Diese Umfragen der AfD gingen nach hinten los – Die besten Reaktionen

| Social Media | 17. Juli 2019

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Die Umfrage-Fails der AfD

Die AfD vertritt natürlich die Meinung des Volkes™. Weswegen sie regelmäßig super repräsentative Umfragen auf Facebook erstellt, die den Volkswillen auf jeden Fall korrekt wiedergeben. So fragte sie am 11. Juni völlig unbescholten: “+++Ist der Islam eine Bedrohung?+++”. Leider stimmt das Volk nicht so ab, wie es sich die AfD erhofft hatte.

Ups, fast 3/4 der fast 80.000 Stimmen empfinden den Islam nicht als Bedrohung? Was ist da los? Doch die AfD lässt sich nicht entmutigen. Wenige Tage später stellt sie die ebenfalls keineswegs suggestive Frage, ob “alle Mittelmeer-Migranten in Europa aufgenommen werden” sollen. Wobei das Gegenstück zu “Migranten aufnehmen” wohl “Schlepperei beenden” sei. Aber nein, wieder ist eine Mehrheit linksgrünversifft!



Online-Umfragen sind nutzlos (für eine repräsentative Befragung)

Und irgendwie stimmt das Volk nicht nur nicht im Sinne des Volkes™ ab, sondern die Kommentierenden machen sich auch noch über die AfD lustig – und wie!

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Ein aufmerksamer Beobachter sollte inzwischen begriffen haben, dass derartige Umfragen in Social Media nahezu nutzlos sind, wie unsere Freunde hier schön eindrucksvoll gezeigt haben. Während das Konzept einer solchen Umfrage natürlich in der Theorie schön erhellend ist und zum Mitmachen motiviert, ist deren Ergebnis repräsentativ aber absolut nichtssagend. Sie können keine repräsentativen Umfragen sein. Und wollen es auch gar nicht.

Denn entweder stimmen nur die AfD-Anhänger ab – mit der schockierenden Feststellung, dass AfD-Wähler AfD-Positionen vertreten – oder deren Kritiker*innen mobilisieren sich, um das erwünschte Ergebnis “kaputt” zu machen. Wie in letzter Zeit des Öfteren geschehen. Und damit haben wir gleich zwei Strategien der AfD entlarvt.

Bots, Fake-Accounts, Propaganda

Sehen wir einmal von dem großen Brocken ab, dass Ja/Nein-Antworten auf komplexe Sachverhalte oder falsche Gegenüberstellungen Seenotrettung-Schlepperei reine Manipulation sind (Wer will denn Schlepperei?). Solche Umfragen haben gar keine repräsentative Aussagekraft. Dafür bräuchte man *repräsentative Umfragen”, wie sie Meinungsforschungsinstitute verwenden (Hier mehr dazu). Diese Art der Umfragen dienen natürlich nur dazu, um in der eigenen Filterblase (idealerweise, sorry AfD) breite Zustimmung zu einem Punkt zu signalisieren, um dann Empörung zu provozieren, wenn die Realität mal wieder anders aussieht.

Doch das Spiel funktioniert auch anders herum, und deshalb hat die AfD hier ihre eigene Medizin zu spüren bekommen. Wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. Denn die AfD ist es, die nachweisbar versucht, durch Simulation einer Mehrheit die gesellschaftlichen Debatten in ihrem Sinne zu lenken. Netzpolitik und t-Online haben ein Netzwerk an Bots und Fake-Accounts aufgedeckt, das AfD-Themen, Hashtags und Personen große Reichweite verschaffen soll.

Dazu nutzte die AfD die Dienstleistungen, die dazu gedacht sind, die Algorithmen Twitters auszutricksen, um Tweets, Hashtags und Replies zu dominieren. Es werden zahlreiche Accounts erstellt, die eine Mehrheit suggerieren sollen, die sich alle gegenseitig folgen, um Relevanz zu simulieren. Außerdem werden offiziellen AfD-Accounts viele Fake-Follower zugespielt, damit sie viele Likes haben und wichtiger aussehen. Die höchst lesenswerte Recherche ist hier.

Umfrage-Tools von Zeitungen manipulierbar

Auch Umfrage-Tools am Ende von verschiedenen Zeitungen wie bei “Welt”, “Spiegel Online”, “RP Online”, faz.net und anderen sind anfällig für derartige Manipulationen. Tools wie “Civey”, “Apester”, “Pinpoll” oder “Opinionary” sind für ein realistisches Stimmungsbild ähnlich aussagekräftig wie Horoskope. Dazu die ebenfalls lesenswerte Analyse von Übermedien (Hier).

Nicht nur scheitern sie wieder daran, dass Sachverhalte meist komplizierter als Ja-oder-Nein-Fragen sind, die meisten Menschen merken unbewusst nicht, dass derartige, nicht repräsentative Umfrageergebnisse nutzlos sind – und lassen sich davon beeinflussen. Gefundenes Fressen für Abstimmungsaufrufe in bestimmten Kreisen oder sogar technische Manipulationen. Denn ohne viel Aufwand kann die IP-Sperre umgangen werden, wie unser Datenanalyst Philip Kreißel hier zeigt.

Inzwischen wurde dieses Problem behoben, mit mehr Aufwand wäre eine Manipulation aber theoretisch immer noch möglich. Was sagt uns das über die AfD? Sie tut letztlich das, was sie immer tut: Es instrumentalisieren. “Umfrageergebnisse”, die ihr Recht geben, werden ausgeschlachtet – selbst wenn man ein bisschen mithelfen muss. Und Umfragen, die nach hinten losgehen? Die werden stillschweigend ignoriert. Repräsentative Umfragen, die jedoch nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, werden “parodiert” – und ihre Wähler halten es für echt. Wie hier:

Fake-Umfrage: Wie die AfD ihre eigenen Wähler für dumm verkauft

 

Artikelbild: The Faces, shutterstock.com, Screenshot facebook.com

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