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AfD: Wieso denken Rechtsextreme bei Sex sofort an Kinder … ?

von | Aug 14, 2023 | Aktuelles, Satire

AfD zeigt Kindern Bilder mit Penis!?

Die AfD geht vor Schulen und belästigt die Kinder auf ihrem Schulweg mit Bildern von Penissen?! Finger weg von unseren Kindern, AfD!

Im Mai kündigte die AfD in Sachsen an, vor Schulen zu „protestieren“. Eines der Plakatmotive: Ein Mädchen, das einen Teddy mit Penis im Arm hält. Wieso denken AfD, Rechtsextreme & Co. immer sofort an Kinder, wenn es sexuelle und Geschlechteridentität von Erwachsenen geht? Wieso denken sie sofort an Sex, wenn es um Kitas, Unterricht oder Lesungen vor Kindern geht? Wieso denken sie an Kinder und Sex, wenn es um Drag oder trans Menschen geht?!

Ganz schön perfide, diese Dinge so zu framen und anzudeuten, oder? Die Assoziationen, die diese Darstellung von uns gerade satirisch geweckt wurden, könnte man sogar bösartig nennen. Richtig, und wer das in diesem Kontext erkennt, der kann einsehen, dass es andersherum genau so ist: Wir haben buchstäblich ein echtes Hetz-Plakat der AfD für diesen Artikel nur leicht umgebaut und die gleiche Sprache und das gleiche Framing genutzt, wie es die AfD tut, um Hass gegen queere Menschen zu schüren. Merkt ihr, wie manipulativ das ist? Im Gegensatz zur AfD haben wir es hier aber nichts ernst gemeint.

Die AfD provoziert mit solchen Plakaten und solcher Sprache natürlich bewusst. Und macht genau das, was sie ihren Gegnern vorwirft: Die Partei selbst sexualisiert queere Menschen und die Aufklärung über Geschlechtervielfalt im Unterricht. Es ist eine uralte Propaganda-Strategie, die AfD & Co. hier nutzen. Hinter dem ganzen Lügennarrativ über „Umerziehung“, „Frühsexualisierung“ & Co. stecken Strategien, die Rechte anwenden, um die Gesellschaft vor etwas Angst einzuflößen, das es gar nicht gibt. Wir entlarven sie in diesem Artikel.

Queere erzieher:innen und eltern fördern das kindeswohl

In Sachen Kindeserziehung gibt es keine Zweifel, das legt eine im März erschienene Meta-Studie nahe. Sie kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Homosexuelle Eltern erziehen ihre Kinder quasi genauso normal wie heterosexuelle Eltern. In zwei untersuchten Faktoren konnten Eltern, die sexuellen Minderheiten angehören, sogar besser abschneiden. So kam die Studie zu dem Schluss, dass Regenbogenfamilien in den Kategorien „Psychische Anpassung der Kinder“ und „Eltern-Kind-Beziehung“ sogar besser abschneiden als traditionelle Eltern. Die AfD möchte entgegen dieser Fakten aber queeren Paaren das Adoptionsrecht entziehen.

Forscher:innen erklären schon seit langem, dass offensichtlich nicht die sexuelle Orientierung maßgeblich für eine positive Entwicklung von Kindern ist, sondern die Kind-Eltern-Beziehung. Und in der schneiden eben Regenbogenfamilien oftmals besser ab. Denn: Die oben genannte Meta-Studie kam zu dem Schluss, dass Eltern, die sexuellen Minderheiten angehören, öfter schwer vermittelbare Kinder adoptieren und diese auch besser als heterosexuelle Familien psychisch an ihr Lebensumfeld anpassen können, vor allem im Kindergartenalter. Auch sind Regenbogeneltern oft besser auf ihren Kinderwunsch vorbereitet, da sie bereits im Vorfeld vielen Stigmata und Vorurteilen ausgesetzt sind. Auch ist ihr Kinderwunsch oftmals sehr ausgeprägt, da ihnen im Vergleich zu traditionellen Eltern das Elternsein sehr schwer gemacht wird.

