Ich habe Flüchtlinge aus dem Meer gerettet – Glaubt nicht den Lügen der AfD

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Wir haben zehntausende Menschen aus dem Meer gerettet, die voR Morden, Misshandlungen und Vergewaltigungen geflohen sind, aber es starben immer noch viel zu viele. Jetzt tötet Europa mit Seiner Politik der Abschottung noch viel mehr.

Ich gehe mit ihnen nun ins Gericht. Ich werde ihnen nun erklären, was die demokratische Mitte – Die Mehrheit der Bundesrepublik – längst weiß und woran sie arbeitet. Nehmen sie sich Zeit beim Lesen diesen Artikels. Sollten ihre Herzfrequenz und der Blutdruck steigen, irrationale destruktive Gefühle oder Fantasien auftreten, gehören sie zweifelsohne zu dem angesprochenen Personenkreis, dem ich helfen möchte. Ich zeige ihnen einen Ausweg, die Tür zurück in die Normalität. Hindurchgehen müssen sie jedoch alleine. Sollte sie dieser Artikel bewegen, sie demütig und nachdenklich zurücklassen, dann seien sie bitte völlig unbesorgt. Denn dann ist ihr Geist gesund.

Ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Johann Pätzold. Ich bin Komponist, engagiere mich für die lokale Kulturpolitik und bin sehr darauf bedacht, zivil-couragiert meinem unmittelbaren Umfeld Unterstützung zu leisten. Sei es, dass ich einem Obdachlosen ein Sandwich und einen Kaffee kaufe oder Freunden beim Umzug helfe. Abends schaue ich gerne Nachrichten und versuche mich so gut es geht darüber zu informieren, was in der Welt geschieht. Ein ganz normaler Typ, wie jeder andere auch, aus der Demokratischen Mitte.



Europa war verpflichtet, zu helfen

Wer die Nachrichten verfolgt, sollte schon seit vielen Jahren darüber informiert sein, dass viele Menschen versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. Im Herbst 2013 wurde es so schlimm, dass innerhalb von wenigen Tagen 400 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. Eine furchtbare Eskalation des Sterbens im Mittelmeer, die Europa bis ins Mark erschüttert hat. Nie wieder durfte so etwas passieren. Sofort wurde gehandelt. Italien rief umgehend die Marineoperation „Mare Nostrum“ aus.

Mehrere Schiffe der italienischen Küstenwache kreuzten auf dem Mittelmeer, um solche humanitären Katastrophen zukünftig zu verhindern. Doch diese war völlig überfordert. Mare Nostrum war gescheitert, obwohl dabei über 150.000 Menschen gerettet werden konnten. Es ertranken immer noch zu viele. Es wurde eine kurzfristige Europäische Lösung gefunden. „Operation Triton“ ersetzte ein Jahr später Mare Nostrum. Ein Verbund aus NATO Schiffen und der Europäischen Küstenwache griffen nun ein, um die Menschen aus dem Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten.

Darüber musste auch nicht lange debattiert werden, denn Europa ist verpflichtet nach dem internationalen See- und Völkerrecht, die Menschen in internationalen Gewässern vor dem Ertrinken zu retten. Doch schnell wurde klar, dass selbst Triton diese Aufgabe nicht bewältigen konnte. Es starben immer noch zu viele. Nachdem schon mehr als 10.000 Menschen ertrunken waren, organisierten sich in Europa verschiedenste Leute und fingen an, Lösungsansätze zu entwickeln. Menschen aus dem Mittelstand, der politischen Mitte (mal weiter links, mal eher konservativ) kauften kleinere Schiffe, um selbst vor Ort zu helfen.

Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Save the Children unterstützen ebenfalls die Seenotrettung. Organisationen wie Sea Watch gründeten sich und fuhren mit anfangs noch kleinen Booten, um zu helfen. So kam auch ich damals mit der Sea Eye als einfacher ungelernter Maschinist dazu. Die Jahre vergingen, die Schiffe wurden zu eingespielten Teams. Wir konnten effizient Menschenleben retten und haben sehr gut mit der NATO und der Küstenwache Italiens zusammen gearbeitet.

Wir haben eine Million Menschen gerettet

Mittlerweile wurden gut eine Million Menschen vor dem Ertrinken gerettet, aber der Ton hat sich verändert. Rechtsnationalistische Parteien wie die AfD verbreiteten Lügen über unsere Arbeit, welche heute als Argumente gegen uns genutzt werden. Zeitgleich unterstützten sie die „Identitäre Bewegung“, welche uns mit ihrem Schiff an der Rettung von Menschen zu hindern sollte. Forderten gar ein Bundesverdienstkreuz für diese rücksichts- und kopflose Behinderung von uns, welche wir am Ende selbst auf dem Mittelmeer retten mussten, da das Schiff der „Identitären“ in Seenot geraten war, so dass wir aber in dieser Zeit keine anderen Rettungseinsätze fahren konnten. Kaum jemand kann sich vorstellen, was in einem passiert, wenn man einen Leiche sieht. Erst recht eine Baby- oder Kinderleiche. Man macht sich Vorwürfe – Wäre man doch nur schneller gewesen… und dann muss man sich um so einen Unfug von irgendwelchen Halbstarken kümmern.

Ich präsentiere ihnen jetzt eine grausame Milchmädchenrechnung: Zu der Zeit, als ich noch im Mittelmeer mitgefahren bin, da entdeckten wir pro Tag und pro Schiff – und wir waren viele Schiffe – mindestens 2, oftmals 3 bis 5 gekenterte Schlauchboote. Rundherum sind oft ein paar Leichen im Wasser getrieben.

Die Körper meist in Bauchlage, stark aufgebläht, der Kopf unter Wasser, die Haut aufgedunsen und völlig weiß – Von Kindern und Frauen bis hin zu kräftigen Männern. Selbst bei einem längst toten Babykörper hält man Ausschau nach der Mutter…so absurd… Jedes dieser Boote war mit Sicherheit mit bis zu 180 Menschen gefüllt. Die Leichen haben wir nie gefunden. Diese lagen schon längst auf dem Meeresgrund oder wurden Tage später an den umliegenden Küsten angespült.

Zahl der Toten weit größer als bekannt

Wir konnten nur die auf dem Wasser treibenden Leichen zählen und haben es dann Rom so weitergegeben. Das waren immer so, je nach dem 10-20 tote Körper. Nur diese Körper sind in die Statistik der Ertrunkenen im Mittelmeer eingeflossen. Dann erhält man eine Zahl wie 1500 oder auch mal 3000 pro Jahr. Eine sehr geschönte Zahl, so makaber das auch klingen mag. Die Dunkelziffer ist brutal. Theoretisch müssen wir die 3000 mindestens mal 10 nehmen.

