Studie: AfD-Wähler sind nicht abgehängt, sondern einfach nur rassistisch

Bericht

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AfD wird wegen Fremdenfeindlichkeit gewählt.

Eine Studie des German Socio-Economic Panels analysiert die Einstellungen der Menschen, die die rechtsextreme AfD wählen. Entgegen den Ergebnissen anderer Studien, die teilweise „Modernisierungsverlierern“ eine stärkere Neigung attestieren, AfD zu wählen, hat Martin Schröder der Phillips-Universität Marburg etwas anderes festgestellt. Faktoren wie niedrige Bildung, Unzufriedenheit mit der Demokratie, erhöhter Fleischkonsum und Sorgen um Kriminalität sind hier häufiger zu finden.

Sobald man aber auf Einstellungen zu Flüchtlingen und Zuwanderern kontrolliert, verschwinden diese. Sprich: Hauptgrund dafür, die rechtsextreme Partei zu wählen, ist am Ende immer noch eine fremdenfeindliche Einstellung. „Zugespitzt kann man deswegen sagen, dass AfD-Unterstützer Ausländern gegenüber feindlich eingestellt sind, sich ansonsten aber kaum von sonstigen Deutschen unterscheiden.“



Deswegen muss man auch keine „Sorgen“ ernst nehmen

Nach den Ergebnissen der Studie ist es also falsch, fremdenfeindliche Aussagen oder (Straf-)Taten als fehlgerichtete ökonomische oder soziale Sorgen zu verharmlosen. Schröder schreibt: „Da die AfD-Unterstützer eher Bedenkengegenüber einer kulturellen Unterwanderung als vor ökonomischem Schaden äußern, dürften sie auch nicht von ihrer AfD-Präferenz abzubringen sein, indem man ihnen wirtschaftliche
Vorteile von Zuwanderung nahelegt.“

Wer die rassistische Gesinnung dieser Politik in den Hintergrund rückt und durch sozio-ökonomische Ängste erklären will, liegt nicht nur falsch. Auch begeht er den gefährlichen Fehler, die fremdenfeindlichen Absichten der Partei zu verharmlosen. AfD-WählerInnen haben im Vergleich zum Rest deutlichere fremdenfeindliche Positionen. Und wählen die Partei wegen ihres Rassismus, nicht trotz dessen.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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  1. Marc sagt

    Thomas Laschyk
    Hast Du auch die „Eier“ Deine Behauptungen gegenüber echten Menschen so zu äußern, oder fehlt Dir da etwas entscheidendes…? Ich meine Mut und Charakter. 🤓
    In einem Blog so einen Bullshit zu schreiben ohne vermutlich auch nur einmal mit einem von der AFD gesprochen zu haben oder sonst irgendwelche Fakten und Belege zu haben….da fällt mir nix mehr dazu ein…… 🙄

  2. Thomas Laschyk sagt

    Also ich hab hier eine Studie zitiert. Das sind ganz ordentlich viele Fakten und Belege, finde ich. Wer behauptet, ich würde nicht regelmäßig mit AfDlern sprechen, ohne Belege zu liefern bist hingegen du 😉

  3. Munch sagt

    Was hat das mit „Eier haben“ zu tun? Oder wollen sie andeuten dem Autor Gewalt anzutun wenn er sich „traut“ sich vor sie zu stellen und den Beitrag zu zitieren?

    Davon einmal abgesehen ist es lustig, dass Sie Belege fordern, dann aber doch das „reale Gespräch“ vorziehen, indem man meist keine Belege in der Tasche hat. Oder laufen sie mit einem Aktenkoffer voller Zeitungsauschnitte und Studien rum um auf jede Diskussion vorbereitet zu sein?

    Ist nicht eher derjenige Feige, der unter solch einen Artikel indirekte Drohungen postet, zu einer Studie die mit entsprechenden Quellenlinks versehen wurde „Belege“ fordert und dann selbst Behauptungen aufstellt die er nicht belegen kann?
    Ich mein klar, es ist wesentlich einfacher mit erfundenen und widerkehrenden Scheinargumenten im „verbalen“ Gespräch zu kontern, denn dort ist es nicht in der art möglich gegen zu recherchieren…. mit „Mut“ o.ä. hat das aber nichts zu tun…. Wer keine Argumente hat muss diese Erfinden, wer Angst vor Gegenwind in Form von tatsächlichen Belegen hat, der Pöbelt dann rum das man ihm das doch ins Gesicht sagen solle…..

