Der Hammer war besser: Schwedens Corona-Strategie endgültig widerlegt

| Corona | 16. Juni 2020

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Hätten wir Schwedens Strategie wählen sollen?

Ich kann darauf jetzt schon die selbe Antwort geben, wie ich sie damals gegeben habe, als ich das erste Mal über Thomas Pueyos Artikel der „Hammer und der Tanz“ geschrieben habe: Nein, wir hätten nicht den Weg von Schweden nehmen sollen.

Der „Hammer“ (harte Maßnahmen auf einen Schlag) und der „Tanz“ (Abwägung der fortzuführenden harten Maßnahmen, nachdem die Zahl der Neuinfizierten stark abgeflacht ist) war und ist auch weiterhin die bessere Strategie um einer Pandemie entgegenzutreten. Besser als die Strategie der sogenannten Herdenimmunität/Minderungsstrategie, wie sie in Schweden versucht wurde umzusetzen.

Wer sein Gedächtnis auffrischen will, hier die beiden Artikel, die wir zu Pueyo verfasst haben:

  1. Was getan werden muss, um bald wieder raus zu können: Der Hammer & der Tanz
  2. Corona besiegen: Wir müssen lernen, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen

Nun hat Thomas Pueyo, dessen Artikel weltweit bereits über 60 Millionen mal aufgerufen worden sind, einen neuen Artikel veröffentlicht: „Coronavirus: Sollten wir die Herdenimmunität wie Schweden anstreben?“  Wer mehr über den Mann erfahren möchte, der mittlerweile Regierungen berät, wie sie mit der Pandemie umgehen sollen, kann das im Podcast von Capital tun, die ein Interview mit ihm geführt haben. Wie bei Thomas Pueyos Analysen üblich, ist auch der neue Artikel wieder voll von Charts und Grafiken. Und die Lesezeit beträgt eine halbe Stunde. Wir bieten hiermit erneut quasi eine verkürzte und übersetzte Version an, die versucht, die wichtigsten Punkte zusammen zu bringen und vereinfacht wiederzugeben. Wir untergliedern diesen Artikel wie folgt:

  1. Infektions- und Todeszahlen
  2. Schutz von Risikogruppen
  3. Wirtschaftliche Auswirkungen

Fange wir mit ein paar einleitenden Worten von Thomas Pueyo an:

„Schweden hat bekanntlich eine andere Coronavirus-Strategie verfolgt als die meisten anderen Industrieländer: Sie lassen das Virus frei herumlaufen. Zügeln es so weit ein, dass es das Gesundheitssystem nicht überfordert wie in Hubei, Italien oder Spanien, aber versuchen nicht, es zu eliminieren. Sie halten es nicht für möglich, die Verbreitung des Virus zu stoppen. Die natürliche Folge ist, dass sich die meisten Bürger infizieren. Und das verlangsamt schließlich die Epidemie. Deshalb nennt man diese Strategie, kurz gesagt, „Herdenimmunität“.

Die andere Strategie ist der Hammer und der Tanz: Aggressiver Angriff auf das Coronavirus durch Abriegelung der Gesellschaft. Sobald es eingedämmt ist, springt man in den Tanz, indem man den aggressiven Lockdown durch billige und intelligente Maßnahmen zur Kontrolle des Virus ersetzt.

Einige Länder und Staaten wie die Niederlande und das Vereinigte Königreich oder US-Bundesstaaten wie Texas und Georgia haben Maßnahmen in einem Mittelweg zwischen diesen Strategien umgesetzt. Welche Strategie ist also die beste?“

Und genau das schauen wir uns jetzt an.

Der schwedische Sonderweg

Wie war die Lage in Schweden? Anders als viele andere Länder gab es keinen „Lockdown“.

Die Schwed*innen konnten sich frei bewegen. Die Mittelstufe der Schulen blieben offen, genauso wie Geschäfte, Bars, Fitnessstudios oder Restaurants. Viel Potential also für das Virus, sich frei in der Gesellschaft auszubreiten.

Was ist die Konsequenz aus dieser lockeren Corona-Politik?