Kinder von Regenbogenfamilien leben glücklich

Parallel kann man das auch auf queere Erzieher:innen anwenden: nicht deren sexuelle Orientierung ist ausschlaggebend für das Kindeswohl, sondern ob sie es schaffen, eine wertvolle Erziehungsarbeit zu leisten. Pluspunkte gibt’s natürlich für die queeren Erzieher:innen, die Kinder aus Regenbogenfamilien besser verstehen können und so bestärkende Erziehungsarbeit leisten.

Forscher:innen erklären schon seit langem, dass offensichtlich nicht die sexuelle Orientierung maßgeblich für eine positive Entwicklung von Kindern ist, sondern die Kind-Eltern-Beziehung. Und in der schneiden eben Regenbogenfamilien oftmals besser ab.

Die meisten pädophilen Übergriffe sind heterosexuell. Aber das heißt trotzdem nichts: Zwischen Homosexualität und Pädophilie gibt es keinen Zusammenhang, sogar eine Studie der katholischen (!) Kirche kommt zu dem Schluss, dass Kindesmissbrauch durch Priester nichts mit Homosexualität zu tun hat. Pädophilie heißt, sich von kindlichen Körpern angezogen zu fühlen und hat nichts damit zu tun, ob man sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlt.

Das homophobe Narrativ der „Umerziehung“

Die Einzigen, die uns umerziehen wollen, sind Queerfeinde. Sie wollen uns zu Intoleranz und Hass umerziehen. Aber wie immer projizieren sie ihre Absichten auf ihre Feinde: Die Lüge der „Umerziehung“. Hinter dem Framing steckt ein bösartiger, rechter Kampfbegriff, der davon ausgeht, dass eine „LGBTQ*-Agenda“ gezielt eingesetzt würde, um Menschen, vor allem Kinder, von einer als „normal“ und „natürlich“ gelabelten Heterosexualität/Cisgeschlechtlichkeit in die Homo-/Bisexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu drängen. Auch wird mit dem Begriff „Umerziehung“ suggeriert, dass queeres Begehren oder Geschlecht nicht natürlich, sondern künstlich und damit zu bekämpfen sei. Das verwenden extreme Rechte, wie die AfD oder auch die NPD, gerne.

Das Narrativ, die Heterosexualität sei bedroht von der Existenz queerer Menschen ist völlig absurd, wenn man diese Panik einmal so ausformuliert. Das Ziel von Rechten ist es, der Cis-hetero-Mehrheitsgesellschaft Angst einzujagen. Angst, unsere Schulen oder unser Fernsehen würde die Kinder „umerziehen“. Der Faschismus funktioniert nämlich nur, wenn man Angst vor etwas hat – Besonders Angst vor Dingen, die es nicht gibt. Was sie dir verschweigen, ist die Wahrheit: Die meisten Kinder in Deutschland leben immer noch in einer heteronormativen Welt. Das Ziel, Geschlechtervielfalt im Unterricht oder im Fernsehen zu thematisieren, ist schlichtweg, Kindern eine Vielfalt verschiedener Lebensweisen zu präsentieren – Sexualität steht da gar nicht im Vordergrund. Sieht ganz danach aus, dass es nur AfD & Co sind, die bei Queerness und Kindern sofort an Sex denken müssen. 

