Warum du vor Corona viel sicherer bist, wenn du eine Maske trägst

| Corona | 10. September 2020

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Kleine Erinnerung: Tragt eure Masken!

Es scheint, als gäbe es noch immer, ein ganzes halbes Jahr nach Beginn der Corona Pandemie und Einführung zahlreicher Infektionsschutzmaßnahmen, mehrere Lager, wenn es ums Maske Tragen geht. Diejenigen, die von Anfang an brav ihre Masken an öffentlichen Orten getragen und sie regelmäßig gewaschen und artgerecht entsorgt haben, diejenigen, die nun wiederwillig aufgrund des eingeführten Busgeldes oder des sozialen Drucks nun anfangen ihre Maske zu tragen und diejenigen, die trotz allem meinen, es nicht tun zu müssen oder sie nur habherzig über den Mund, aber nicht über die Nase ziehen.

Dann gibt es natürlich noch die Menschen, die auf Corona Demos gegen die Maskenpflicht protestieren, aber denen möchte ich hier ausnahmsweise mal keinen Platz einräumen. Im Gegenteil sollen in diesem Artikel ein paar alte und vor allem neue Gründe und Erkenntnisse zur Wirkung von Masken aufgeführt werden, um den ein oder anderen Maskenmuffel daran zu erinnern, wieso es sinnvoll ist, eine Maske zu tragen.

Fakt 1: Masken verlangsamen die Verbreitung von SARS-COV-2

Masken verlangsamen die Verbreitung von SARS-COV-2, indem sie die Weitergabe durch Sprechen oder Husten hemmen. So gab es einen Fall in den USA, bei welchem zwei mit Corona infizierte Friseurinnen (, die es zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten), keine*n einzige*n ihrer zahlreichen Kund*innen mit Corona infizierten. Weil sie bei der Arbeit eine Maske trugen (Quelle).

Weitere Beweise aus Krankenhäusern, öffentlichen Orten und Laborexperimenten zeigen: Masken funktionieren! An vielen Orten ist das Maske Tragen bereits Normalität geworden – auch wenn wir natürlich lieber ohne sie einen Laden, ein Restaurant oder eine Veranstaltung betreten würden – wir haben uns als Gesellschaft mehr oder weniger daran gewöhnt, weil es kein großer Aufwand ist und nachweislich andere vor einer Infektion schützt.

Fakt 2: Wer Masken trägt, könnte einen weniger schweren Verlauf von Covid19 haben

Außerdem gibt es weitere, neue Erkenntnisse, die für eine Maskenpflicht sprechen: Professoren der University of California machten die Beobachtung, dass Menschen, die sich an Orten, wo die meisten Menschen eine Maske trugen ansteckten, einen weniger schweren Verlauf von Covid19 hatten als diejenigen, die sich an einem Ort, wo sich weniger Maskenträger*innen aufhielten, ansteckten.

Allem Anschein nach erkranken Menschen weniger stark, wenn sie durch eine Maske – und sei es durch eine Stoffmaske – geschützt sind und somit eine geringere Dosis des Coronavirus abbekommen, als wenn sie keine tragen. Sowohl neuere Experimente in Tiermodellen mit Coronaviren als auch fast hundert Jahre virale Forschung zeigen, dass niedrigere Virusdosen in der Regel eine weniger schwere Erkrankung bedeuten. Zahlreiche Tierversuche haben gezeigt, dass ein Tier umso kränker wird, je höher die Dosis eines Virus ist, die man ihm verabreicht.

Die Virendosis ist entscheidend

Im Jahr 2015 testeten Forscher dieses Konzept an menschlichen Freiwilligen mit einem nicht-tödlichen Grippevirus und kamen zum gleichen Ergebnis. Je höher die Dosis des Grippevirus, die den Freiwilligen verabreicht wurde, desto kränker wurden sie. Eine im Juli 2020 veröffentlichte Studie bewies die These ebenfalls: Hamstern wurde eine jeweils eine unterschiedlich hohe Dosis des Coronavirus verabreicht. Hamster, denen eine höhere Virusdosis verabreicht wurde, wurden kränker als Hamster, denen eine niedrigere Dosis verabreicht wurde (Quelle). Diese Forschungsergebnisse untermauern die Wahrscheinlichkeit, dass man bei einer Exposition gegenüber SARS-CoV-2 umso weniger krank wird, je niedriger die Dosis ist.

Natürlich schützt das Tragen einer Maske nicht komplett vor einer Erkrankung, aber sie kann nachweislich den Unterschied zwischen einem milden, vielleicht sogar symptomfreien Krankheitsverlauf und einem Aufenthalt im Krankenhaus inklusive maschineller Beatmung machen. Die Dosis des Virus, die wir abbekommen bestimmt also, wie schwer wir erkranken und Masken reduzieren diese.

Wenn ein Atemwegsvirus eingeatmet wird, beginnt es sofort damit, alle Zellen, in deren Nähe es landet, zu kapern, um sie in Virusproduktionsmaschinen zu verwandeln. Das Immunsystem versucht, diesen Prozess zu stoppen, um die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Da das Virus eine enorme Anzahl von Zellen übernimmt und das Immunsystem drastische Anstrengungen unternimmt, um die Infektion einzudämmen, wird dem Körper viel Schaden zugefügt und der Mensch erkrankt schwer.

