AfD bekam Fake-BILD-Zeitung mit Fakten zum Dexit & Seenotrettung zu lesen

Bericht

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AfD mit Fake-Bild getrollt

An diesem Wochenende fand der Europa-Parteitag der AfD statt. In Riesa tagten rund 500 Delegierte, um eine Liste an KandidatInnen für die Europawahl zusammen zu stellen (Quelle). Derzeit hat die AfD nur noch einen einzigen Abgeordneten im Europaparlament. Jörg Meuthen rückte für Beatrix von Storch nach, als diese ein Bundestagsmandat annahm. Die anderen 6 Abgeordneten sind zwischenzeitlich aus der Partei ausgetreten.

Auch ihr Europawahlprogramm soll beschlossen werden. In der AfD umstritten ist derzeit die Frage, ob sie sich (noch deutlicher als bisher) für den Austritt aus der Europäischen Union stark machen soll. Bisher forderte sie in ihren Wahlprogrammen lediglich ein Referendum über den Austritt, ähnlich wie Großbritannien (Quelle). Die katastrophalen Folgen und das politische Chaos in London, das auf den Brexit folgte, scheint sie davon nicht abzuschrecken (Quelle).



Eine „Linke“ BILD-Zeitung?

Um die Filterblase der BesucherInnen des Parteitags und Parteimitglieder der AfD zu durchbrechen, haben sich AktivistInnen etwas einfallen lassen. In Kiosken, Hotels, Bäckereien und der SachsenArena selbst, in der der Parteitag stattfindet, haben AktivistInnen eine Fake-Ausgabe der BILD-Zeitung verteilt. Berichten zu Folge sollen einige Exemplare auch auf den Parteitag selbst gelangt sein (Quelle).

Was stand drin? Anstatt heute über das schlechte Wetter zu berichten, liest man in dieser Ausgabe über die Folgen eines EU-Austritts Deutschlands. Außerdem über die tausenden Toten im Mittelmeer, seit die Seenotrettung stark behindert wird und teilweise völlig eingestellt war (Mehr zur Seenotrettung). Unter der Überschrift „Kriminalstatistik“ wird von der Tatsache berichtet, dass Deutschland so sicher ist wie seit 1992 nicht mehr (Hier mehr dazu).

Mehrere tausend Exemplare in der ganzen Stadt verteilt

Veröffentlicht wurde die Aktion von der Gruppe „Modus“, die im Dezember auch den „AfDventskalender“ machte und das berühmte Fake-Coca-Cola-Plakat aufstellte, das das „Colagate“ der AfD zur Folge hatte.

Colagate: Alle Peinlichkeiten der AfD & alle Distanzierungen der Cola-Marken

Auf Twitter schreibt die Gruppe, dass die Resaer Ausgabe der BILD „anscheinend ein trojanisches Zeitungspferd“ sei. Dieses soll „positive und faktenbasierte Nachrichten an die Bürger und AfD-Delegierten“ bringen. Die Ausgabe behandle alle typischen Aufreger-Themen von BILD und AfD wie Flüchtlingskrise, Terrorangst, EU und Kriminalität und soll Aufklären. „Ein wunderbares Beispiel dafür, wie Deutschlands größte Tageszeitung ihre Informations- und Meinungsmacht ebenfalls nutzen könnte, wenn sie denn wollte“, schreibt Modus auf Twitter (Quelle).

Artikelbild: Modus

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