Wer spricht von „Frühsexualisierung“? Die AfD

Eng verbunden mit dem „Umerziehung“-Kampfbegriff ist auch das Narrativ der „Frühsexualisierung“. Dem zugrunde liegt die Vorstellung, dass queere Menschen Kindern ihre „Propaganda“ indoktrinieren wollten, um sie so sexuell gefügig zu machen. In Schule und Fernsehen soll es geht schlichtweg darum gehen, Kinder nicht von klein auf mit heteronormativem Gedöns aka „Mädchen spielen mit Puppen und Jungs mit Autos“ voll zu ballern, sondern Diversität sichtbar zu machen. Fest steht: Kein Kind wird dazu gezwungen, queer zu sein. Man darf ihnen aber doch erzählen, dass es queere Menschen gibt und dass das okay ist. Wenn ein queeres Kind Repräsentation sieht und eine Gesellschaft erlebt, die es so akzeptiert, wie es ist, ohne sich schämen zu müssen, dann könnte man das den Inbegriff von Kindeswohl nennen.

die lüge über die „indoktrinierung“ des geschlechts

Manipulieren und ihre „Ideologie“ anderen aufzwingen, ist schlichtweg das, was die Rechten selbst machen. Sie halten sich mit ihren eigenen Lügen einen Spiegel vors Gesicht: Sie schieben Panik vor der Tatsache, dass es queere Menschen gibt und diese genauso frei und selbstbestimmt in unserem Land leben sollen, dürfen, wie alle anderen. In Wahrheit versucht die AfD, uns zu indoktrinieren. Und zwar will sie damit schon bei Kindern anfangen.

Übrigens ist auch das falsche Narrativ, man könne sich seine Sexualität „aussuchen“ oder, wie von Rechten auch behauptet wird, die Eltern würden das, für die Kids festlegen, komplett aus der Luft gegriffen. Auch wenn Kinder Schwule, Lesben oder trans Personen sehen und mit diesen in Kontakt kommen, hat das keinen Einfluss auf ihre eigene Sexualität oder Geschlechteridentität. Und bevor Hater:innen jetzt wieder sagen „aber warum gibt es heutzutage so viel mehr queere Menschen als vorher?“, dann verweise ich einfach nur darauf, dass früher halt noch mehr Menschen als heutzutage immer noch unterdrückt und diskriminiert wurden und es ergo viel weniger Outings gab.

Schwulenberatung berlin

Wir haben bewusst unseren Artikel so geframed, wie es die AfD und andere Queerfeinde machen, um Hass zu erzeugen. Das Problem: Sie bekommen so (leider) viel Aufmerksamkeit. Die Partei schürt Homophobie, bestärkt Diskriminierung und Ausgrenzung gegenüber queeren Lebensrealitäten und verbreitet Lügen. Folgendes Beispiel haben wir uns nicht ausgedacht:

Vergangener Oktober: die Schwulenberatung Berlin kündigte an, im Rahmen ihres Mehrgenerationenhauses zwei Kitas zu eröffnen. Die Besonderheit dabei: Die Erzieher:innen gehören zum Großteil der LGBTQIA+-Community an. Kinder sollen so von Anfang an mit Queerness in Kontakt treten und ein mögliches späteres Coming-out sollte dann mit Akzeptanz begegnet werden.

Auch sollen beispielsweise diversere Materialien zum Spielen & Basteln verwendet werden, als es in herkömmlichen Kitas der Regelfall ist. Das Kita-Angebot richtet sich übrigens an alle Familien der Gegend, egal, ob heterosexuell oder queer. Auch heterosexuelle Erzieher:innen werden nicht explizit abgelehnt – lediglich Interesse für queere Lebenswelten ist Voraussetzung.

die perfide rechte lügenkiste

Klingt doch nach einer super Idee, oder? Die beiden Kitas sind übrigens mit ihrem Modell Vorreiter in Deutschland. Das sah die Junge Alternative Berlin, also die Jugendorganisation der AfD Berlin, anders. Diese instrumentalisierte eine umstrittene Personalie der Berliner Schwulenberatung, um deren ganzes Projekt und, noch verallgemeinernder, alle Homosexuellen, Pädophilie zu unterstellen. Trotz des ganzen rechten Gegenwindes konnte die Kita mittlerweile eröffnen.

