Diese 3 Grafiken entlarven die Argumente von Klimaschutz-Verweigerern

| 25. Juli 2019

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3 Grafiken, die Klimaschutz-Verweigerer nerven.

Jede Diskussion braucht Fakten. Hier sind drei davon, jeweils mit Visualisierung.



1. Der Klimawandel trifft Deutschland hart

Wenn von Klimaerwärmung die Rede ist, denken wir oft nicht zuerst an den Einfluss in Deutschland. Doch auch hier erwärmt sich das Klima. Die jährliche Durchschnittstemperatur steigt und in einzelnen Monaten gibt es sogar richtig starke Ausschläge. Besonders in den 10-er Jahren des 21. Jahrhunderts fällt auf, dass dort fast jedes Jahr ein neuer Rekord gesetzt wird. In der Vergangenheit gab es offenbar auch schon starke Schwankungen im Winter, doch jetzt wird es ganzjährig immer wärmer.  

Heutzutage sind die Ausschläge teils mehrere Grad abseits dessen, was vor 1900 noch normal war. Aber seht selbst: 


Der grüne Kreis ist der Durchschnitt zwischen 1880 und 1900. Die Grafik visualisiert jeweils monatsweise positive und negative Abweichungen von diesem Wert. Die Farbe visualisiert den jährlichen Durchschnitt. Die ursprüngliche Idee für solche Visualisierungen hatte Ed Hawkins.

Wir sehen außerdem, dass sich der CO2 Gehalt der Atmosphäre durch menschliche Einflüsse um über 40% erhöht hat – und zwar in nur einem Jahrhundert – auf einen Wert wie es ihn seit mindestens 3 Millionen Jahren nicht gegeben hat. Dadurch kommt es – und das ist neu – zu einer global schnell ansteigenden Durchschnitts-Temperatur. Dass der CO2 Anstieg für diesen Temperaturanstieg verantwortlich ist, ist auch kein “Modell”, sondern direkt messbar.

2. Deutschland ist ein Umweltschwein

Oft wird so getan, als wäre Deutschland eigentlich schon ziemlich umweltbewusst, und Klimawandel wäre kein Problem, wären da nicht die bösen Chinesen. Damit wird dann oft gerechtfertigt, dass alles was wir tun, nichts bringt solange die Chinesen nicht „auch mal was tun“. 

Das beruht auf der fehlgeleiteten Annahme, dass Chinesen pro Person gefälligst viel weniger ausstoßen dürfen, weil sie ja mehr sind als wir. Im Gegensatz zu Deutschland hatte sich China allerdings eine extrem schmerzhafte 1-Kind-Politik auferlegt, während wir Europäer in unserer Geschichte halt bei Überbevölkerung mal eben ein paar neue Kontinente erobert und die dortige Bevölkerung ausgelöscht haben. 

Stellt man also eine*n Chines*in und eine*n Deutsche*n gegenüber stellt man schnell fest, dass der Deutsche deutlich stärker auf Kosten der Umwelt gelebt hat, als ein Chinese. Hier in der Grafik ist dafür das Leben eines durchschnittlichen 50-jährigen simuliert. „50“ deswegen, weil die Mehrheit der Wähler in Deutschland über 50 Jahre alt ist. 

Wenn ein*e Deutsche*r also einem Chinesen sagt: „Jetzt fang doch mal an die Umwelt zu schützen.“, dann hat der Chinese aktuell Recht ihn hart auszulachen. 

Auch ist die Summe an CO2 Emissionen, die ein Deutscher in seinem Leben verursacht, einfach unglaublich. 750 Tonnen – das sind mehr als nur ein paar Bäume, das ist ein ganzer Wald der neu gepflanzt werden muss, einfach nur um die Emissionen bis zum 50. Lebensjahr auszugleichen. Wer wird diesen Wald einmal bezahlen müssen?

3. Die Uhr tickt

Um die Erderwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf 1.5 Grad zu begrenzen, darf nur eine ganz bestimmte Menge CO2 in die Atmosphäre gelangen. Rechnet man auf diese Menge drauf, was wir bisher in die Luft gepustet haben, dann ergibt sich daraus ein Gesamtbudget für die Menschheit (nur wussten wir das um 1800 noch nicht). Man kann dann auch ausrechnen, wie viel welches Land sich aus diesem Budget „genommen“ hat. Im Fall von Deutschland stellt man fest, dass wir uns relativ zur Bevölkerung ziemlich ausgiebig am Budget bedient haben – ein ein Vielfaches mehr als der Rest der Welt. 

Auch stellt man sehr schnell fest, dass unser Budget sehr bald aufgebraucht ist. Nur noch 9 Jahre haben wir beim aktuellen Tempo übrig, danach schreiben wir rote Zahlen. Alles darüber hinaus muss unbedingt wieder aus der Atmosphäre entfernt werden, wenn wir vermeiden wollen, dass der Planet sich von selbst unaufhaltsam weiter aufheizt. Aktuell existieren noch keine Technologien, um dies in großem Maßstab durchzuführen. Es wird außerdem extrem teuer. Und man hinterlässt seinen Kindern keine Schulden. 

Es liegt an uns

Jeder von uns kennt diese Diskussionen mit Leuten, die sich für “kritisch” halten, weil sie von der Öl-Industrie-PR finanzierte Youtube-Videos blind glauben, während sie gleichzeitig unabhängige Wissenschaftler als “gesteuert” verunglimpfen. Naja, gegen solche Menschen helfen die Grafiken hier gar nichts. 

Aber für alle anderen sind sie eine gute Möglichkeit, sich visuell die Fakten über die Klimakrise ins Gedächtnis zu rufen. Eine Menge Leute kann man erreichen, wenn man die Dinge einfach klar darstellt. Deswegen ist die Hoffnung und Einladung in diesem Artikel, dass wir uns einfach mal über die Fakten informieren und sie dann auch weitergeben. Es gibt viele Leute, die sich über den Ernst der Lage nicht ganz im Klaren sind, aber total gute Menschen sind. Die gilt es zu erreichen. 

 

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war in der zweiten Grafik der Radius des Kreises proportional zum CO2-Ausstoß. Dies wurde geändert, sodass nun die Fläche proportional zum CO2-Ausstoß ist.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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