1. Infektions- und Todeszahlen

Neuinfektionen pro Tag

Schauen wir uns zunächst die Entwicklung der Neuinfektionen von Schweden an. Hier sieht ihr einen Vergleich zwischen Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen. Gerade ein Vergleich der nordischen Länder bietet sich an, weil sie zu ähnlichen Zeitpunkten die ersten Infektionen meldeten und sie sich außerdem in Kultur, Wirtschaft, Wetter und Demografie ähneln. Hier ist auf einem Blick schnell zu erkennen, dass die Zahl der Neuinfektionen in Schweden deutlich höher liegt als in den anderen Ländern.

Neuinfektionen pro Millionen Einwohner*innen

Um einen klaren Eindruck der Herdenimmunitätsstrategie im Vergleich zum ‚Hammer und Tanz‘ zu bekommen, ist, wie gesagt, der beste Weg, Schweden mit anderen nordischen Ländern zu vergleichen: Dänemark, Norwegen und Finnland. Als Kontrast dazu schloss man auch Österreich und Tschechien ein, weil sie eine ähnliche Größe (~10 Millionen Einwohner*innen) und einen vergleichbaren ersten Ausbruch hatten. Hier schauen wir uns die Zahl der Neuinfektionen pro Millionen Einwohner*innen an.

Am 10. Juni hatte Schweden mehr tägliche Fälle als alle seine skandinavischen Nachbarn zusammen, und dieser Trend wird immer deutlicher. Wenn man die Fälle der 21 EU-Länder mit den wenigsten Fällen der letzten Woche zusammenzählt, hat Schweden immer noch mehr Fälle als alle zusammen.

In der obigen Grafik sehen wir, dass Schweden viel besser gestartet ist als seine Nachbarn Dänemark und Norwegen, sowie Österreich und ähnlich wie Tschechien und Finnland. Alle diese anderen Länder wandten jedoch in der zweiten Märzhälfte einen Hammer an. Zwei Wochen später, Anfang April, konnten wir sehen, wie ihre Fälle gemeinsam abflachten, während die Fälle in Schweden weiter stiegen.

Und das trotz der Tatsache, dass Schweden seine Coronavirus-Fälle nicht vollständig erfasst:

Testrate

Hier wird der Prozentsatz der Tests gezeigt, die positiv ausfallen. Je niedriger dieser Prozentsatz ist, desto zuversichtlicher kann man sein, dass man die meisten Fälle erfasst. Schweden testet zehnmal weniger als seine Nachbarn, weil es sich nicht wirklich versucht, die Epidemie einzudämmen. Infolgedessen werden die Fälle zu wenig gezählt.

Ein zuverlässigerer Datenpunkt sind die Todesfälle. Wie sieht es mit den Todesfällen aus?

Todesfälle

Während die Coronavirus-Todesfälle in skandinavischen Ländern und anderen vergleichbaren Ländern nicht mehr zunehmen, häufen sie sich in Schweden immer noch an. Um zu verstehen, warum, müssen wir Schwedens Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus verstehen.

Vergleich, was für Unternehmen geöffnet sind im Vergleich mit anderen Ländern

Schwedens Strategie

Schweden hatte nie einen Lockdown. Stattdessen schloss das Land seine High Schools und Colleges, verbot Versammlungen über 50 Personen am 27. März und ermutigte seine Bürger*innen, zu Hause zu bleiben und unnötige Reisen zu vermeiden. Besucher*innen wurden am 30. März aus Pflegeheimen verbannt. Aber darüber hinaus forderte die Regierung die Menschen nur auf, so viel wie möglich von zu Hause aus zu arbeiten und social distancing zu praktizieren. Und es bleibt für Kinder verpflichtend, zur Schule zu gehen. Warum diese Strategie?

So fassen die offiziellen Epidemiologen Schwedens ihre Strategie zusammen:

„Es ist unmöglich, das Coronavirus zu stoppen. Nur Herdenimmunität wird dies ermöglichen. Sperren werden es nicht. Lassen Sie uns also die Kurve abflachen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu vermeiden, aber das war’s dann auch schon. Wenn wir die Wirtschaft lahm legen, wird das kostspielig sein und das Unvermeidliche nur hinausschieben. In der Zwischenzeit sollten wir ältere Menschen schützen, denn sie sind diejenigen, die sterben. Das Virus ist sowieso nicht so schlimm“.