Quelle

Zum Hintergrund: Im Vorstand der Schwulenberatung saß bis Oktober 2022 der umstrittene Soziologe und Jurist Rüdiger Lautmann. Er machte in der Vergangenheit oft Schlagzeilen, da er häufiger seine Einschätzung über eine mögliche Einvernehmlichkeit zwischen Pädophilen und Kindern kundtat und dem Kind stets die Macht zuschrieb, eine Beziehung zu einem Erwachsenen abbrechen zu können. Diese Positionierungen sind nicht nur zweifelhaft, sondern schlichtweg nicht tragbar.

Es ist unleugbar, dass es zwischen Kind und Erwachsenem ein Machtgefälle gibt, das bei jeglicher Art von sexuellen Handlungen ausgenutzt würde. Auch ist die Wahrnehmung von Sexualität von Kindern diametral anders als die von Erwachsenen. Einen „guten“ Pädophilen gibt es nicht. Lautmann trat bereits im Oktober 2022 von seinem Vorstandsposten zurück. Ohnehin wäre er in das Kita-Projekt nicht involviert gewesen. Er hätte keine Mitarbeitenden einstellen oder entlassen können, sondern war im externen Vorstand tätig, der für Finanzen zuständig ist. Fakten, die rechten Fake-Verbreitern wie Julian Reichelt ziemlich egal sind. Es ging um das Bedienen des rechten Narrativs.

Kita schafft Angebot, wofür dringend Nachfrage besteht

Manche Eltern, die ihre Kinder in die Kita am Berliner Südkreuz angemeldet haben, haben in der Anmeldung betont, dass sie als Schwule oder Lesben in anderen Kitas schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und nun also auf mehr Respekt und Verständnis hoffen, beispielsweise wenn der Sohn gerne Kleider und Haarspangen trägt.

„So einen Schutzraum haben sich die Regenbogenfamilien in unserem Bekanntenkreis schon lange gewünscht. Denn etliche haben in Kitas durchaus schon Diskriminierungserfahrungen gemacht.“

Eine lesbische Mutter, die ihr Kind in der neuen Kita angemeldet hat

Allein die Tatsache, dass die Berliner Kita das erste queere Pilotprojekt in ganz Deutschland ist, zeigt, wie viel Nachholbedarf bei mehr Inklusion in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen besteht. Der Normalfall ist bis heute, 2023, dass Kinder von Beginn an heteronormative Bücher vorgelesen bekommen und mit eben diesen Materialien spielen. Passt die Lebenswelt des Kindes nicht in das Bild der Mehrheitsgesellschaft, stammt also das Mädchen beispielsweise aus einer lesbischen Familie, ist Diskriminierung und Ausschließung vorprogrammiert.

Es geht jedoch auch anders, wie die Berliner Kita zeigt: Materialien zum Spielen, Basteln und Lesen sollten viel diverser und auch nicht heteronormative Lebenswelten abbilden, um alle Kinder zugehörig fühlen zu lassen. Bisher verfestigen heteronormative Spielzeuge jedoch eher klassisch-tradierte Geschlechterrollen. Sie helfen dabei, zu verschleiern, dass die Realität viel bunter ist. Genau das, was Queerfeinde vertuschen wollen.

organisierte queerfeindlichkeit in münchen

Queerfeindlichkeit ist jedoch kein ausschließliches Problem Berlins. Vielleicht erinnert ihr euch: im Juni lasen in München die Drag Queen Nicky Voyage und der Drag King Eric BigClit Kindern vor. Falls ihr nicht genau wisst, was Drag ist: Drag ist eine Kunstform, die es schon lange gibt und in der sich Männer als Frauen verkleiden, also zu sogenannten Drag Queens werden. Vereinzelt gibt es auch Frauen, die sich als Männer verkleiden, also dann Drag Kings. Neben Unterhaltung und Komödie ist eines der wichtigsten Ziele von Drag, Geschlechterklischees und Stereotypen zu überzeichnen, um schlussendlich mit diesen brechen zu können.

