Fall Magnitz: Helfender Handwerker widerspricht der AfD-Darstellung

Bericht

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Nicht mal ein Dankeschön für die Helfer

Es gibt eine große Debatte um den Angriff auf den AfD-Abgeordneten Frank Magnitz, über welchen wir bereits mehrfach berichteten. Insbesondere bemerkenswert war die politische Instrumentalisierung des Falles durch die AfD, die große Teile des Tathergangs mit nachweislich erfundenen Ausschmückungen überdramatisierte (Quelle). Übermedien kritisiert viele deutsche Medien dafür, die Lügen der AfD ungekennzeichnet weiterverbreitet zu haben (Quelle).

Trotz andauernder Ermittlungen ist auch noch nichts über die Täter und deren Motiv bekannt. Das hindert die AfD ebenfalls nicht daran, zu behaupten, es sei „Fakt“, dass die Tat politisch motiviert sei und die Täter mit Sicherheit „linksextrem“ seien (Quelle). Als Beweis zieht sie ein vermeintliches Bekennerschreiben heran, an dessen Authentizität es erhebliche Zweifel gibt, die hier näher ausgeführt werden.



Jetzt äußert sich einer der Handwerker

Gegenüber der „Neue Osnabrücker Zeitung“ gab einer der Handwerker, der Magnitz nach dem Angriff und dessen Sturz zu Hilfe eilte, Mohammed Houri, jetzt ein Interview (Hier). Zunächst wollte er keine Interviews geben, doch die Unwahrheiten, die der AfD-Politiker von sich gab, störten ihn zu sehr. „Ich finde es eine Frechheit, wie die AfD versucht, den Angriff für sich zu nutzen, indem die Fakten zum Teil verdreht werden“, sagt Heinz Kauscher. Er ist Chef des Handwerkers.

Houri, der Deutsch-Libanese ist, hat von Frank Magnitz bisher nicht einmal ein Dankeschön für seine Hilfe erhalten. Er und sein Kollege hatten die Tat selbst nicht gesehen, erst den kurzen Aufschrei Magnitz gehört. Als sie hinzukamen, waren die Täter bereits geflohen. Auch erklärt Houri, dass er „definitiv nicht“ ein Kantholz gesehen habe. Die AfD behauptete zunächst, eines sei zum Einsatz gekommen, später, dass einer der Handwerker davon gesprochen habe. Beides offensichtlich gelogen.

Empörung über Instrumentalisierung

Der Rohrschlosser sei verwundert gewesen. Warum sich Magnitz, der wegen seines Sturzes stark am Kopf blutete, darauf bestanden hatte, zuerst ein Foto von sich zu machen, wusste er da noch nicht. Er tat ihm aber den Gefallen. Der AfD-Mann stürzte nach einem Angriff. Ihm half ein Mann mit Migrationshintergrund, doch ihm war es wichtiger, die Tat mit Lügen zu instrumentalisieren, als sich bei dem Mann zu bedanken.

Der würde aber erneut helfen. „Ich habe es als meine Bürgerpflicht angesehen, dem Opfer zu helfen. Das hätte ich bei jedem gemacht, unabhängig von Hautfarbe, politischer Richtung oder Alter. Aber dass dies jetzt von der AfD so ausgeschlachtet wurde, ist nicht schön.“ Nicht nur die Polizei und Staatsanwalt widerspricht der AfD Lügen über Kantholz, Tritten und den anderen Ausschmückungen. Auch die Helfer, denen man die Lügen in den Mund legte.

Artikelbild: Quelle: Polizei Bremen

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