Als die SPD gestern kurzzeitig den Bundestag entnazifizierte

Kolumne Schwer verpetzt

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„Hass macht Häßlich“

Nach den deutlichen Worten von Angela Merkel und noch deutlicheren von Martin Schulz sprach auch sein Parteikollege Kahrs mit der AfD. „Rechtsradikale im Parlament sind unappetitlich. Hass macht hässlich. Schauen Sie in den Spiegel. Schauen Sie in den Spiegel, dann sehen Sie, was diese Republik in den 20ern und 30ern ins Elend geführt hat.“ Daraufhin erhob sich die AfD-Fraktion geschlossen aus ihren Sitzen und verließ den Saal. Das war die gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht: Sie kamen danach wieder. Natürlich ist das gespielte Empörung. Die AfD pöbelt doch ständig gegen die Regierung und andere Parteien. Oder was soll #DankeMerkel im Kontext von Straftaten bitteschön sein? Polemische Unterstellungen. Abgesehen davon, dass es nur ein erneutes „rumopfern“ der AfD war, die bereits öfter gezielt Dinge verlassen hat als PR-Stunt. 



„Ein tradiertes Mittel des Faschismus“

Schulz hat mit diesem Zitat zwar die die Eindimensionalität der Themen und der Problemanalyse der AfD gemeint (Unser Artikel zu seiner Rede), aber „empört“ den Saal zu verlassen ist auch eine Tradition. Und zwar hat das die NSDAP sehr gerne gemacht, um sich als Opfer aufzuspielen. Hier sprachliche Eskalation anzuprangern ist lächerlich. Ausgerechnet von der AfD, die so schwachsinnige Begriffe wie „Messermigration“ oder „Gutmenschen“ als Kampfbegriffe verwendet?

Die AfD scheint also nicht nur eine Taktik der Nazis übernommen zu haben. Die Worte Kahrs wurden dadurch wohl eher bestätigt, als entkräftet. Ok, wir haben herausgefunden, wie wir die AfD aus dem Bundestag bekommen. Jetzt müssen wir nur noch im Erfahrung bringen, wie sie da auch bleiben.

So genial demaskiert Martin Schulz die AfD als faschistisch

Artikelbild: Screenshot Twitter.com, Phoenix

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