Menschen versuchen tagtäglich ihr Geschlecht nach den Vorstellungen zu inszenieren, die die Gesellschaft für männlich oder weiblich vorsieht. Drag macht diese Leistung erst sichtbar und lässt unweigerlich eine Frage aufkommen: Was bedeutet männlich und weiblich noch, wenn Geschlecht immer und von jedem inszeniert wird?

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Festzuhalten ist, dass Drag reine Bühnentechniken sind und unabhängig vom eigenen Geschlechtsbewusstsein. Drag ist nicht an eine sexuelle Orientierung gebunden – so gibt es beispielsweise auch heterosexuelle Dragqueens.

Nicht nur die AfD, sondern auch CSU und Freie Wähler betrieben im Vorfeld der Lesung queerfeindliche Hetze. Erneut unterstellte die AfD den Lesungsveranstalter:innen implizit, pädophil zu sein (siehe Plakat). Darstellung und Sprache des Plakats erinnern an NSDAP-Plakate, die Juden als Feindbild inszenierten. Die CSU witterte „Frühsexualisierung“.

Eigentlich sollte neben den Drag-Künstler:innen auch die junge trans Autorin Julana Gleisenberg auftreten. Sie sagte jedoch wegen Sicherheitsbedenken schließlich ab – im Vorfeld der Lesung wurde sie von Rechten angefeindet und bedroht.

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Es ist das Plakat, was wir für unseren Artikel künstlerisch umgestellt haben. Ist es nicht die AfD, die stets auf Freiheit pocht, und das man so leben sollen, wie man will? Warum darf sich nicht ein Mann schminken für einen künstlerischen Auftritt?

auch in münchen war es nur die afd, die an sex dachte

Wenn ihr euch jetzt fragt: Was hat denn eine Lesung vor Kindern mit Sex zu tun, dann sind wir schon zwei – genau das frage ich mich nämlich auch. Und genau darum haben wir unseren Artikel auch so betitelt. Es geht nicht um Sex. Die einzigen, die das ins Spiel brachten, sind die Queerfeinde. Fakten sind: Die Drag-Künstler:innen traten vor den Kindern als Prinzessin Vicky und Prinz Eric auf. In den vorgelesenen Büchern ging es um Felix, der im Kindergarten gerne seinen roten Faltenrock tragen möchte, und um Nico, der für seine Puppe Mimi mit seinem Werkzeugkasten einen Puppenwagen baut. Auch aus dem „kleinen Prinz“ wurde vorgelesen. Weitere Geschichten drehten sich um eine Prinzessin namens Flora, die keine Frösche küssen möchte und am Ende des Buches Prinzessin Mia einen Kuss gibt.

„Genau wie kein Problem darin gesehen wird, wenn Kinder traditionelle Geschlechterrollen beobachten und nachspielen, sollte es auch kein Problem sein, wenn diese Geschlechterrollen nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.“

Michael Kröger, Referent für Sexualpädagogik der Aktion Jugendschutz in Bayern

Wie auch bei der Berliner Kita gilt auch hier: nur weil Kinder mitbekommen, dass es auch andere Lebenswelten gibt als die, die ihnen Mama und Papa als heterosexuelles Pärchen daheim vorleben, und dass sie anziehen dürfen, was sie wollen, bedeutet das nicht, dass sie in ihrer Entwicklung beeinflusst würden. No Shit, ist es denn wirklich nötig, gewaltsam in den Bibliothekssaal eindringen zu wollen, nur weil Kinder hören, dass sich zwei Prinzessinnen küssen können? Zu keiner Zeit ging es bei der Lesung um erwachsene Sexualität oder sexuelle Praktiken. Die einzigen, die an Sex dachten, waren die Rechten.

