Mit diesen Reaktionen auf meinen Tweet habe ich nicht gerechnet!

#MannfuereinenTag

Freitagmittag. Soeben hat meine Mittagspause begonnen, ich checke Twitter, sehe dass der Hashtag #Mannf├╝reinenTag trendet und rotze mal eben einen sarkastischen Tweet ins Netz.

Das war der Tweet:

Warum wird ein Tweet, ├╝ber den man lange nachgedacht hat, kaum retweetet und so ein Schnellschuss sehr oft? Man wei├č es nicht.



Nat├╝rlich waren einige M├Ąnner „emp├Ârt“

W├Ąhrend viele Frauen ihn zustimmend retweeten und kommentieren bleiben die Reaktionen von emp├Ârten M├Ąnnern auch nicht aus.

Die reichen von „Aber M├Ąnner mit viel Sex werden auch bl├Âd angesehen“ bis hin zu „DICH WILL DOCH EH NIEMAND FICKEN!“ Letzteres h├Ârt Frau ja eigentlich bei jeder feministischen Diskussion, das ist jetzt nicht wirklich kreativ.

Mein Favorit ist die Antwort mit der „Sperrm├╝llfotze“. Ob dieser kreativen Wortsch├Âpfung bin ich wirklich tief beeindruckt.

Ich war ja etwas erstaunt ob der Typen, die sich von dem Tweet angepisst f├╝hlten. Hab ich irgendwo erw├Ąhnt, dass es nur M├Ąnner sind, die Frauen Schlampe nennen?

Tats├Ąchlich kriege ich solches Gerede n├Ąmlich eher von Frauen mit, die sich ├╝ber ihre Geschlechtsgenossinnen auslassen. Manchmal sind sich Frauen leider selbst die gr├Â├čten Feindinnen.

Aber alle Reaktionen zeigen mir eines: Wir leben im Jahr 2018. Es wird allen Orten ├╝ber Sex geredet. Nackte Haut ist allgegenw├Ąrtig. Im Kino wird bei 50 Shades of Grey gezeigt, wie SM-Beziehungen nicht laufen sollten. Es gibt massenweise Artikel und Berichte ├╝ber polyamore Lebensmodelle. Alles scheint m├Âglich. Alles scheint offen.

Aber all das ist nur auf dem ersten Blick richtig.

In Wirklichkeit ist Sex offenbar immer noch etwas, was hinter vorgehaltener Hand passiert.

Sex ist immer noch ein Machtinstrument und Sex gilt immer noch als anst├Â├čig. Immer noch gelten Frauen (Oder Menschen im Allgemeinen?), die Sex mit verschiedenen Personen haben als ‚verbraucht‘ und ’schmutzig‘. Noch immer herrscht da unfassbar viel Pr├╝derie.

Einfach mit anderen Menschen Spa├č haben? Mit anderen Menschen Beziehungen eingehen, ob nun rein k├Ârperlich oder nicht? Ohne, dass einem jemand reinredet? Schwierig.

Dabei ist bei Beziehungen doch vor allem eines wichtig: Ehrlichkeit.

Klar, beim Sex macht man sich verletzlich, man gibt viel von sich Preis. Und wenn man in einer Partnerschaft und mit anderen Menschen schl├Ąft, ohne das mit dem Partner abzusprechen, dann ist schnell einer verletzt. Ebenso, wenn man miteinander schl├Ąft und sich ein Partner Hoffnungen auf mehr macht.

Insofern ist mein Kredo vor allem eines: Habt miteinander Spa├č, aber seid auch ehrlich zueinander. Sprecht miteinander! Dar├╝ber, was ihr euch erwartet, was euch wichtig ist, worauf ihr steht. Dann kann man so viel entspannter an die Sache rangehen!

Oh, und wo wir schon dabei sind:

Sich beim Sex zu sch├╝tzen ist auch eine prima Idee, dann schwerwiegende Krankheiten braucht niemand.

Was mich an den Reaktionen auf meinen Tweet auch ziemlich am├╝siert hat, war die Tatsache, dass viele f├╝r gegeben hielten, dass ich mich offenbar nach Lust und Laune durch die Gegend v├Âgele, obwohl ich nichts dar├╝ber gesagt hatte.

Aber da muss ich sagen: Wenn euer Gehirn euch da so tolle Fantasien beschert, dann will ich euch mal in dem Glauben lassen. Mein damaliger Freund fand das ├╝brigens auch ziemlich witzig.

Soviel zur Geschichte eines Tweets, der mich einiges ├╝ber Pr├╝derie gelehrt hat, und ├╝ber die Reaktionen, die er ausl├Âste, zum Teil sehr zum Lachen brachte.

Artikelbild: Screenshot twitter.com, der Artikel erschien zuerst in der Volksverpetzer-Kolumne auf Mimikama

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