Manche nennen dies eine Minderungsstrategie (Mitigation), weil sie die Fälle reduziert, damit sie das Gesundheitssystem nicht überfordern, aber nicht darüber hinausgeht, um die meisten Fälle vollständig zu eliminieren. Andere bezeichnen diese Strategie als Herdenimmunität, wegen der Nebenwirkung: Man glaubt, dass die Epidemie erst dann aufhören wird, wenn genügend Menschen infiziert sind und eine Immunität dagegen entwickeln. Für das Coronavirus wird angenommen, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem etwa 65 % der Menschen das Virus hatten.

Nochmal in kurz: Schweden wollte mit dieser Strategie seine Wirtschaft stabil halten, das Virus größtenteils frei in der Gesellschaft verbreiten lassen und währenddessen ältere Menschen schützen. Aber kann man ältere Menschen überhaupt effektiv schützen, während das Virus sich frei verbreitet? Die Zahlen sagen: Nein.

2. Schutz von Risikogruppen

Schauen wir uns erstmal an woher dieser Gedankenansatz kommt. Hier könnt ihr die Rate der Todesfälle bezogen auf die jeweiligen Altersgruppen am Beispiel Spaniens sehen. Wie wir alle bereits wissen, sind besonders ältere Menschen davon bedroht, an Corona zu sterben. Junge Menschen hingegen haben kaum etwas zu befürchten. Dadurch ist der Gedankengang leicht erklärbar: Lassen wir doch die jungen Leute sich infizieren, Herdenimmunität aufbauen und die Alten größtenteils zuhause.

Genau das hat die schwedische Regierung versucht. Sie verboten am 1. April Hausbesuche in Pflegeheimen und ermutigte Menschen über 70, zu Hause zu bleiben. Dennoch kommen 40% der Todesfälle aus Pflegeheimen.

Tote in Pflegeheimen

Auf der Grafik ist zu erkennen, dass Schweden eines der Länder ist mit den meisten Todesfällen in Pflegeheimen, obwohl sie besonderen Schutz für sie hatte. Nur Belgien hat einen höheren Anteil an Todesfällen in Pflegeheimen. Und zwar deshalb, weil es eines der wenigen Länder ist, in denen auch vermutete Todesfälle durch Coronaviren in Pflegeheimen als offizielle Fälle gelten.

Schwedens führender Epidemiologe sagte, dies sei kein Versagen der Gesamtstrategie, sondern vielmehr ein Versagen beim Schutz der älteren Menschen. Auf die Frage, ob eine Hammer- und Tanzstrategie besser verlaufen wäre, antwortete er mit dieser Antwort:

„Es fällt uns schwer zu verstehen, wie ein Lockdown die Einschleppung der Krankheit in die Altenheime stoppen könnte“ – Anders Tegnell.

Dies zeigt einen tödlichen Mangel an Vorstellungskraft. So hätte ein Lockdown die Einschleppung der Krankheit in Pflegeheime gestoppt: Zuerst hätte man sich mal im Rest der Welt umschauen sollen. Die Zahl der Todesfälle in Pflegeheimen in Ostasien zum Beispiel war sehr niedrig. Vielleicht war das ein Hinweis darauf, dass die Eindämmung des Virus in der breiten Bevölkerung auch die Eindämmung des Virus für ältere Menschen bedeutet.

Dies ist völlig intuitiv: Wenn kaum jemand das Virus hat, haben ältere Menschen es auch nicht.

Der zusätzliche Punkt, auf den Schwedens führende Epidemiologen hinweisen, ist, dass sich der Lockdown irgendwann öffnen muss, und dann würde es zu Infektionen in Pflegeheimen kommen. Nochmal: In Ostasien passiert das nicht. Wenn das Virus sich nicht unkontrolliert verbreitet, infiziert es keine alten Menschen.

Umgekehrt ist es sehr schwer zu verhindern, dass sich Bewohner*innen von Pflegeheimen anstecken, wenn sie frei herumlaufen.