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Die Absurdität der rechten Queerfeindlichkeit könnt ihr euch auch von der Heute Show nochmal deutlich vors Auge führen lassen:

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Dass sein eigener Parteichef sogar selbst schon mal als Drag Queen bei der „Fastnacht in Franken“ erschienen ist, scheint Martin Huber (CSU), der das „Frühsexualisierungs-„Narrativ nur allzu gerne auch bedient, schon wieder vergessen zu haben. Ist ja auch Wahlkampf in Bayern.

rechten geht es nicht um kindeswohl, sondern um hetze

Wir halten fest: Queerness und mehr Sichtbarkeit dieser in der Gesellschaft sind Freiheit und Selbstbestimmung. Indoktrinieren wollen uns Queerfeinde. Es geht um die Abbildung von mehr als nur einer dominanten Lebensrealität. Nicht mehr als das. Die einzigen also, die bei Kindern und Queerness an Sex denken, sind AfD und andere Rechte. Es ist schon seit Langem eine Strategie von Rechtsextremen und Neonazis, Menschen durch die Instrumentalisierung von Kindesmissbrauch zu diskriminieren.

Der extremen Rechten geht es in Geschichte und Gegenwart darum, die Wut von Bürger/innen gegen »das Andere« zu nutzen. Es geht nicht um den Schutz potentiell Betroffener, es geht darum, die eigene Ideologie und »Volksgemeinschaft« zu stärken sowie die Rechtsstaatlichkeit außer Kraft zu setzen.

Amadeu-Antonio-Stiftung

Im Zweifel gefährden Rechte selbst das Kindeswohl

Lass dir aber auch gesagt sein: Rechtsextremen geht es nicht um Kinderschutz. Auch nicht um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch. Auch wenn sie das immer und immer wieder als Aufhänger für ihren Hass und ihre Hetze verwenden. Im Zweifel gefährden sie auch selbst Kinderwohl. Mai 2023: Eine katholische Kindertagesstätte in Hessen wollte darauf verzichten, dass eine extra Veranstaltung für den Muttertag abgehalten wird, wo alle Kinder dazu ermutigt werden sollten, Geschenke zu basteln. Manche Kinder haben keine Mutter oder ein schlechtes Verhältnis, für sie wäre diese Veranstaltung vielleicht nicht so toll geworden.

Aufgrund dieser Rücksichtnahme wollte man auf das Basteln verzichten. Soweit, so rücksichtsvoll, so belanglos? Nicht aber für die Rechte. Diese bauschten in der Folge die Kita-Entscheidung zum Politikum auf und traten einen regelrechten Kulturkampf los. Nicht nur musste die Kita schlussendlich das Telefon ausstellen, um nicht weiter von Hassnachrichten bombardiert zu werden. Die Rechten versuchten es auch mit Beschimpfungen, Drohungen, sogar eine zerstörte Scheibe an einer Gartenhütte soll es gegeben haben.

Extreme Rechte inszenieren sich also als Kümmerer, als Beschützende der Kinder. Wirklich im Zentrum ihres Tuns steht aber die Verbreitung ihrer rechtsextremen Ideologie. Fälle von Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen werden nicht aufgearbeitet. Auch in Nazi-Familien werden Kinder Opfer sexualisierter Gewalt, wie Aussteiger:innen berichten. Täter von Kindesmissbrauch kommen in den meisten Fällen aus dem familiären Nahraum. Beispielsweise wurden schon öfter Funde kinderpornografischen Materials im Rahmen von Razzien und Hausdurchsuchungen bei Neonazis gemacht.

hände weg von unseren kindern, afd!

Fassen wir zusammen: einzig und alleine sind es die Rechtsextremen, die unsere Kinder belästigen, verunsichern und Angst einjagen. Keine Sexualisierung von Kindern durch AfD-Plakate! Hände weg von unseren Kindern, AfD, forderten wir deshalb satirisch. Lasst unsere Kinder in Ruhe zur Schule gehen und die Eltern selbst entscheiden, in welche Kita die Kinder geschickt werden und zu welchen Lesungen die Familie gehen möchte. Lasst sie leben, wie sie wollen und anziehen, was sie wollen. Und vor Freiheitsfeinden wie der AfD schützen.

Artikelbild: Screenshot twitter.com/shutterstock.com