Es sind sie selbst!
Kein Scherz: Volksverpetzer erhält jetzt Geld von der Desinformations-Seite "Nachdenkseiten". Weil sie nach einem Gerichtsurteil jetzt zur Zahlung einer Vertragsstrafe verurteilt wurden, da sie behauptet haben, wir wären vom Staat finanziert. Wir werden aber zu 100 % durch Crowdfunding finanziert – und naja, jetzt zu einem kleinen Teil auch durch Nachdenkseiten. Vielleicht hätten sie vor dem Posten auf ihrer Seite ein wenig mehr nachdenken sollen. Lies hier mehr darüber, welche "Eliten" wen bezahlen oder nicht:
Machen wir einen zu guten Job?
Wie kann es sein, dass der Anti-Fake-News-Blog Volksverpetzer Millionen Menschen im Netz mit Aufklärung über Desinformation und Rechtsextremismus erreicht? Dass wir so viele Preise gewonnen haben, dass wir Broschüren, Workshops, Podcasts, Reden und eine Petition ins Leben rufen? Dass man trotz eines kleinen Teams nur mit guter Recherche und cleverer Social-Media-Strategie so erfolgreich sein kann, das können viele nicht glauben. Vollständig durch Crowdfunding finanziert, eine intrinsische Motivation, sich für die Wahrheit und Demokratie einzusetzen? Unmöglich! Da muss noch mehr, bisher unbekanntes Geld dahinterstecken – das glauben zumindest offenbar die Fake-News-Freunde.
Für viele Rechtsextreme und Desinformationsverbreiter war klar: Da muss staatliche Finanzierung dahinterstecken. Die AfD fragt regelmäßig in kleinen Anfragen die Regierung, ob die nicht heimlich finanziell hinter unserem Blog steht. Leider vergisst sie dann immer, ihre Erkenntnisse auch der Öffentlichkeit gewohnt lautstark bekanntzugeben, daher übernehmen wir das gerne: Die AfD fand stets heraus, dass wir keinen Cent vom Staat bekommen. Tja.
Volksverpetzer war Putin-Propagandisten ein Dorn im Auge
Wer Faktenchecks macht und sich für die Wahrheit einsetzt, der landet früher oder später unter anderem automatisch auf der Abschussliste der Pro-Putin-Propagandisten. So ging es uns natürlich auch. Putin bezahlt Millionen für Propaganda, um unsere freien Demokratien zu schwächen. Wer diese Propaganda faktencheckt, muss aus dem Weg geschafft werden. Der in Russland sitzende Pro-Putin-Propagandist Thomas Röper von „Anti-Spiegel“ hatte uns bald ins Visier genommen, weil wir etliche seiner Lügen über den völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine widerlegt hatten. Und auch eine sehr erfolgreiche Analyse über eine andere Pro-Putin-Propagandistin. Das mündete in einem gezielten Propaganda-Angriff auf uns.
Doch wir ließen uns natürlich nicht beirren und konterten einfach mit mehr Recherche und Faktenchecks über seine Methoden. Also versuchte er, unsere Glaubwürdigkeit mit weiteren Lügen anzugreifen: Er verbreitete die Lüge, wir würden vom Staat bezahlt werden. Wir wären ja gerne dagegen juristisch vorgegangen, aber ich nehme an, Röper weiß, warum er in Russland sitzt, wo er vor der deutschen Justiz sicher ist. Röper wird übrigens offiziell von der EU wegen Russland-Propaganda sanktioniert.

Nachdenkseiten wird verurteilt
Weniger elegant hat sich da dann der ideologisch verbündete Blog "Nachdenkseiten" angestellt, ebenfalls dafür bekannt, eine pro-russische Fake-News-Schleuder zu sein. Denn die sitzen in Deutschland. Sie hatten die Lügen Röpers über uns auf ihrem Blog einfach ungeprüft bei sich veröffentlicht. Sie behaupteten in einem geteilten Beitrag wörtlich, wir seien von der Bundesregierung finanziert. Das ist nun mal gelogen.
