Respektlos! Weidel (AfD) verhöhnt Traueranzeige der Stadt Augsburg

| Kommentar | 12. Dezember 2019

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Wenn du zu tief in Hass und Propaganda steckst

Nach dem tragischen Todesfall von Augsburg begab sich die gesamte AfD gewohnheitsmäßig wieder in den vollständigen Propaganda-Modus. Zunächst die haltlose Spekulation, der Vorfall bestätige das diffuse Feindbild „Migranten“. Dies reichte bereits, um mit der Instrumentalisierung zu beginnen. AfD-Politiker Pazderski reichte einzig der Hinweis „Gruppe junger Männer“, um gleich von „Mord, Totschlag und Vergewaltigungen“ von „Schutzsuchenden“ zu schreiben, die „seit 2015“ „an der Tagesordnung“ seien.

Dass die rechtsextreme Filterblase ihr ganz eigenes Leben fernab der Realität entwickelt hat, sieht man auch darin, dass die später festgenommenen Tatverdächtigen alle gebürtige Augsburger sind und, bis auf einen Italiener, auch alle deutsche Staatsangehörige. Was haben Schutzsuchende oder 2015 damit zu tun? Rein gar nichts. Es verkommt einfach zur Chiffre für den alltäglichen Rassismus dieser Lügenpartei. Man fragt sich auch, seit wann Italiener zum Feindbild der AfD gehören, die gerne den ehemaligen Innenminister Italien Salvini regelmäßig für dessen faschistoide Haltung loben.

Es macht lediglich dann Sinn, wenn man über die wörtlichen Bedeutungen von „Sicherheit“, „2015“, „Migrationshintergrund“ oder „Migrant“ hinaus blickt: Es sind alles nur Buzzwörter, die ihren rassistischen Anhänger*innen signalisieren sollen: Ihr habt Recht damit, dass ihr nicht-weiße Menschen hasst. Hier ein weiterer Beweis. Die Details sind nicht so wichtig. Ihr sollt nur wissen: Migranten sind alle böse, sie sind eine Gefahr und wählt uns, damit wir euch vor dem Problem retten können, das wir euch gerade einreden.

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Die Instrumentalisierungs-Taktik der AfD

Die Propagandisten der AfD haben sich dabei einige Automatismen angeeignet: Immer spekulieren, stets niedere Motive der Politik, Presse und Polizei unterstellen. Jeder Migrant ist so lange Schuld bis… eigentlich nicht mal, wenn dessen Unschuld festgestellt wird. Sie sind immer Schuld. Gefährlich sind immer die „Anderen“, und wenn sie in Deutschland geboren sind, den deutschen Pass haben und sogar einen Vornamen, bei welchem die AfD „weinen würde“, wenn sie ihn denn wüsste, wie die Polizei München kürzlich sagte:

Danke Polizei München! Dieser AfD-Hetzversuch ging nach hinten los

Die Mittel sind dabei, nie zu direkt rassistische Begriffe zu verwenden, gewisse Punkte zu dramatisieren, andere herunterzuspielen und Andeutungen und Sarkasmus zu verwenden. Nicht nur erzeugen diese besonders viele Emotionen, die das rationale Denken ihrer Anhänger*innen ausschalten sollen. Durch Sarkasmus hat man seine Vorwürfe auch nur indirekt formuliert und gibt Argumentationsspielraum für die Selbstverharmlosung. Alice Weidel scheint so sehr in diesem Propaganda-Modus und in diesem Hass gefangen zu sein, dass sie blind (oder gleichgültig) dafür geworden ist, was sie eigentlich gerade tut.

Weidel macht sich über Traueranzeige der Stadt Augsburg lustig

Weidel sucht beim Todesfall von Augsburg gierig nach jeder Kleinigkeit, die sich irgendwie ausschlachten lässt. So ist sie so tief gesunken, dass sie sogar die Traueranzeige der Stadt Augsburg her nimmt, um die Trauernden zu verhöhnen und sich über deren Trauer lustig zu machen. Während in der Anzeige der Stadt Augsburg des Verstorbenen gedacht wird, Mitgefühl ausgedrückt und Anteilnahme für die Hinterbliebenen, ätzt die AfD-Fraktionsvorsitzende darüber mit Lügen und Sarkasmus über deren Trauer. Es macht fassungslos.

Nicht nur waren die Tatverdächtigen Deutsche, die in Augsburg geboren sind und keine „Migranten“, Weidel zeigt kein bisschen Mitgefühl mit dem tragischen Tod. Sie unterstellt den Trauernden (!) sie würden den Vorfall gar verharmlosen, wobei sie diejenige ist, die da gerade allen ernstes sarkastisch über den Tod eines Menschen spricht. Nicht nur das: Darüber, wie andere über ihn trauern. Sie verhöhnt Trauernde und schreibt ihnen vor, wie sie „richtig“ zu trauern haben. Wahrscheinlich, indem man rassistische Lügen verbreite.

Neues Tief an Grausamkeit

Von „tragischem Vorfall“ zu sprechen ist nicht falsch. Es ist ein tragischer Vorfall, warum sollte das verharmlosen? Und da in der Realität, abseits der AfD-Welt, der Fall noch nicht aufgeklärt ist, wären Vorverurteilungen unangebracht. Wie waren die genauen Umstände, war es ein Totschlag, oder nicht wahrscheinlicher sogar eine schwere Körperverletzung mit Todesfolge (Mehr dazu)? Natürlich ist in der Hass-Welt der AfD keine Platz für Differenzierungen, aber dann die Trauernden darüber zu verspotten, ist grenzenlose Menschenverachtung und Pietätlosigkeit.

Für eine Partei, die kein einziges Wort darüber verliert, wenn zum Beispiel ein Deutscher zwei Frauen mit Messer tötet und eine dann anschließend anzündet (Mehr dazu), einfach weil dieser ein weißer Deutscher war, ist anderen vorzuschreiben, wie sie zu trauern haben, während man sie herablassend verspottet, zusätzlich zum unsäglichen Rassismus dieser Lügenpartei, ein neues Tief an Unmenschlichkeit.

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Artikelbild: Cookie Studio, shutterstock.com / Screenshot facebook.com

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