  4. Rudolf Winzen sagt

    Der Artikel ist irreführend. Es geht schon bei der Überschrift los: Diese Studie „zeigt“ überhaupt nichts, sondern sie ist *eine* Studie unter vielen, die halt andere Ergebnisse hat als die anderen. Sowas kommt immer wieder vor (in den Sozialwissenschaften öfter mal, in den Naturwissenschaften aber auch oft genug). Weiter: Wer „fehlgerichtete ökonomische oder soziale Sorgen“ bei den AfD-Wählern diagnostizert, „verharmlost“ die Ausländerfeindlichkeit dieser Leute damit keineswegs, sondern zieht schlicht und einfach andere Schlüsse als die Autoren der Studie. Der Autor des Artikels macht den Fehler, die Ergebnisse diese Studie (wie gesagt: eine unter vielen) zu verabsolutieren.

  5. Kai sagt

    Das AfD-Wähler nur Protestwähler sein sollen, kam mir schon länger spanisch vor. Da deren „Erfolg“ weiterhin ungebrochen ist, kann man nicht mehr nur von einem Hype ausgehen.

    Die Rassisten sind einfach wieder einmal aus ihren Löchern gekommen, um ihre hässliche Fratze zu zeigen und wir als Gesellschaft müssen sie jetzt erneut in ihre Schranken weisen.

  6. Sven Meier sagt

    Ach ja, wieder eine Gefällgkeitsstudie …
    Tipp: Tiefer hängen.
    „Niedrige Bildung“ und „erhöhter Fleischkonsum“ sind bestimmt keine wichtigen Kategorien zur Differenzierung der AfD gegegnüber anderen Parteien. Bei „niedriger Bildung“ und „erhöhter Fleischkonsum“ dürfte man genauso gut auf die zahlreichen beruflich gering- oder unqualifizierten und verfetteten Empfänger sogenannter Diäten in anderen Parteien kommen. Fangen wir an mit A wie Andrea Nahles (SPD) … . Bei der Spitze der Grünen wird es in puncto Bildung zappenduster.

  7. Huber Markus sagt

    So ehrenvoll es ist der AfD und deren Wählern contra zu geben, so wenig zielführend sind solche Studien und sonstige Artikel die suggerieren die Wähler der AfD seien vordergründig Rassisten. Persönlich finde ich zwar das die Positionen der AfD, aber auch der LINKEN politischer Müll ist, dennoch sollte man davon Abstand halten deren Wähler pauschal zu verunglimpfen, denn wenn ich mich recht erinnere wird das ja auch nicht bei den Asylsuchenden gern gesehen. In meinen Bekanntenkreis gibt es AfD-Wähler, und obwohl sicher subjektiv sind diese weder Rassisten noch zählen sie zu den Abgehängten, geschweige denn einen niedrigen Bildungsstand.
    Ich bin sicher kein AfD-(Wähler)-Versteher und gebe meinen Unmut gegenüber deren Wähler kund. Aber als Vater von zwei Kindern kann ich es dennoch nachvollziehen. Denn diese Menschen sehen das was auch ich sehe. Am Bahnhof stehen Polizisten mit Maschinenpistolen, ebenso auf Volksfesten neben tonnenschweren Betonklötzen. Fährt man mit dem Bus, oder über mit dem Auto Richtung Österreich das selbe Bild…..schwer bewaffnete Beamte. Ein schönes Bild für meine Kinder, oder?
    Der Begriff des „bedauerlichen Einzelfalls“ ist inzwischen ein running Gag, für die Asylsuchenden wird unser Recht gebeugt indem man kurzerhand die Einreise ohne Personaldokumente toleriert, welche zwar im Anschluß strafrechtlich pro forma strafrechtlich verfolgt wird (werden muß), aber ohne Konsequenz bleibt. In der Nachbarschaft darf eine Familie von Asylsuchenden in eine Wohnung einziehen von der andere nur träumen um dann gleichzeitig mit der Anerkennung den Deutsch- und Intergrationskurs abzubrechen.
    Mein subjektiver Eindruck ist das die Motivation die AfD zu wählen weder Rassismus, noch Angst ist, sondern schlichtweg die (zumindest gefühlte) Ungerechtigkeit.

  8. Peter Random sagt

    Lest mal die Studie. Ist ja verlinkt.. Dass die AfD nicht wegen wirtschaftlicher Probleme gewählt wird, argumentiert der Autor wohl, weil sich auch ohne Variablen zur Fremdenfeindlichkeit, kein Hinweis in den Daten finden dürfte, der auf wirtschaftliche Motive hindeutet. Demokratieverdrossenheit und Sorge um kulturelle Unterwanderung scheinen dagegen ganz gut als Indikatoren für ein Kreuz bei der AfD geeignet zu sein…

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