Wir haben damals eine Abmahnung geschickt – und "Nachdenkseiten" hatte sogar eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und sich bereit erklärt, die Falschbehauptung über uns nicht mehr zu wiederholen. Doch dann hatten sie sogar nicht nur keine Richtigstellung gepostet, sie hatten die Falschbehauptung nicht mal vollständig entfernt. Also zogen wir vor Gericht. Und jetzt gab es das Urteil beim Landgericht Landau in der Pfalz: Wir haben in allen Punkten gewonnen!

Gericht: "Es besteht keine Tatsache, auf der ein Verdacht fußen könnte"
Das Landgericht Landau in der Pfalz hat geurteilt, dass Nachdenkseiten nicht mehr behaupten darf, Volksverpetzer werde unter „Demokratieförderung“ von der Bundesregierung finanziert, um „im Sinne der Bundesregierung“ Meinung zu beeinflussen, und hat sie auch zur Zahlung einer Vertragsstrafe verurteilt, weil diese Behauptung nach der abgegebenen Unterlassungserklärung weiter online auftauchte. Wir kriegen jetzt die Anwaltskosten, die Vertragsstrafe plus Zinsen, und sie müssen die Kosten für den Prozess tragen – ein mittlerer vierstelliger Betrag für uns.
Nachdenkseiten wollte sich vor Gericht unter anderem damit herausreden, dass die Falschbehauptung, wir seien staatlich finanziert, eine zulässige Wiedergabe eines Verdachts gewesen sei. Das Gericht ließ das nicht gelten und sagte wörtlich: "Es besteht keine Tatsache, auf der ein Verdacht fußen könnte". Das Gericht erklärte, dass dieser Vorwurf unserer Glaubwürdigkeit "in erheblicher Weise abträglich" sei.
Warum ständig der "Ihr seid bezahlt!" Vorwurf?
Okay, jetzt hatten wir viel Spaß damit, dass wieder mal vor Gericht aufgeflogen ist, dass unseriöse Seiten nun mal unseriös sind, weil sie (ungeprüft oder mit Absicht) Falschinformationen in die Welt setzen. Es ist nicht der einzige Fall. Ohne zu viel zu spoilern: Vielleicht laufen auch schon gerade weitere Verfahren gegen andere Fake-News-Seiten zum genau gleichen Aspekt … Sagen wir es so: Irgendwann lernen es vielleicht auch die letzten, dass Volksverpetzer völlig unabhängig ist. Solange müssen wir aber eben auch teure Anwälte bezahlen. Wer uns dabei helfen möchte, das zu finanzieren, kann gerne hier einmalig spenden oder einen Dauerauftrag einrichten:
Denn ja, wir können solche juristischen Auseinandersetzungen nur führen, weil ihr unsere Arbeit möglich macht. Und wir bekommen gelegentlich auch etwas Geld in derartigen Prozessen – das reicht jedoch natürlich nicht, um irgendetwas auszugleichen. Im letzten Jahr hatten wir zehntausende Euro Ausgaben für Anwälte und Gerichte. Und wir haben dabei alle Verfahren gewonnen! Damit kommen wir dem Grund für diese vielen Lügen auch näher. Ich möchte mir einmal kurz die Zeit nehmen und das erklären, was für dich vielleicht selbstverständlich ist. Aber trotzdem einmal gesagt werden muss.
Es ist natürlich auch der Grund, dass wir Zeit und Geld verschwenden, uns gegen falsche Vorwürfe zu wehren. Und natürlich wollen sie, wie das Gericht auch feststellte, unsere Glaubwürdigkeit angreifen. Wenn wir vom Staat oder sonst wem dazu beauftragt wären, ihre Propaganda zu widerlegen, müsste man uns nicht mehr ernst nehmen. Denn wir machten das ja nur fürs Geld, nicht – so die Logik – weil wir Recht hätten. Es ist eine gute Waffe im Meinungskampf – wenn man nicht mit Inhalten und Fakten überzeugen kann (weil man keine hat), kann man auch einfach die Glaubwürdigkeit der Gegenseite angreifen (wieder ohne Fakten, aber das ist ja denen egal).
Weil sie bezahlt werden?