Unsere Dunkelziffer ist so unfassbar hoch, dass wir darüber selbst nicht sprechen, weil sie völlig absurd klingt. Ich erinnere mich an ein Gespräch im Büro (wir haben uns dabei flüsternd unterhalten), da wurde intern eine 60.000 als niedrig, aber durchaus realistisch eingeschätzt. Das jedoch wäre furchtbar schlechte Werbung für viele unserer Politiker. Eine 60.000 auf der einen Seite, eine Festung Europa auf der anderen Seite. Das wäre selbst für den CSU Wähler zu viel. Vielleicht sogar für den ein oder anderen AfD Wähler. So ganz habe ich die Hoffnung in die Menschen ja noch nicht aufgeben.

Die Leute, die gerettet wurden, bettelten uns an, sie nicht der Libyschen Küstenwache zu übergeben

Lieber würden sie zurück in das Wasser springen und ertrinken, als zurück nach Libyen zu müssen. Die schwangeren Frauen wurden über Monate hinweg von den libyschen Aufsehern vergewaltigt. Und in Europa reden Rechtspopulisten darüber, dass es unverantwortlich sei, als schwangere Frau auf und über das Mittelmeer zu flüchten. Es ist nur leider schwer, als Frau nicht schwanger zu werden, wenn man täglich mehrfach vergewaltigt wirdUnd ich denke, es ist legitim, vor seinen Peinigern weg zu laufen. Verzeihen sie meinen Zynismus.

Die Männer waren oft verheiratet und hatten Familie. Sie erzählten, dass man ihre Frauen gerne als demütigende Foltermethode im Beisein der Ehemänner vergewaltigt hat und wenn sie dann schwanger wurden, erschossen hat. Wenn die Töchter noch zu jung waren, hat man ihnen gleich die Kehle durchgeschnitten und mit kleinen Jungen passierte im Grunde dasselbe.

Junge, hübsche Frauen wurden auf Marktplätzen verkauft, wie Vieh. Und das hat sich mit Sicherheit nicht geändert. Das passiert immer noch – und ich befürchte, es ist noch viel schlimmer geworden, seitdem die EU ihre NO WAY Politik, die Festung Europa, aufbaut. Was in Libyen passiert, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Es ist die wahrhaftige Hölle.

Meine Kollegen retten diese Menschen jetzt – ständig in Angst

Diese Menschen, diese Leute, diese Schicksale. Alles diese retten jetzt im Moment meine Kollegen und Kolleginnen. Ständig mit der Angst im Nacken, entweder von den Libyern schon auf See erschossen zu werden oder in Europa wegen „Schleusertätigkeiten“ eingesperrt zu werden.

Das dreiste daran ist, dass wir von der EU erpresst wurden, den Code of Conduct zu unterzeichnen. Der uns dazu verpflichtet, die Menschen nach Europa zu fahren. Wir wollten das nie. Wir haben uns gewehrt – und man hat uns im wahrsten Sinne fertig gemacht. Wir erinnern uns alle noch an Jugend Rettet, ein Schiff was völlig grundlos beschlagnahmt wurde.

Die angeblichen Beweise waren allesamt erlogen, wie sich später vor Gericht herausstellen sollte. Aber man hat die Organisation damit vernichtet. Widerwillig und unter Protest unterschrieben wir. Wohl wissend, dass das politisches Kalkül ist. Dass wir damit nach außen tatsächlich wie ein „Wasser Taxi“ wirken – und unsere Arbeit erschwert wurde. Dass wir viele Menschen auf der Fahrt zurück nach Europa nicht retten konnten und die Todeszahlen wieder nach oben schossen.

Unser ursprünglicher Auftrag war die schlichte Seenotrettung. Wir haben die Menschen aus dem Wasser gezogen und MRCC Rom die Anzahl der Geretteten gemeldet. Normalerweise dürfen wir uns aus eigener Kraft nicht mehr bewegen, sobald wir auch nur einen Flüchtling an Bord haben. Rom hat dann umliegende behördliche Schiffe informiert (meist Schiffe der Nato), welche uns die Geretteten abgenommen haben. Flüchlingsaufnahmen sind Behördensache. Leben retten ist zivile Pflicht. Seit dem CoC, müssen wir also zwangsläufig geltendes Recht brechen.

Die EU zwang uns, zu „Schleusern“ zu werden!

Sei es drum… aber von der Politik so extrem kriminalisiert zu werden, obwohl man gleichzeitig diese Bilder im Kopf hat, von dem was da täglich auf dem Meer passiert, ist völlig schizophren. Wenn ich heute Kindergeschrei höre, breche ich innerlich zusammen. Wenn ich dann Seehofer und seinen Club sozialer Unruhestifter von der „Konservativen Revolution“ reden höre, von der „Festung Europa“, dem „Migranten sofort Abweisen“-Unfung oder den „Asyltourismus“-Thesen – Dann bleibt mir mein Essen im Halse stecken.

Das lässt mich kopfschüttelnd und entsetzt zurück. Wenn mich mein Innenminister dafür kriminalisiert, dass ich das deutsche Grundgesetz ehre und danach mit besten Wissen und Gewissen handle, dann macht es mich nicht mal mehr wütend. Es verletzt mich. Es macht mich müde und traurig und fassungslos.

70% der Deutschen fühlen mit Sicherheit dasselbe wie ich – aber wir, die schweigende Mehrheit sind es auch langsam Leid, dieser kleinen rechten Randgruppe entgegen zu treten, wenn unser eigener Innenminister uns eine Ohrfeige nach der anderen erteilt. Vor allem arbeiten wir. Unser Tag ist ein Fulltimejob. Es ist wahnsinnig anstrengend, sein Geld zu verdienen und anschließend noch seinen freiwilligen sozialen Arbeiten nachzugehen, um unser Land und Europa jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

Unsere langjährige Arbeit wird gerade von kleinen, lauten Schreihälsen abgetragen und sabotiert

Da sitzen irgendwelche Pseudoexperten weit rechts im Bundestag und verhindern eine vernünftige Debatte über Dinge, die wirklich für uns von Interesse sind. Da spreche ich noch nicht mal von meiner Rente, über die ich dringend gerne diskutieren möchte. Es ist doch ein Unding, dass wir nun auch noch den Job des Innenministers mit übernehmen müssen. Ich sollte jetzt im Studio sitzen und Musik schreiben. Statt dessen sitze ich hier und schreibe dies alles, um Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um Dinge richtig zu stellen, notdürftig zu flicken und vor allem aufzuklären.

Sachliche Aufklärung über die schwer zu verstehende Wahrheit. Meine freiwillige Arbeit ist im Moment die öffentliche Aufklärung über die Seenotrettung im Mittelmeer. Deswegen habe ich dieses FAQ geschrieben. Ich stelle es für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Jede noch so dämliche Frage wird darin beantwortet. Nutzt es. Spart eure Zeit und verschwendet sie nicht für emotionale Debatten. Nutzt Argumente. Nutzt das FAQ. Teilt diesen Artikel! Und vielleicht können wir Menschenleben retten.