Maßnahmen zum Schutz der Pflegeheime

Die erste Maßnahme, die Schweden zum Schutz von Pflegeheimen ergriff, war das Besuchsverbot. Diese Art von Maßnahme begrenzt die Ansteckungsgefahr. Im Rahmen einer Herdenimmunitätsstrategie müssten diese Grenzwerte jahrelang anhalten, bis es eine Behandlung oder einen Impfstoff gibt – und nicht nur ein paar Wochen während eines Hammers. Denn selbst wenn viele Menschen ihre Infektionen bereits überwunden haben, ist das Virus immer noch vorhanden. Während dieser ganzen Zeit breitet sich das Virus wie ein Lauffeuer im Haus aus, sobald auch nur eine einzige Person in einem Pflegeheim infiziert wird. Also keine Besuche – für Jahre.

Die älteren Menschen brauchen immer noch Pfleger*innen, die sich um sie kümmern. Was wird mit diesen geschehen? Werden auch sie unter Quarantäne gestellt werden? Für viele Jahre? Was ist mit ihren Partner*innen, werden auch sie unter Quarantäne gestellt? Werden sie ihren Arbeitsplatz verlieren müssen? Was ist mit ihren Kindern, sollten auch sie unter Quarantäne gestellt werden? Aufhören, zur Schule zu gehen? Wenn nicht, was ist mit anderen Kindern und ihren Eltern? Sollten sie stattdessen unter Quarantäne gestellt werden? All das ist unmöglich, also müssen wir davon ausgehen, dass sich viele Heimarbeiter*innen infizieren werden, wenn das Virus nicht eingedämmt wird. Wie kann man ältere Menschen vor ihnen schützen?

Bei einer Herdenimmunitätsstrategie müssten die Pflegekräfte anfangen, persönliche Schutzausrüstung wie Masken, Gesichtsschutz oder Kittel zu tragen. Jahrelang, bis eine Behandlung oder ein Impfstoff zur Verfügung steht. Ohne eine einzige Infektion durchzulassen.

 

Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter sind in der Regel keine Spezialist*innen mit dem Ausbildungsniveau von Ärzt*innen oder Krankenpersonal. Die Idee, gefährdete Menschen zu schützen, klang in der Theorie gut, aber in der Praxis hat sie bisher nirgendwo auf der Welt funktioniert. Es gab Ausbrüche in Pflegeheimen auf der ganzen Welt. In den USA waren rund 60% der obersten ~1.000 Ausbrüche in Pflegeheimen zu verzeichnen. Leider sind nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern auch andere Risikogruppen.

Risikogruppen

Wenn man eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hat, hat man ein ähnliches Risiko wie im Alter von 90 Jahren an Corona zu sterben. Krebs oder Diabetes zu haben, kann genauso schlimm sein wie in den 80ern zu sein.

Schweden ist allgemein ein gesundes Land. Die Menschen haben weniger Vorerkrankungen, die ihre Ergebnisse verschlechtern. Wenn man in Großbritannien Menschen mit Vorerkrankungen, alte Menschen und ihre Pfleger*innen hinzufügt, kommen wir auf 40% der Bevölkerung, die geschützt werden müsste.

Krebspatient*innen, die sich einer Behandlung unterziehen, sind zum Beispiel immunsupprimiert. Ihr Immunsystem ist schwach, so dass sie extrem vorsichtig sein müssen, um sich nichts einzufangen.

Zusammenfassend:

  • Viele alte Menschen sterben an dem Virus
  • Kein Land war bisher in der Lage, sie ausreichend abzuschirmen
  • Auch Menschen mit Vorerkrankungen haben ein hohes Sterberisiko
  • Wenn wir beschließen, alte Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und die sie Pflegenden zu schützen, müssten wir einen großen Teil der Bevölkerung vom Rest der Bevölkerung abschotten.

All das könnte sich lohnen, wenn zumindest die Wirtschaft durch die Herdenimmunität besser gestellt wäre. Aber wird die Wirtschaft überhaupt besser gestellt? Die Zahlen sagen: Nein.

3. Wirtschaftliche Auswirkungen

Es sieht so aus, als würde Schwedens Wirtschaft im Jahr 2020 genauso schlecht abschneiden wie die meisten anderen vergleichbaren Volkswirtschaften.

