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Yale-Paper: Rechte Republikaner sterben öfter an Covid

von | Dez 14, 2022 | Analyse

Ein neues Arbeitspapier von Autoren der renommierten Yale University in den Vereinigten Staaten zeigt, was bereits mehrere Studien untersucht haben: Die Parteizugehörigkeit hat Einfluss darauf, ob man wahrscheinlicher an Covid-19 erkrankt und infolge dessen stirbt. Republikaner haben eine deutlich höhere Übersterblichkeit als Demokraten. Auch aus Gesundheitsgründen gilt demnach: Keinen Millimeter nach Rechts!

Manche von euch werden jetzt wahrscheinlich denken: nicht schon wieder ein Beitrag vom Volksverpetzer darüber, dass man sich doch gefälligst impfen soll. Wie immer bei Volksverpetzer sagen wir euch nicht, was ihr machen sollt, sondern liefern euch die echten Fakten, Zahlen, Statistiken und den Kontext, den euch andere bewusst verschweigen. Was ihr damit macht, ist eure Entscheidung. Deswegen bereiten wir euch in diesem Artikel auf, was die wichtigen Punkte des neuen Yale-Papers sind und wie ihr dadurch vielleicht ein paar Impfskeptiker:innen in eurem Umfeld erreicht oder möglicherweise sogar selbst zum Nachdenken angeregt werdet.

Es sterben mehr Republikaner an Covid als Demokraten

Die Autoren untersuchten in ihrem jetzt veröffentlichten Arbeitspapier, wie die Übersterblichkeit unter Republikanern und Demokraten in den Bundesstaaten Ohio und Florida während der Pandemie ausfiel. Die Ergebnisse sind alarmierend: 2020, als noch keine Impfstoffe zur Verfügung standen, gab es fast keine nennenswerte Unterschiede. Seitdem sich dann aber jede:r US-amerikanische Erwachsene gegen Covid-19 impfen konnte, lag die Übersterblichkeit unter Republikanern weit höher als die der Demokraten. Ein klares Indiz dafür, dass Impfskepsis der Grund für die Diskrepanz ist.

Quelle: Yale-Working Paper (PDF)

Aber was hat Parteizugehörigkeit mit Impfskepsis zu tun?

Um diese Frage zu beantworten, kann man sich einfach mal einen Tweet von Marjorie Taylor Greene gönnen, republikanische Politikerin, Vertreterin von Georgia im Repräsentantenhaus, Rechtsextremistin, Q Anon-Anhängerin und treuer Fan von Donald Trump. Eindrucksvolle Vita auf jeden Fall.

In diesem Tweet vom 6. Juli 2021 kritisiert sie Joe Biden’s umfangreiche Impfaktion, die sie als Menschenexperiment bezeichnet. „Medizinische Braunhemden“ würden im Zuge der Impfungen Kontrolle über die Bevölkerung erlangen wollen.

Quelle: Screenshot fr.de

In nur 48 Worten einen Nazi-Vergleich und einen Verschwörungsmythos unterzukriegen, gehört definitiv zu ihren Top-Skills. Ihr Nazi-Vergleich (brown shirts) passt zum Weltbild, das sie als Verschwörungserzählerin entwerfen will: Der US-Staat wolle Kontrolle über die Bürger:innen erlangen und sie zur Impfung zwingen. Dabei von einem Menschenexperiment zu sprechen, ist so absurd, dass es fast schon lächerlich wirkt – und gleichzeitig erschreckend, wenn man die Reichweite dimensioniert, die sie und andere Verschwörungstheoretiker:innen in den USA erreichen. Deswegen wollen wir der Wahrheit ausreichend Platz einräumen: Ja, die Impfstoffe wurden vor der Zulassung ausreichend getestet und nein, es kam im Zuge des beschleunigten Zulassungsverfahrens nicht zu Qualitätsmängeln. Verschiedene Check-Phasen liefen einfach nur gleichzeitig ab, während Formalitäten aufgrund der großen Dringlichkeit auch beschleunigt erledigt wurden.

Klar, die Einstellung von Taylor Greene ist extrem und ja, es gibt auch gemäßigte Strömungen unter den Republikanern. Fakten und Zahlen sprechen Republikanern allerdings grundsätzlich ab, die von ihnen verwalteten US-Staaten verantwortungsvoll durch die Pandemie geführt zu haben, wie diese Studie belegt.