Behauptung 1: Die NGO Schiffe machen sich der Schlepperei mitschuldig

Nein, dies ist nicht der Fall. Im Gegenteil. Oftmals ist die libysche Küstenwache selbst in das Schleppergeschäft verwickelt. Die NGO Schiffe sind darum bemüht, nach dem Retten der Flüchtlinge und dem Bergen der Leichen die Boote zu versenken oder zu zerstören, damit sie nicht weiter verwendet werden können. Mehrfach kam es vor, dass dies jedoch nicht möglich war, da die Libysche Küstenwache oder die sogenannten Engine Fisher das mit Waffengewalt verhindert haben. Wir haben Angst vor denen und legen uns nicht mehr mit diesen Leuten an. Zu oft wurde auf uns geschossen. Hat ein mutiger Kapitän das Kommando, versuchen wir diese mit unserem Schiff zu vertrieben, indem wir auf Kollisionskurs gehen.

Behauptung 2: NGOs sollen die Menschen zurück nach Afrika bringen

Dies ist völlig unmöglich. Ein Eindringen in die territorialen Hoheitsgewässer ist absolut verboten. Darauf stehen langjährige Haftstrafen, da sich die NGO´s dann der Schlepperei schuldig machen würden. Zudem ist es lebensgefährlich, da die libysche Küstenwache oftmals sofort das Feuer eröffnet, selbst wenn man sich noch weit entfernt von den libyschen Hoheitsgewässern befindet. Zudem ist Libyen als nicht sicher durch die EU eingestuft.

Selbst wenn wir nach Libyen fahren könnten, würden wir damit gegen das internationale Völkerrecht verstoßen. Auch Tunesien können wir nicht ansteuern. Wir können als Europäer unter keinen Umständen in die Hoheitsgewässer ohne die Erlaubnis der tunesischen Regierung mit Geflüchteten an Bord einfahren. Diese Erlaubnis wurde uns bisher nicht erteilt. Würden wir zuwider handeln, würden wir uns der Schlepperei schuldig machen.

Behauptung 3: Wir bringen die „Migranten“ nach Europa

Richtig. Aber: Wir wollen das nicht und wir wollten das auch nie. Die EU hat uns dazu jedoch verpflichtet. Wir mussten den sogenannten Code of Conduct unterzeichnen, welcher besagt, dass wir uns verpflichten, die Menschen nach Europa zu bringen. Wir haben uns viele Monate dagegen gewehrt und haben laut protestiert. Als Antwort der EU hat man unsere Schiffe beschlagnahmt oder uns die Einfahrt in europäische Häfen verweigert. Die EU hat uns zum Unterschreiben genötigt – erst dadurch sind wir überhaupt in der furchtbaren Situation, die Menschen nach Europa bringen zu müssen. Wir tun dies unter Protest.
Unser ursprünglicher Auftrag war die schlichte Seenotrettung. Wir haben die Menschen aus dem Wasser gezogen und MRCC Rom die Anzahl der Geretteten gemeldet. Normalerweise dürfen wir uns aus eigener Kraft nicht mehr bewegen, sobald wir auch nur einen Flüchtling an Bord haben. Rom hat dann umliegende behördliche Schiffe informiert (meist schiffe der Nato), welche uns die Geretteten abgenommen haben. Flüchlingsaufnahmen sind Behördensache. Leben retten ist zivile Pflicht. Seit dem CoC, müssen wir zwangsläufig geltendes Recht brechen.

Behauptung 4: Die NGO´s sind ein Pull-Faktor

Nein. Wir haben erst angefangen Rettungseinsätze zu fahren, nachdem mehrere 10.000 Menschen im Mittelmeer aufgrund der Untätigkeit der EU ertrunken sind. Das konnten viele nicht ertragen. Deswegen wollten wir das ändern. Zuerst sind die Menschen ertrunken – erst danach begannen die Rettungseinsätze. Vorher haben vor allem Frachtschiffe oder Schiffe der Nato diese Rettungseinsätze durchgeführt. Mit mäßigem Erfolg. Zum Retten in internationalen Gewässern ist im Übrigen jeder verpflichtet – tut man dies nicht, drohen lange Haftstrafen. Wenn ein NGO Schiff also einen Distress Call erhält, so ist dieses Schiff dazu verpflichtet zu retten. Tut es das nicht, verstößt man gegen das internationale Völker- und Seerecht.

Behauptung 5: NGO´s bekommen Geld für ihre Arbeit

Nein, dies ist nicht so. Wir werden finanziert durch Spenden. Dabei werden jedoch nur die Instandhaltung der Schiffe, Lebensmittel für Crew und die Geretteten sowie Ausrüstungsmaterial finanziert. Es gibt durchaus die Gerüchte, dass wir von Soros finanziert werden, durch die Bundesregierung „für die große Umvolkung“ Geld bekommen und von den Schleppern bezahlt werden oder wir für die CIA oder den BND arbeiten. Das allerdings stimmt alles nicht. Tatsächlich gibt es manchmal größere Spenden von prominenten Personen für die Organisationen. Denen geht es aber tatsächlich darum, dass weiterhin die Werte der EU an den Grenzen durch uns vertreten bleiben.

Alle Helfer auf den Schiffen nehmen Urlaub, bezahlen ihre Flüge und kommen eigenfinanziert zu den Schiffen und wieder zurück. Die Organisationen bezahlen kein Geld für Flugtickets der Helfer. Tatsächlich ist es so, dass einige freiwillige Helfer mittlerweile vor dem persönlichen wirtschaftlichen Bankrott stehen. Einige haben ihren Beruf aufgegeben, um Leben zu retten, andere spenden für die Organisationen, obwohl sie selbst freiwillig aktiv auf den Schiffen sind. In Ausnahmefällen wird eine Beteiligung für die Flugtickets übernommen. Wenn beispielsweise kurzfristig ein Crewman ausfällt und dieser dringend ersetzt werden muss.

Behauptung 6: Es kommen nur junge Männer über das Mittelmeer

Das entspricht nicht der Wahrheit. Der Anteil an Frauen und Kindern ist ebenfalls sehr hoch. Tatsächlich ist es so, dass die Überfahrt vor allem die jungen Männer überleben. Die Babys, jungen, oftmals schwangeren, Frauen und Kinder sterben als erstes. Sie werden auf dem Boden erdrückt, verdursten oder sterben an den Vergiftungen durch das Benzin in den Booten. Oftmals wird das Benzin einfach in das Boot eingelassen und der Schwimmerkörper selbst als Tank benutzt.