Und ein weiteres Phänomen ist: Oft ist es auch einfach Projektion. Denn viele derjenigen, die derartige Vorwürfe bringen, machen das nun mal für Geld. Sie denken, die Gegenseite wird es genauso tun. 2024 nahmen die US-Behörden beispielsweise ein großes russisches Propaganda-Netzwerk hoch. Das bestand aus gefälschten News-Seiten, Bot-Netzwerken, Propaganda mit Interviews mit AfD-Politikern und dem Bezahlen von Influencern, die Narrative verbreiten, die Putin entgegenkommen.
Die Lüge, um die es in diesem Text ging, die Nachdenkseiten übernommen hatte, stammt buchstäblich von einem EU-sanktionierten Propagandisten, der sich auch mit dem russischen Außenminister ablichten lässt. Nachdenkseiten hat gleich mehrere Autoren, die auch für den russischen Staatspropaganda-Sender RT geschrieben haben oder sogar offenbar noch weiterschreiben. RT gehört buchstäblich dem russischen Staat. Ihr wisst, warum ich an Projektion bei diesen Vorwürfen denke.

Es gibt Ermittlungen zu mutmaßlichen Zahlungen an (teils) rechtsextreme Akteure, u. a. im Umfeld der AfD. Und vergessen wir nicht auch die Finanzierung von Desinformationsseiten durch mächtige Milliardäre. Elon Musk, der reichste Mann der Welt, unterstützt die AfD, auch Putin, einer der mächtigsten Menschen der Welt, tut das. Und US-Präsident Trump natürlich auch. 2025 hat die AfD mit Abstand die meisten Großspenden von allen erhalten und mächtige Medienkonzerne unterstützen sie direkt und indirekt mit rechten Narrativen und Desinformation.
Das rechtsradikale Desinformations-Portal NIUS verbreitet AfD-Narrative und wird fast vollständig von einem rechten Multimillionär finanziert. Der Milliardär Mathias Döpfner, ein großer Miteigentümer vom Axel-Springer-Verlag, zu dem Zeitungen wie BILD und WELT gehören, die ebenfalls regelmäßig Desinformation verbreiten, wird verdächtigt, dafür gesorgt zu haben, dass der Faschist Musk in der WELT einen Wahlaufruf zur AfD verbreiten durfte. Döpfner und Musk sind befreundet. Musk feierte mit Döpfner dessen 60. Geburtstag – unter anderem mit einer rechtsextremen NIUS-Autorin.
"Vertreter der Herrscherklasse"
Der vielleicht größte Trick der extremen Rechten und anderer Desinformationsverbreiter, die teilweise buchstäblich Angestellte der Milliardäre sind, der mächtigsten und reichsten Männer der Welt, ist, ihre Kritiker und die Faktenchecker als die Verteidiger des "Systems" zu diffamieren. Ich zeige euch mal ein aktuelles Beispiel von mir selbst.
Nach einem wieder mal schrecklich argumentarmen Shitstorm gegen mich persönlich, Thomas Laschyk, wurde das wieder mal schön plastisch deutlich, drüben auf X:
Argumente? Keine. Und ich wurde nicht nur aufgrund meines Aussehens angegriffen. Aber neben den üblichen Drohungen und Beleidigungen, die wir natürlich angezeigt haben, gab es auch einen Blogpost, der meine Mimik analysierte (?? – kein Scherz!) - und ich wurde darin witzigerweise als "Vertreter der Herrscherklasse" bezeichnet.
Das ist das Narrativ, das sie hier aufbauen und das niemand hinterfragt. Während die mächtigsten Menschen der Welt (no pun intended) sie unterstützen, werden manche von ihnen bezahlt, einen kleinen, unabhängigen Blog aus Augsburg mit 15 Mitarbeitern als "Herrscherklasse" zu bezeichnen. Weil ihnen nicht gefällt, dass wir uns für die Fakten und die Demokratie einsetzen. Mit dem Image des "Underdogs" lässt sich gut Meinungshoheit erkämpfen. Insbesondere auf freundlich gesonnenen Social-Media-Plattformen.
Deshalb noch mal: Wenn auch ihr zur "Herrscherklasse" gehören wollt, die unsere Arbeit finanziert, schaut gerne hier vorbei. Dazu darf jeder gehören, der will. Nur in Ausnahmefällen passiert das gegen den eigenen Willen – wie diesmal bei Nachdenkseiten.
Artikelbild: canva.com/Volksverpetzer
