Wagenknechts #Aufstehen ist nur eine linke Version der AfD

| 13. August 2018

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“Aufstehen” und die AfD haben viel gemeinsam.

Lafontaine und Wagenknecht haben eine Version einer “linken Volkspartei” und einer starken linken Allianz gegen die Rechtsextremen der AfD: #Aufstehen. Ziel soll es sein, die sozialliberalen Kräfte in der SPD, Grünen und Linken zu vereinen. Klingt gut, aber dafür sind diese beiden genau die Falschen. Denn die Positionen, die Wagenknecht und ihr Flügel in der Linkspartei vertritt haben mit der AfD viele Gemeinsamkeiten. Weshalb es auch wenig verwunderlich ist, dass diese Bewegung auf Stimmen von AfD-Wählern abzielt.

Wer in einem viel zu simplen Links-Mitte-Rechts-Schema denkt, dem mag diese Behauptung seltsam erscheinen (und nein, die Extremismus- bzw. Hufeisentheorie ist auch Quatsch). Aber wenn man die politische Landschaft in mein Vier-Achsen-Modell aufteilt (Das ich hier ausführlich erkläre, ich empfehle die Lektüre), ergibt das durchaus Sinn. Die Linkspartei besteht nämlich vereinfacht gesagt aus zwei ziemlich unterschiedlichen Flügeln.



Kipping vs. Wagenknecht

In der Bundestagswahl hat die LINKE etwa 420.000 WählerInnen vor allem aus dem Osten an die AfD verloren, aber zusammen über eine Millionen von der SPD und den Grünen gewonnen. Die Gewinne sind vor allem WählerInnen, die global, sozial, liberal und progressiv sind. (Siehe mein Modell) Diese WählerInnen vor allem aus den westdeutschen Städten stehen für eine linksliberale Alternative zu den Grünen. Linken-Chefin Katja Kipping möchte diese Ausrichtung der Partei kultivieren.

Auf der anderen Seite stehen vor allem ältere WählerInnen aus Ostdeutschland. Diese sind EU-skeptisch, gegen die NATO, russlandfreundlich, gegen offene Grenzen und autoritär. Diesen Flügel repräsentiert Wagenknecht und auch ihre #Aufstehen-Bewegung. Hier sieht man auch deutlich, wieso es vielen WählerInnen so leicht fiel, von dort aus zur AfD zu wechseln.

Wagenknecht biedert sich AfD-Wählern an

Wagenknecht hat für eine Obergrenze für Flüchtlinge plädiert und die Schuld für den Anschlag am Breitscheidtplatz Merkels Politik zugeschoben. Dafür wurde sie von AfD-Chef Gauland gelobt. Compact, selbst von dem ehemals “linken” zur Pro-Putin Rechten gewechselten Jürgen Elsässer, lobt Wagenknechts Bewegung. Wenn es nach Wagenknecht ginge, wäre die LINKE eine Partei, die sich gegen offene Grenzen ausspricht. Die Bewegung wird keine Brücken für Rot-Rot-Grün bauen, sondern Wagenknechts eigenes Konzept eines ökonomischen Nationalismus und kulturellen Konservativismus ausbauen.

#Aufstehen baut viel eher Brücken zwischen der AfD und der LINKE. Die alten Einteilungen zwischen “links” (sozial und liberal) und “rechts” (marktradikal und autoritär) weichen einer neuen Unterteilung. Politik der Weltoffenheit (Global) versus eine Politik der nationalistischen Verschlossenenheit. #Aufstehen ist lediglich eine linke Version davon. Und damit aus den gleichen Gründen abzulehnen wie die rechtsnationale Fassung der AfD.

Artikelbild: Sven Teschke, CC BY-SA 3.0 DE

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