Es sterben auch viele Männer bei der Überfahrt. Nur die Stärksten überleben. Es sei denn, wir finden sie rechtzeitig genug. Nichtsdestotrotz ist der Anteil der fliehenden Männer erhöht, was darin begründet liegt, dass die Wahrscheinlichkeit zu überleben höher ist, um anschließend Asyl in Europa beantragen können und dadurch mit Hilfe des Familiennachzugs ihre Familien holen können.

Artikelbild: pixabay.com, CC0, Autor: Johann Pätzold

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% S Kommentare
  1. Ulrich Klös sagt

    ich bin sehr dankbar für die geleistete Arbeit und Hilfe die Ihr den Flüchtenden zukommen lasst. Man liest soviel von dem rechten Abschaum, da ist man froh das es noch aufrechte Menschen gibt. Ich würde, wenn ich darf , gerne von meiner Webseite auf diese Webseite verweisen.
    Alles Gute
    Uli

  2. […] Richtig. Aber: Wir wollen das nicht und wir wollten das auch nie. Die EU hat uns dazu jedoch verpflichtet. Wir mussten den sogenannten Code of Conduct unterzeichnen, welcher besagt, dass wir uns verpflichten, die Menschen nach Europa zu bringen. Wir haben uns viele Monate dagegen gewehrt und haben laut protestiert. Als Antwort der EU hat man unsere Schiffe beschlagnahmt oder uns die Einfahrt in europäische Häfen verweigert. Die EU hat uns zum Unterschreiben genötigt – erst dadurch sind wir überhaupt in der furchtbaren Situation, die Menschen nach Europa bringen zu müssen. Wir tun dies unter Protest. Unser ursprünglicher Auftrag war die schlichte Seenotrettung. Wir haben die Menschen aus dem Wasser gezogen und MRCC Rom die Anzahl der Geretteten gemeldet. Normalerweise dürfen wir uns aus eigener Kraft nicht mehr bewegen, sobald wir auch nur einen Flüchtling an Bord haben. Rom hat dann umliegende behördliche Schiffe informiert (meist schiffe der Nato), welche uns die Geretteten abgenommen haben. Flüchlingsaufnahmen sind Behördensache. Leben retten ist zivile Pflicht. Seit dem CoC, müssen wir zwangsläufig geltendes Recht brechen.”  Quelle: https://www.volksverpetzer.de/gastkommentar/mittelmeer-retten/ […]

  3. Gerard sagt

    Ich habe Mittleid mit derjenigen die die Fluechtlingen dort hinterlassen. Sie habe noch weniger Geld um weg zu kommen und sinds jè doch die Leute die die Zukunfts ihres Land aufbauen.

  4. Henne sagt

    Für mich alles sehr gut nachvollziehbar außer BEHAUPTUNG 4: DIE NGO´S SIND EIN PULL-FAKTOR
    Die Ausführungen haben nichts mit der These zu tun. Gibt es ein faktisch größeres Aufkommen an Booten zu Zeipunkten an denen Hilfsorganisationen mit Aufnahmekapazitäten bereit stehen? Oder ist es den Schleppern egal und sie schicken die Schlauchboote so oder so aufs Meer? Oder ist es für den Schlepper ein Verkaufsargument sagen zu können nächste Woche sind die Helfer wieder auf dem Meer, dann kostet die Fahrt im Schlauchboot mehr? Die Motive der Helfer sind ja rein humanitär, aber für einen Schlepper ergibt sich doch daraus zusätzliches Geschäftspotenzial?

    Das wird man nie bewerten können weil sich ja niemand nach Lybien traut.

  5. Chris sagt

    Sie sagen, dass Sie die Flüchtlinge eigentlich nicht nach Europa bringen wollten, aber dann von der EU dazu „gezwungen“ wurden. Was ich mich da frage ist: Welche Alternative gäbe es denn dazu? Was würden Sie lieber tun? Sie sagen ja selbst, dass Sie sie nicht zurück an die afrikanische Küste bringen können. Dementsprechend bleibt doch nur Europa übrig, oder sehe ich das falsch?

  6. Stimming sagt

    vielen dank für das Retten von Menschen (denn das sind sie in allererster Linie) und Hochhalten der Anständigkeit!

  7. Tina sagt

    Danke für die Erläuterungen.

    Es ist ja unglaublich, dass Tunesien sich weigert Schiffbrüchige an Land gehen zu lassen.

    Vielleicht kann man da mal die Gründe in Erfahrung bringen und notfalls auch mit EU Geldern die Behörden da unten etwas schmieren.

    Und wenn sie sich weiterhin weigern die Menschenrechte anzuerkennen, müssen wir die Regierung dort beeinflussen oder halt austauschen.
    Gerade aufgrund unserer Vergangenheit dürfen wir die „Hitlers“ dieser Welt nicht gewähren lassen. Regime change ist hier ganz eindeutig unsere Pflicht!
    😉
    Aber es stimmt doch:
    Es ist doch für alle besser, wenn die Flüchtlinge schnell und sicher aus der Seenot an Land kommen, und Tunesien ist am nächsten.

  8. Karo sagt

    Steht im Artikel. Vorher mussten sie an Ort und Stelle stehen bleiben und behördliche Schiffe kamen und hat die Geflüchteten abgeholt, d.h. am Anfang stand die Seenotrettung, nicht der Transport der Geflüchteten.

  9. Reinhold Heck sagt

    Menschlich zu sein ist keine Frage der politischen Einstellung.
    Und wenn ich dann so einen Schmonzes lese “ Man liest soviel von dem rechten Abschaum, da ist man froh das es noch aufrechte Menschen gibt“ könnte ich mich übergeben.
    Da wird etwas vollkommen ehrverletzendes über politisch anders denkende Menschen vorgebracht von Menschen die sich nur sehr wenig eigene Gedanken machen. Menschlichkeit hat absolut nichts mit rechts oder links zu tun.
    Doch zur Sache.
    Afrika hat eine Bevölkerung von ca.1,3 Milliarden Menschen.

