Tränengas auf Kinder, rechte Angriffe auf Journalisten, Schüsse auf Schutzsuchende

| 3. März 2020

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Tränengas gegen Kinder

Da stehen wir nun wieder, diesmal in Griechenland: Vor den Toren Europas spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab. Gegen Menschen auf der Flucht wird Tränengas und Gewalt eingesetzt, scheissegal ob da Kinder mit dabei sind oder nicht. Medienberichten zufolge ist bereits ein Kind aufgrund dieser Politik verstorben (Quelle).

Nicht nur Tränengas: Küstenwache will Boot mit Schutzsuchenden kippen

The Telegraph aus Großbritannien berichtet darüber, wie die griechische Küstenwache versucht, ein Boot mit Schutzsuchenden zu kentern:

Medienberichten zufolge ist bereits ein Kind aufgrund dieser Politik verstorben (Quelle). Dabei sind diese Menschen einfach nur Opfer von Krieg und politischen Erpresserspielchen, die Erdogan mit der EU treibt.

Die Eindrücke vor Ort

Laut Journalistin Isabel Schayani lässt die türkische Regierung die Schutzsuchenden mit Bussen an die Grenze fahren, um damit die Situation weiter eskalieren zu lassen:

Die Journalistin Katharina Willinger berichtet darüber, wie die Menschen an der Grenze zu Griechenland ausharren und mit Frauen und Kindern, mitten auf der Wiese bei Temperaturen um die 0° übernachtet haben. Laut Aussagen vor Ort schildern einige, sie seien als “Munition” missbraucht worden:

Reporter Luc Walpot ist ebenfalls vor Ort. Laut ihm verbreiten sich die Aufnahmen der Angriffe auf die Schutzsuchenden über die sozialen Medien. Einige wollen nicht mehr nach Griechenland, was den Schluss zulässt, dass viele vor der Abreise falsch informiert worden:

Währenddessen setzt die EU Grenzschutzagentur FRONTEX die “Alarmstufe” nach oben, die griechische Regierung verstärkt ihre Grenzen zunehmend und spricht von einer  “organisierten” Flüchtlingsbewegung:

Angriff auf Journalisten, griechische Bürger*innen attackieren Fliehende

Schon am Wochenende kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der lokalen griechischen Bevölkerung und den Schutzsuchenden. So haben die griechischen Bürger ebenfalls versucht ein Boot selbst abzuwehren. Der deutsche Journalist Michael Trammer wurde von einer Gruppe mutmaßlicher Rechtsextremer angegriffen. Hier die Videos von Welt und Telegraph:

Das ach so zivilisierte Europa, Trägerin des Friedensnobelpreises, kriegt im Moment nichts auf die Reihe, außer mit äußerster Brutalität gegen Menschen vorzugehen, die kaum eine Wahl hatten. Schon vor Monaten hätte man das alles kommen sehen und sich überlegen können, wie man die Menschen auf der Flucht auf die gesamte EU verteilt. Aber anscheinend hat man aus 2015 überhaupt nichts gelernt. Außer noch härter Gewalt anzuwenden. Und wir sind dazu verdammt, zuzusehen.

Aber zumindest auf die Straße können wir gehen!

Die “Seebrücke” ruft unter dem Hashtag #WirhabenPlatz deutschlandweit zu Demonstrationen auf:

“Heute finden schon 19 Demos und Aktionen für Aufnahme aus Griechenland und gegen die brutale Abschottung statt! An der Grenze wurden Menschenrechte außer Kraft gesetzt, nun müssen wir handeln!”

Diesem Aufruf schließen wir uns an: Es ist Zeit zu handeln!

Artikelbild: Screenshot twitter.com/Tuncay Özdamar

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