Republikaner mit schlechtem Pandemie-Management

Mangelndes Vertrauen in die Wissenschaft hat sich bereits 2020, also bevor die Impfungen auf den Markt kamen, als roter Faden durch die Pandemie-Politik der Republikaner gezogen. Ja, Masken schützen vor Ansteckungen mit dem Virus, ja, Social Distancing ist eine effektive Maßnahme zur Eindämmung von SARS-CoV-2 und ja, Quarantäneregelungen machen Sinn. Haben manche Republikaner aber anders gesehen:

Ab Juni 2020 gab es in republikanisch geführten US-Bundesstaaten mehr Covid-19-Fälle, ab Juli 2020 mehr Tote im Zusammenhang mit Covid-19 und ab September 2020 wurde in eben diesen Staaten auch weniger getestet. Republikanische Gouverneure haben ebenfalls weniger schnell Ausgangssperren und die Pflicht zum Maskentragen verhängt. Demokratische Gouverneure haben dagegen längere (und damit in den Corona-Wellen effektivere) Ausgangssperren eingeführt. Untersucht wurde dies 2021 in einer Studie zum Zusammenhang zwischen politischer Ausrichtung der Gouverneure und Corona-Statistiken. Ehrlicherweise auch traurig für Democrats-Wähler:innen dort, die können ja nichts dafür. Wir haben die Lektion jedenfalls gelernt – Augen auf beim Wahlgang!

Auch in Deutschland: Corona für Rechte gefährlicher!

Allein im Jahr 2021 haben die Impfungen gegen Covid-19 gut 14 Millionen Menschen auf der Welt das Leben gerettet. Vom Schutz gegen schwere Verläufe und gegen Post-Covid mal ganz abgesehen, wie wir gleich noch sehen werden. Eine ziemlich hohe Zahl, die noch hätte höher sein können, wenn die Impfskepsis auch hier in Deutschland nicht so hoch ausgefallen wäre. Auffällig ist in Deutschland nämlich die Korrelation von Gebieten, in denen die AfD stark ist mit der vergleichsweise geringen Impfquote dort.

Quelle: Screenshot dw.com
Quelle: rki.de

Wie die AfD strukturell Stimmungsmache gegen Impfungen macht und wie sich das auf die Todeszahlen ihrer eigenen Mitglieder auswirkt, schrieb Volksverpetzer bereits im Februar.

Nach wie vor ist Impfen die bessere Entscheidung

Impfungen schützen vor schweren Krankheitsverläufen und zu 99 Prozent vor dem Tod durch Covid-19. Rechter Propaganda zu vertrauen, kostet dich also unter Umständen das Leben! Es war in der Geschichte der AfD wahrscheinlich nie gefährlicher, dort Mitglied zu sein, als während der Pandemie. Okay, vielleicht kommt man auch nur ins Gefängnis, zugegebenermaßen.

Übrigens: Auch Long-Covid ist eine ernstzunehmende Krankheit, die uns wahrscheinlich in Zukunft noch mehr beschäftigen wird, als uns lieb ist. Good News: auch hier schafft die Impfung Abhilfe. Wer gegen Corona geimpft ist, ist auch um einiges weniger wahrscheinlich von Long-Covid betroffen.

Fazit: Impfung gönnen statt Rechts wählen!

Wir halten also fest: Die von den Republikanern propagierte Wissenschaftsskepsis trägt an bis zu 60.000 vermeidbaren Covid-19-Toten in den USA Mitschuld. Impfskeptiker verlängern zudem nicht nur die Pandemie, sondern nehmen auch in Kauf, deutlich wahrscheinlicher an Long-Covid zu erkranken und belasten so das Gesundheitssystem auf unabsehbare Zeit. Und: rechte Impfskepsis ist international – auch in Deutschland spüren wir deren Folgen.

Was bleibt uns an dieser Stelle zu tun? Ihr erratet es wahrscheinlich schon: lasst euch bitte bitte impfen beziehungsweise boostern! Es ist so einfach, tut fast nicht weh, ist kostenlos und hat dafür ganz weitreichende Auswirkungen – wir bremsen damit die Pandemie ein, schützen uns selbst und andere auf kurze und lange Frist! Konfrontiert Impfskeptiker:innen, die ihr erreichen könnt, mit diesen Daten und Fakten. Vielleicht hilft es ja etwas.