    https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten
    Die fünf größten Herkunftsländer von Flüchtlingen
    Syrien – 6,3 Millionen
    Afghanistan – 2,6 Millionen
    Südsudan – 2,4 Millionen
    Myanmar – 1,2 Millionen
    Somalia – 986.400
    ************
    Klar und deutlich ist also zu erkennen das nur ein sehr geringer Bruchteil an der Gesamtbevölkerung Afrikas „flüchtet“.
    Syrien, Afghanistan, also Länder die auch als Ziel für Europa relevant sind weisen ein Merkmal auf; dort haben die USA vorher oder aktuell ihren „Frühling“ hin getragen. Man sollte sich mal unvoreingenommen mit der Person von Assad beschäftigen, nicht alles glauben was da so in den Schmierblättern steht.
    Libyen, das Transitland für afrikanische „Flüchtlinge“ ist ja schon vorher „beglückt“ worden. Man schreibt Gaddafi ein Zitat zu “ Wenn ich nicht mehr bin wird Afrika Europa überschwemmen.“
    Doch gehen wir zurück zu Afrika.
    Es kommt also im Moment ein sehr geringer Bruchteil der afrikanischen Bevölkerung nach Europa. WAS ist aber mit denen die zurück bleiben?? Wer hilft denen, wenn doch so dringende Gründe für eine Flucht von nur wenigen besteht??
    Ich denke, da wird die Kausalität der Zusammenhänge extrem außer Acht gelassen.
    Notwendig ist Hilfe vor Ort, Beseitigung der Fluchtgründe! Mit Immigration nach Europa ändert sich dabei garnichts.
    Hier wird über die Rettung von einigen Wenigen debattiert, die bösen Rechten als minderwertige Menschen dargestellt von Leuten die uninformiert und mit Scheuklappen behaftet sich selber als Heilsbringer fühlen und dabei nicht sehen das sie mehr Leid produzieren als lindern.
    Aber logisches Denken war noch nie die Stärke der Sozialisten, weder denen von 1933-1945 (NS-Verbrecher) oder deren Nachfolgern bis Heute (international).
    Und zu der Bemerkung über Spenden und speziell SOROS.
    Die Wege des Geldes sind nicht immer klar und offen!
    Grundlage der derzeitigen Misere überhaupt ist hier zu suchen.
    http://www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm
    Ersatz-Migration:
    Ist Es eine Lösung für Abnehmende und Alternde Bevölkerungen?

    Vereinten Nationen Prognosen deuten darauf hin, dass in den nächsten 50 Jahren die Bevölkerung fast aller Länder der Europa als auch in Japan wird das Gesicht Bevölkerungsrückgang und Bevölkerung Altern. Die neuen Herausforderungen der Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung wird erfordern umfassende geänderte Bewertungen von vielen etablierten Politik und Programme, einschließlich derjenigen betreffend die internationale migration.

    Die Konzentration auf diese beiden markanten und kritischen die Bevölkerungsentwicklung, der Bericht der Auffassung, replacement migration für acht low-fertility-Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Republik Korea, russische Föderation, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten) und zwei Regionen (Europa und die Europäische Union). Ersatz migration bezieht sich die internationale migration, dass ein Land brauchen würde, um ausgeglichen Bevölkerung Rückgang und Alterung der Bevölkerung aufgrund von niedrigen Geburtenraten und Sterblichkeit Preisen. ****** Automa.Übersetzung
    Hier die engl. Version
    Replacement Migration:
    Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?

    United Nations projections indicate that over the next 50 years, the populations of virtually all countries of Europe as well as Japan will face population decline and population ageing. The new challenges of declining and ageing populations will require comprehensive reassessments of many established policies and programmes, including those relating to international migration.

    Focusing on these two striking and critical population trends, the report considers replacement migration for eight low-fertility countries (France, Germany, Italy, Japan, Republic of Korea, Russian Federation, United Kingdom and United States) and two regions (Europe and the European Union). Replacement migration refers to the international migration that a country would need to offset population decline and population ageing resulting from low fertility and mortality rates.******** Original
    Hier geht es schlicht und einfach darum die Bevölkerung eines Landes gezielt zu ersetzen.
    Nicht darum Anreize zu schaffen um eine alternde Gesellschaft zu verjüngen durch Erhöhung der Geburtenrate, Verringerung der Weltbevölkerung (Umweltschutz) oder ähnliche Programme.
    Wem nutzt es?
    Geld, Money ist der Schlüssel!
    Nun ist mein Beitrag hier doch länger geworden als ich eigentlich wollte.
    Ich bin 73, habe viel im Ausland (Nigeria, Spanien und Belgien) gelebt und glaube doch ich weiß wovon ich spreche.
    Ach ja, das muss ich noch loswerden; einfach weil diese Leute die Wirklichkeit nicht sehen.
    Diese NS-Verbrecher hatten von 33-45 eine gut organisierten Staat. Beamte, Polizei, Juristen, Großteil der Bevölkerung. Ohne diese Leute hätte Hitler nicht einen Menschen in ein KZ gebracht; es wäre niemand gestorben.
    DIESE Leute haben dann die BRD aufgebaut! Sie waren wieder tätig in Ämter und Behörden, in der Justiz
    ( Rechtsberatungsgesetz von Freisler 1935; mit kleinen Änderungen noch heute gültig; )
    http://www.nibis.de/~gedenkwf/1933_1935.htm

    https://kramerwf.de/Die-Entstehung-des-RBerG.75.0.html
    Und in Wikipedia ist eine Liste der Personen die NS Angehörige waren ( mit Verlaub;hier versage ich mir den Ausdruck NS-VERBRECHER)
    Aber das sollte jeder mal selber eruieren, dabei wird man feststellen das wir schon wieder in einer Diktatur leben. In der Politik, jede leitende Stellung in Ämtern und Verwaltung, man findet sie überall. In kammern und Verbänden vernetzt,
    Einer für Alle; Alle für Einen!

  10. Thommy_aus_dd sagt

    So, die Aussagen der Rechten sind also durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Am Montag riefen die Rassisten/Nazis von Pegida (sie bezeichnen sich selbst so) „Absaufen“ als die Rede auf Mission Lifeline kam. Ist das durch die Meinungsfreiheit gedeckt? Den Tod von Menschen fordern?
    Ihre Geschichtskenntnisse sind ja sehr krude, wenn Sie die SED und die NSDAP gleichsetzen. Aber das ist ja alles von Soros finanziert, somit Sie Ihre Gesinnung als Rassist und Antisemit unter Beweis stellen

  11. Danilo sagt

    Schöner Text zu einem wirklich unschönen Thema. Ich würde mir wünschen, dass diese Energie nicht im Mittelmehr ca 30km vor der Küste Libyens verschwendet wird sondern im Land selber angewendet wird.
    Ganz ehrlich, der Pull Effekt ist vorhanden. Ob das den Rettern passt oder nicht. „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin“ passt da ziemlich gut. Wenn keiner gerettet wird begibt sich auch keiner absichtlich in Gefahr. Dass ihr vor der Küste mit Radar auf die Schlauchboote wartet füllt leider nur die Kassen der Schlepper und macht euch zu Mittätern. Wenn ich mich selbst verstümmele, habe ich dann daran Schuld oder der Arzt, der mich nicht wieder zusammenflicken kann? Wenn ich selbst Feuer lege und dabei Schaden entsteht, ist das meine Schuld oder die der Feuerwehr?

    Wie man es auch dreht und wendet. Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Alles andere ist nur hinterherlaufen und löst das Problem nicht. Rettungsschiffe haben sichtlich eine menschlich gut gemeinte Intention, die Denkweise des Handelns geht dort aber einfach nicht weit genug.