„Es ist noch zu früh, um zu sagen, dass wir es besser machen würden als andere. Wir glauben, dass es in Schweden am Ende mehr oder weniger das gleiche sein wird wie anderswo“ – Christina Nyman, ehemalige Beamtin der schwedischen Nationalbank

Dies ist zu einer Zeit, in der Schwedens Wirtschaft wahnsinnig gut da stehen sollte, um einen schlechteren Rest des Jahres auszugleichen. Denkt daran: Der ganze Sinn der Strategie besteht darin, einen wirtschaftlichen Abschwung während des Lockdown zu vermeiden. Aber die Wirtschaft bricht trotzdem zusammen.

Das sind sehr schlechte Nachrichten für Schweden:

Während des Tanzes werden alle anderen Volkswirtschaften wahrscheinlich besser funktionieren als die schwedische. Sie werden mindestens so offen sein wie die schwedischen, wenn nicht sogar noch offener. Und ohne dass das Virus wild um sich greift, werden die Menschen eher bereit sein, auszugehen. Vergleichen kann man das mit Schweden, das das derzeitige Niveau der Schließungen beibehalten muss, um eine Welle zu vermeiden, die das Gesundheitssystem überwältigt.

„Vieles deutet darauf hin, dass der große Rückgang im zweiten Quartal kommen wird. Das BIP könnte in diesem Jahr um 10% schrumpfen und die Arbeitslosigkeit auf 13,5% steigen“ – Magdalena Andersson, Schwedens Finanzministerin, über Politico und The Guardian.

„90.000 Menschen hatten in den letzten vier bis fünf Wochen Arbeitslosigkeit angemeldet.“ – Isabella Lövin, Schwedens stellvertretende Ministerpräsidentin, über The Guardian.

Und das ohne Berücksichtigung anderer Nachteile, wie etwa des Tourismus: Andere Länder verbieten bereits Tourist*innen aus Schweden, in ihr Land einzureisen. Viele werden folgen. Und auch deutlich weniger Menschen als sonst werden Schweden besuchen wollen.

Schauen wir uns als Nächstes den schwedischen Aktienmarkt an.

Bereits im März schnitt ein wichtiger schwedischer Index im Vergleich zu seinen Nachbarn nicht mehr so gut ab. Jetzt schneiden sowohl Dänemark als auch Finnland besser ab als Schweden und nur Norwegen schneidet schlechter ab. Die Märkte sind nicht perfekt, aber sie können ein wenig prognostizieren, was mit einer Wirtschaft geschehen wird. Daher hätte das Signal ein weiterer Datenpunkt sein sollen, um zu erkennen, dass die schwedische Strategie wirtschaftlich ebenfalls nicht so gut war, wie manche vielleicht gedacht haben.

Warum die harten Lockdown-Maßnahmen letztendlich sogar besser für die Wirtschaft gewesen sind, haben wir hier beschrieben:

Coronomics: Warum die harten Corona-Maßnahmen unsere Wirtschaft schützen

Abriegelungen schaden der Wirtschaft nicht. Das Coronavirus schon.

Fazit: Der Hammer war die bessere Strategie als das, was Schweden machte

  1. Die Infektions- und Todeszahlen sind deutlich höher als in vergleichbaren anderen Ländern und steigen weiter, während andere Länder die Kurve bereits stark abgeflacht haben
  2. Die Risikogruppen während der sogenannten Herdenimmunitätsstrategie zu schützen ist fast unmöglich
  3. Die Wirtschaft hat kaum etwas gewonnen durch die schwedische Strategie. Gerade jetzt, wo viele Länder in den Tanz übergehen, haben genau diese Länder sogar einen enormen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Schweden

Also warum gibt es immer noch Leute, die behaupten, der schwedische Weg sei der bessere gewesen? Weil die Leute ein paar Wochen länger in Cafés gehen konnten als wir? Eine schwache Argumentationslinie, wenn man sich einfach die Zahlen anschaut.

Sehr eindrücklich fand ich auch zum Abschluss diese Grafik hier:

 

Hier hat Pueyo alle Länder eingeblendet, die Corona weitestgehend bezwungen haben. Die meisten von ihnen, uns eingeschlossen, haben dafür die Hammer und Tanz Strategie angewendet. Japan, Cuba, Südkorea, Island und Taiwan sind alles Inselstaaten, die dem Virus mit abgeschwächten Versionen eines Hammers entgegentreten konnten. Eine Nation fehlt aber auf diesem Bild: Schweden.

Artikelbild: Thomas Pueyo

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