Wenn die Expositionsdosis, also die Dosis, der ein Mensch ausgesetzt ist, sehr hoch ist, kann die Immunantwort überwältigt werden. Ist die Anfangsdosis des Virus dagegen gering, ist das Immunsystem in der Lage, das Virus mit weniger drastischen Maßnahmen einzudämmen. In diesem Fall treten bei der Person, wenn überhaupt, weniger bis keine Symptome auf.

Fakt 3: Gute Masken stoppen 80% der Viren

Die meisten Infektionskrankheitsforscher und Epidemiologen glauben, dass das Coronavirus hauptsächlich durch luftübertragene Tröpfchen und, in geringerem Maße, durch winzige Aerosole verbreitet wird. Die Forschung zeigt, dass sowohl Tücher als auch chirurgische Masken die Mehrzahl der Partikel, die SARS-CoV-2 enthalten könnten, blockieren können.

Auch wenn keine Maske perfekt ist und es schier unmöglich ist, sich und andere allumfassend zu schützen, besteht das Ziel nicht darin, alle Viren zu blockieren, sondern lediglich die Menge zu reduzieren, die ein Mensch einatmet, was durch das Tragen einer Maske erreicht wird. Fast jede Maske kann eine gewisse Menge Viren erfolgreich blockieren.

Laborexperimente haben gezeigt, dass gute Stoffmasken und chirurgische Masken mindestens 80 % der Viruspartikel daran hindern können, in Nase und Mund zu gelangen. Diese Partikel und andere Verunreinigungen werden sich in den Fasern der Maske festsetzen, weshalb das RKI empfiehlt, die Stoffmaske möglichst nach jedem Gebrauch bei 60 Grad zu waschen oder alternativ auszukochen. Stoffmasken bestehen im Idealfall aus drei Lagen. Die äußere Schicht sollte Wasser abweisen, die mittlere Schicht eine Filterwirkung haben und die innere Lage Feuchtigkeit aufnehmen können.

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig gehandhabt werden.

  • Auch mit Maske den Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einhalten.
  • Vor dem Anlegen die Hände waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Die Maske sollte eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken. Während des Tragens nicht zurecht zupfen und auch nicht um den Hals tragen!
  • Ist die Maske durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen an den seitlichen Schnüren oder Laschen greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen immer gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske sofort waschen oder bis zum Waschen in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren.
  • Ideal zum Transport von getragenen und ungetragenen Masken unterwegs sind Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss. Sie verhindern den Kontakt mit kontaminierten Stoffteilen und halten unbenutzte Masken hygienisch sauber. (Quelle)

Einwegprodukte wie FFP-Masken oder OP-Masken aus Zellstoff sollten generell besser nicht wiederverwendet werden. Nach dem Tragen dieser muss jedoch auf eine adäquate Entsorgung geachtet werden: Die Träger müssen abgeschnitten werden, damit sich Wildtiere nicht in den entsorgten Masken verheddern. Dass die Masken in den Müll und nicht auf die Straße gehören, sollte eigentlich klar sein.

Fakt 4: Masken erhöhen wohl die Rate der Fälle ohne Symptome

Ein weiterer experimentelle Beweis dafür, dass Masken die Virusdosis reduzieren, stammt aus einem anderen Hamsterexperiment. Hamster wurden in eine unmaskierte und eine maskierte Gruppe aufgeteilt, indem chirurgisches Maskenmaterial über die Rohre gelegt wurde, die Luft in die Käfige der maskierten Gruppe brachten. Mit dem Coronavirus infizierte Hamster wurden in Käfige neben den maskierten und unmaskierten Hamstern gesetzt, und die Luft wurde aus den infizierten Käfigen in die Käfige mit den nicht infizierten Hamstern gepumpt.

Wie erwartet, war die Wahrscheinlichkeit, dass die maskierten Hamster mit Covid-19 infiziert werden, geringer. Als einige der maskierten Hamster jedoch infiziert wurden, hatten sie eine leichtere Krankheit als die unmaskierten Hamster (Quelle).

Es zeigt sich, dass Masken die Rate der asymptomatischen Fälle erhöhen. Bei einem Ausbruch auf einem australischen Kreuzfahrtschiff namens Greg Mortimer Ende März erhielten alle Passagiere chirurgische Masken und das Personal N95-Masken, nachdem der erste Fall von Covid-19 identifiziert worden war. Der Gebrauch von Masken war offenbar sehr hoch, und obwohl 128 der 217 Passagiere und Mitarbeiter schließlich positiv auf das Coronavirus getestet wurden, blieben 81% der Infizierten asymptomatisch (Quelle).

Fazit: Tragt eure Masken! Für euch und andere

Und das ist nur eines von vielen weiteren Beispielen. Es besteht kein Zweifel daran, dass das universelle Tragen von Masken die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt und nicht nur das Umfeld, sondern auch die betreffende Person schützt. Wir können mit wenig Aufwand massiv zur Bekämpfung der Pandemie beitragen und Leben retten. Hören wir auf, uns zu zieren!

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Artikelbild: pixabay.com, CC0

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