  12. Veronika Buckel sagt

    Zum oft genannten PULL Effekt und dass die aktuell übers Meer flüchtenden Menschen kommen, weil die Aussicht auf Rettung besteht:

    Zu der Zeit, als ich noch im Mittelmeer mitgefahren bin, da entdeckten wir pro Tag und pro Schiff – und wir waren viele Schiffe – mindestens 2, oftmals 3 bis 5 gekenterte Schlauchboote. Rundherum sind oft ein paar Leichen im Wasser getrieben. (….)

    Jedes dieser Boote war mit Sicherheit mit bis zu 180 Menschen gefüllt. Die Leichen haben wir nie gefunden. Diese lagen schon längst auf dem Meeresgrund oder wurden Tage später an den umliegenden Küsten angespült.

    Wir konnten nur die auf dem Wasser treibenden Leichen zählen und haben es dann Rom so weitergegeben. Das waren immer so, je nach dem 10-20 tote Körper. Nur diese Körper sind in die Statistik der Ertrunkenen im Mittelmeer eingeflossen. Dann erhält man eine Zahl wie 1500 oder auch mal 3000 pro Jahr. Eine sehr geschönte Zahl, so makaber das auch klingen mag. Die Dunkelziffer ist brutal. Theoretisch müssen wir die 3000 mindestens mal 10 nehmen.

    Unsere Dunkelziffer ist so unfassbar hoch, dass wir darüber selbst nicht sprechen, weil sie völlig absurd klingt. Ich erinnere mich an ein Gespräch im Büro (wir haben uns dabei flüsternd unterhalten), da wurde intern eine 60.000 als niedrig, aber durchaus realistisch eingeschätzt.“

    https://www.volksverpetzer.de/gastkommentar/mittelmeer-retten/

    Diese Worte des Autors sagen sehr deutlich: Die Aussicht auf Rettung ist gering. Auch weiterhin. Zehntausende ertrinken.

    Wenn Flüchtlinge von Schleppern mit der Aussage angesprochen werden, sie würden gerettet werden, dann wird ihnen ganz offensichtlich eine Lüge verkauft. Das würde sich sicherlich nicht ändern, wenn die NGO Schiffe nicht mehr fahren würden. Dann wäre meiner Meinung nach die Lüge halt anders formuliert, irgendwelche geschönten Fakten würden die Schlepper sicherlich immer finden.

  13. F.D. sagt

    Australien, mehr sog i net

  14. Barbara sagt

    Lieber Gerard,
    das Argument, das ja die noch Ärmeren und Schwächeren zurück gelassen werden, höre ich oft, und da ist was Wahres dran. Es ist aber wichtig zu wissen, dass die meisten Geflüchteten Geld aus Europa zu zu ihren Familien schicken. Die Gesamtsumme ist höher als die gesamte Entwicklungshilfe. Außerdem kommt dieses Geld den Menschen direkt zugute und versickert nicht in den schwarzen Löchern irgendwelcher Despoten oder wird nur für solche Projekte eingesetzt, die sich für das Geberland auszahlen. Außerdem hoffen natürlich viele Geflüchtete auf Familennachzug.

  15. Barbara sagt

    Lieber Danilo, selbstverständlich hast du Recht und die Fluchtursachen müssen bekämpft werden. Das ist allen NGOs, die im Mittelmeer retten, mehr als bewusst. Viele, die dort arbeiten, sind auch anderweitig engagiert, helfen vor Ort in Afrika, in Bangladesch oder setzen sich politisch ein. Viele helfen auch sozial Benachteiligten im eigenen Land oder unterstützen Geflüchtete bei der Integration. Wir kennen die Menschen, die wir und andere gerettet haben, viele haben unglaubliches Heimweh, und wir würden es ihnen so sehr gönnen, in ein befriedetes Land zurück kehren zu können. Aber jeder muss eben dort helfen, wo er kann. Und in Libyen selbst oder im Niger, wo so viele Menschen in die Wüste starten, können wir nunmal nicht agieren. So sehr ich die Arbeit auf der Seawatch liebe, so sehr hoffe ich, dass sie unnötig wird. Es wird immer noch genug zu tun geben!

  16. Heinrich Glumpler sagt

    Gibt es irgendwo eine Quelle für diesen EU Code of Conduct, den die NGOs unterzeichnen mussten? Macht sich besser, wenn man das mit Originalquelle beweisen kann. Es gibt Leute, die glauben das nämlich nicht ohne Originalquelle zu irgendeiner NGO oder der EU oder einer Zeitung.

    Auch diese Sache mit Behauptung 2 ist merkwürdig. Sind nicht alle Länder verpflichtet, Seenotgerettete erstmal aufzunehmen?

  17. Heinrich Glumpler sagt

    Vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages:
    Der italienische Verhaltenskodex für private Seenotretter im Mittelmeer
    Völker-, europa- und strafrechtliche Aspekte
    https://www.bundestag.de/blob/516166/90470cc9ff31524a40522ac738f79fbd/wd-2-068-17-pdf-data.pdf

    Richtig, Tunesien ist ein sicherer Ort, und weite Teile Libyens auch. Moralisch wäre Tunesien und Libyen verpflichtet, rechtlich ist kein Land zur Aufnahme verpflichtet.

  18. Heinrich Glumpler sagt

    Habs gefunden:
    Der italienische Verhaltenskodex für private Seenotretter im Mittelmeer
    Völker-, europa- und strafrechtliche Aspekte
    https://www.bundestag.de/blob/516166/90470cc9ff31524a40522ac738f79fbd/wd-2-068-17-pdf-data.pdf

    Mehrere Behauptungen im Artikel stimmen also so nicht. Es ist nicht verboten, libysche Gewässer zu befahren. Und die NGOs sind nicht verpflichtet, die Geretteten nach Europa zu bringen. Sie müssen sie aber an einen „sicheren Ort“ bringen. Das kann jedes beliebige Land sein. Kein Land hat die rechtliche Pflicht, die Leute aufzunehmen, lediglich eine moralische Pflicht besteht (dann am ehesten für Tunesien und Libyen als nächste sichere Orte).

  19. […] Volksverpetzer: Ich habe jahrelang Flüchtlinge aus dem Meer gerettet – Glaubt nicht den Lügen der AfD (via […]

  20. Frage sagt

    „Darüber musste auch nicht lange debattiert werden, denn Europa ist verpflichtet nach dem internationalen See- und Völkerrecht, die Menschen in internationalen Gewässern vor dem Ertrinken zu retten. “ warum bezieht sich die Verpflichtung auf „Europa“? Bzw. in allen internationalen Gewässern?

  21. Horst S. sagt

    „Es ist nicht verboten, libysche Gewässer zu befahren.“ Ich glaube kaum, dass ein italienischer (!) Verhaltenskodex über rechtskräftige Aussagen über libysches Hoheitsgebiet macht.

  22. Daten sagt

    „Der Anteil an Frauen und Kindern ist ebenfalls sehr hoch.“ Daten dazu sollten vorhanden sein? Prozentwerte der in europäischen Ländern ankommenden Personen wären aussagekräftiger, also ein abstraktes „sehr hoch“.

  23. Larissa sagt

    heinrich, ist das dein ernst?

    „BEHAUPTUNG 2: NGOS SOLLEN DIE MENSCHEN ZURÜCK NACH AFRIKA BRINGEN
    Dies ist völlig unmöglich. Ein Eindringen in die territorialen Hoheitsgewässer ist absolut verboten. Darauf stehen langjährige Haftstrafen, da sich die NGO´s dann der Schlepperei schuldig machen würden. Zudem ist es lebensgefährlich, da die libysche Küstenwache oftmals sofort das Feuer eröffnet, selbst wenn man sich noch weit entfernt von den libyschen Hoheitsgewässern befindet. Zudem ist Libyen als nicht sicher durch die EU eingestuft.

    Selbst wenn wir nach Libyen fahren könnten, würden wir damit gegen das internationale Völkerrecht verstoßen. Auch Tunesien können wir nicht ansteuern. Wir können als Europäer unter keinen Umständen in die Hoheitsgewässer ohne die Erlaubnis der tunesischen Regierung mit Geflüchteten an Bord einfahren. Diese Erlaubnis wurde uns bisher nicht erteilt. Würden wir zuwider handeln, würden wir uns der Schlepperei schuldig machen.“

    es braucht schon sehr viel ignoranz, um menschen die gefoltert und vergewaltigt wurden, die lieber ertrinken würden als zurückgehen zu müssen, in ein land wie lybien zurückschicken zu wollen. was denkst du was die seenotretter wollen? sich lügen ausdenken damit sie klammheimlich alle geflüchteten nach europa bringen können? damit diese dann hier ihren asylurlaub genießen können? wie kann man so wenig empathie haben, eine frau, die über monate vergewaltigt wurde, die ihre letzte kraft zusammenrafft um zu fliehen, zurück in die hände ihrer peiniger übergeben zu wollen.
    ich denke solche gedanken kann man nur entwickeln, wenn sich den schrecken der dort passiert einfach nicht vorstellen kann. und das ist wohl dem wohlstand in deutschland zu verdanken. nun, dann hoffe ich, dass europa tatsächlich von geflüchtten „überschwemmt“ wird, dann muss ich mir zumindest nicht mehr so ein ignorantes gelaber anhören.

  24. Alex sagt

    Und wie auch im Artikel steht erlauben diese Länder keine Einfahrt in ihr Hoheitsgebiet. Ordentlich lesen, nicht nur überfliegen.

  25. Tobias sagt

    Ist der braune Abschaum, so wie sie ihn nennen, für dieses Desaster verantwortlich?
    Sie sollten ihren Frust den Altparteien zukommen lassen. Immer diese Nazikeule, die zieht nicht mehr Herr Klös.

  26. jo sagt

    sehen sie falsch. Im Artikel steht doch, wie es vorher praktiziert wurde.

  27. jo sagt

    „Wenn keiner gerettet wird begibt sich auch keiner absichtlich in Gefahr.“ Vielleicht nochmal drüber nachdenken.

  28. Simon sagt

    Komisch, Sie reden gerade wie dieser tiefbraune Menschenmüll. Die „Naziukeule“ zieht sehr wohl, wenn Sie wie ein Nazi reden und handeln.

  29. Jens M. Gutmann sagt

    Zunächst: Großen Respekt vor eurer von tiefem Mitgefühl getragenen Arbeit! Aber eines vermisse ich in diesen Ausführungen – wie auch in den Schilderungen anderer Seenot-Rettungsinitiativen: Einige deutliche Worte über das Treiben der kriminellen Schlepper in Nordafrika, die den Schutz Suchenden zunächst ihr letztes Geld abpressen, sie in der Zeit vor der „Überfahrt“ unmenschlich behandeln und unter Zwang auf völlig überladene Schlauchkonstruktionen – „Boot“ kann man dazu kaum noch sagen – ins Mittelmeer schicken. Mit einer Chance, Malta oder Italien zu erreichen von 0,00%. Sie kalkulieren massenhaft Tote ein: Es gehört zu ihrem zynischen Geschäftsmodell. Für mich sind das Mörder. Selbstverständlich soll man retten, wen man kann. Aber man muss auch verstehen: Für jeden, den idealistische Leute wie ihr retten, schicken die Schlepper mehrere neue Schutz Suchende. Der Teufelskreis geht weiter – und eure Sysiphusarbeit endet nie…

    Noch eines kommt hinzu, worüber fast nie gesprochen wird: Nach Expertenschätzungen sterben viel mehr Menschen in der Sahara – auf dem Weg an die Küste – als auf dem Mittelmeer. Dort gibt es keine westlichen Hilfsorganisationen, die Hilfe leisten. Es ist einer der Gründe, warum für die meisten Schwarzafrikaner, die in Libyen stranden, die Rückreise in die Heimat nicht in Frage kommt. Sie sitzen in der Falle – und lassen sich auch deshalb auf die völlig seeuntauglichen Gummiflöße aussetzen.

    Wo die Grenzen der Integrationskraft Europas liegen: Darüber kann man streiten. Leichter ist es in den letzten Jahren nicht geworden. Aber dass angesichts des immensen Bevölkerungsdrucks in Afrika etwas getan werden muss, das über das bloße Auffangen der Folgen von Miseren in der „Dritten Welt“ hinaus geht: Das liegt auf der Hand. Man muss ran an die Fluchtursachen – und die liegen größtenteils in den Herkunftsländern der Migranten. Mit nur einer, isolierten Aktion wird man nicht weit kommen. Es braucht ein ganzes Bündel aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Man wird – auch wenn das einigen Humanisten nachvollziehbarerweise nicht gefällt – nicht umhin kommen, die Bedingungen für eine Rückführung nach Nordafrika zu organisieren. Es braucht von der EU (!) getragene Auffanglager in Libyen (statt der bisher menschenverachtenden Gefängnisse dort), von wo aus Asyl gewährt oder in die Heimatländer zurückgeführt wird. Wenn Letzteres, dann am besten flankiert mit Starthilfemaßnahmen und in Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfe-Organisationen vor Ort. Gut wären auch Auffangzentren südlich der Sahara, damit nicht so entsetzlich viele Menschen in der Wüste umkommen.

    Wenn ich von einem „Bündel an Maßnahmen“ spreche, muss es auch darum gehen, zukünftig viel mehr dort zu tun, wo die Menschen herkommen. Diese Länder sind insgesamt in hohem Maße geprägt von u.a. hohem Bevölkerungswachstum, Klimawandel, failed States, Korruption, Diskriminierung der Frau. Eklatant sind auch die Benachteiligungen im Welthandel. Beispiele: europäische Trawler fischen afrikanischen Ländern die Fischbestände vor deren Hoheitsgewässern leer, die USA halten mit Beihilfen für einheimische Baumwolle handgepflückte Konkurrenzware aus Afrika von den Märkten fern, EU-Länder überschwemmen die Märkte mit subventioniertem Milchpulver oder Gebrauchtkleidern – machen damit Michwirtschaft und Textilindustrie kaputt etc. Man könnte mit viel besserer und effektiverer Entwicklungshilfe, mehr diplomatischen Initiativen, einem faireren Welthandel u.v.a.m. einiges erreichen.

    Nur darf man damit nicht mehr lange warten. Wenn ich gestern lesen musste, dass dem Bundesentwicklungshilfeminister Müller der Etat für 2020 um eine Milliarde Euro gekürzt wurde, dann dünkt mir: An „Bekämpfung von Fluchtursachen“ scheint die aktuelle Regierung nicht wirklich interessiert zu sein – oder/und es fehlt ihr an jeglicher Weitsicht.

  30. Marie sagt

    „Das australische Modell sollte uns Vorbild sein.“ Sebastian Kurz.
    „Welt“: „Australien fängt Flüchtlinge ab und bringt sie auf die Insel Nauru. Die Flüchtlinge werden verprügelt, missbraucht und vergewaltigt.“ Ihr solltet wissen, welche Vorbilder Kurz hat.
    Soviel dazu: https://www.welt.de/politik/ausland/article157851796/Einmal-australische-Hoelle-und-kein-Zurueck.html

  31. […] Ich habe Flüchtlinge aus dem Meer gerettet – Glaubt nicht den Lügen der AfD – “Die Leute, die gerettet wurden, bettelten uns an, sie nicht der Libyschen Küstenwache zu übergeben. Lieber würden sie zurück in das Wasser springen und ertrinken, als zurück nach Libyen zu müssen. Die schwangeren Frauen wurden über Monate hinweg von den libyschen Aufsehern vergewaltigt. Und in Europa reden Rechtspopulisten darüber, dass es unverantwortlich sei, als schwangere Frau auf und über das Mittelmeer zu flüchten.” Blunt images, strong words, dismantles all the common lies regarding the NGOs saving lifes in the Mediterranean. […]

  32. Skadi sagt

    Die Sea-Eye macht zur Zeit in Tuniesien fest – da wo Sie nach eigener Aussage nicht hinkommen. Wie kommt das?

  33. […] aber diesmal liegt es mir am Herzen, einen bereits sehr verbreiteten Text zu empfehlen: Johann Pätzold über seine Erlebnisse und Berichte von den Vertriebenen im Mittelmeer. Den sollte man gelesen haben. Niemand soll sagen können, er habe doch nichts gewusst. Hier der […]

  34. Volker Stahl sagt

    Für viele Gründe des Flüchtlingsproblems und für die extreme Armut in vielen Ländern Afrikas sind wir Europäer mit verantwortlich. Wir lassen es zu, das unsere Konzerne die Rohstoffe und landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten rücksichtslos ausbeuten. Die hierfür verantwortlichen Politiker werden bestochen und für die Entwicklung des Landes bleibt nichts übrig. Auch die egoistische Handels- und Landwirtschaftspolitik der EU trägt zur Verarmung Afrikas bei. Hierbei werden Milliardensummen für Europa verdient. Es ist für mich unbegreiflich, dass man hunderte von Menschen, die aus diesen Gründen flüchten, einfach ertrinken lassen will. Jedes Kind (Katze/Hund) das bei uns in einen Fluss fällt, wird sofort ohne Rücksicht auf Kosten von der Feuerwehr gerettet. Sind afrikanische Menschen wirklich weniger wert?

  35. Carina Schmidt sagt

    Genau so sehe ich es auch! Es ist eine verzweifelte un absolut unrealistische Vorstellung zu glauben, ohne die Rettungsschiffe würden weniger Menschen sich aufs Mittelmeer wagen. Die Menschen sind so verzweifelt.

  36. Carina Schmidt sagt

    Danke für diesen Artikel und danke für den Einsatz aller mutigen, engagierten Menschen!!!!!!!

  37. Thomas sagt

    Die Feuerwehr anzuführen und die Schuldfrage zu stellen passt nicht zum hier diskutierten Seenotretten. Ob nun die Geflüchteten selber Schuld sind, dass sie flüchten, dass sie ertrinken oder gerettet werden, war nicht die Ausgangsfrage. Das Feuerwehrbild würde bedeuten, bevor die Feuerwehr löscht, stellt sie die Frage, warum das Haus brennt. Hat es der Besitzer selbst angezündet, weil er das so wollte, lässt es die Feuerwehr abbrennen. Das Beispiel lässt sich noch abändern (und so evtl. leichter verstehen): Ort der Handlung die Autobahn. Ein Unfall mit ein, zwei Fahrzeugen, Verletzte, evtl. auch Tote. Der Notarzt klärt VOR seiner Tätigkeit, vor dem Lebenretten am Unfallort, künftig die Schuldfrage am Unfall. Was war nochmal seine Aufgabe? Lebenretten!
    So ist das auch in der Seenotrettung, helfen ungeachtet der persönlichen Umstände, ungeachtet der Herkunft. Lebenretten!
    Wenn das Argument sich bewahrheiten ließe, keine Menschen aus Seenot zu retten, würde zu weniger Flucht führen, dann wären die Bademeister am Beckenrand im Freibad auch überflüssig. Würden erst einlam genug Menschen im Freibad ertrinken, so würden die verbleibenden künftig halt einfach besser aufpassen.
    Und das könnte uns dann als Begründung dienen, Feuerwehr und Notärzte auch gleich abzuschaffen.

    Mein Europa soll anders aussehen!

  38. Jürgen Gerrhard sagt

    Behauptung 2: NGOs sollen die Menschen zurück nach Afrika bringen

    Dies ist völlig unmöglich. Ein Eindringen in die territorialen Hoheitsgewässer ist absolut verboten.

    RICHTIG IST:

    Bei SOS darf/muss auch in territoriale Hoheitsgewässer eingedrungen werden. Außerdem ist dies humanitäre Menschenpflicht.

  39. Das Oimel sagt

    „Festmachen“ und „mit Geretteten an Bord einlaufen“ sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Wenn eine Küstenwache die Einfahrt in die 12-Meilen-Zone verweigert, ist an der Stelle erstmal Schluss.

  40. Ulrich sagt

    Hi, Tobias, es tut einfach weh, solchen Kommentar zu lesen. Dein Herz schient total verklebt zu sein.

  41. Frank sagt

    Danke Tobias, so ist es! Ich freue mich über jeden Gutmenschen der Erfahrung mit dem Zeug macht!

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