„FCKAFD“-Graffiti entdeckt: So reagieren Rechte auf die Tatort-Szene

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„FCKAFD“-Graffiti im Tatort

Im aktuellen Tatort vom Sonntag geht es um einen ermordeten, vermeintlichen Lottomillionär. Aber den Jackpot hat wohl eine auf den ersten Blick harmlose Szene geknackt: Für wenige Sekunden ist im Hintergrund ein Graffiti zu sehen, das auf einen Stromkasten gesprüht wurde. „FCKAFD“ steht dort. Dieses höchstwahrscheinlich versehentlich gefilmte, nur ein paar Sekunden im Hintergrund zu sehende Graffiti war gestern für viele der Anlass, die AfD und ihre erwartbaren Reaktionen zu verspotten.

Rache der ARD? Das Netz feiert gerade diese Tatort-Szene

Hintergrund war unter anderem ein Vorfall aus dem November. Im Polizeiruf 110 hat eine linke Kommissarin unter anderem einen „FCKAFD“-Sticker im Hintergrund an ihrer Wand kleben gehabt, der einige Sekunden lang zu sehen gewesen war. Das führte zur Empörung bei der AfD und sogar zu einem Rausretuschieren des Stickers.

Lächerlich, warum die AfD wegen dieser „Polizeiruf 110“-Szene eskaliert



Vorprogrammierte Empörung

Auch war im ZDF im Januar ein Kameramann mit einer Jacke mit einem Motiv der linken Band „Slime“ zu sehen. Das führte ebenfalls Kritik zu von rechts und schlug in die Kerbe der „Lügenpresse“-Verschwörung (Quelle). Das Retuschieren und die Entschuldigungen wurden von vielen als Eingriffe in die Kunstfreiheit gesehen, da einzelne fiktive Figuren ja eine Meinung zur Charakterisierung haben dürfen, ohne dass dies ein Statement der ganzen Sendung oder gar des Senders sein müsse.

Die zu erwartende künstliche Empörung, die als nicht ernst zu nehmende Opfer-Inszenierung der Rechten gesehen wird, führte dazu, dass viele NutzerInnen die neueste Szene aus dem Tatort für Parodien verwendeten. So auch Hooligans gegen Satzbau, die die Szene zur Provokation explizit als gewolltes, unterschwelliges Statement darstellten.

Unglaublich!Wir haben uns die fragwürdige Szene des Kieler Tatorts von gestern noch mal in Ultra-Mega-Hyper-Slowmotion…

Gepostet von Hooligans Gegen Satzbau am Sonntag, 3. März 2019

Den Köder geschluckt

Die Seite „TAG24 Dresden“ hat den Köder dann wohl geschluckt. Und veröffentlichte sodann auch einen Bericht: „Die ARD hat’s wieder getan! AfD-feindliche Parole im Tatort gezeigt“.

Dieser Beitrag wurde in diversen rechten Gruppen geteilt, unter anderem offiziellen AfD-Fan-Gruppen. Die Reaktionen reichten erwartungsgemäß von Empörung, Diktatur-Vergleichen und vagen Drohungen über die Zukunft und Rache-Fantasien. Das ist eine Auswahl der Reaktionen, die von der Recherche-Gruppe #DieInsider gesammelt wurden.

Screenshots #DieInsider

Die Opfer-Narrativ wird in rechten Kreisen sehr stark verwendet. Es ermöglicht über das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, die Mobilisierung der Anhängerschaft. Und füttert die Wut und Empörung, die nötig ist, um demokratische Institutionen zu diskreditieren. Hinzu kommen Verschwörungstheorien der „Lügenpresse“, die selbst in solchen harmlosen Szenen eine Verschwörung wittern.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist einfach, dass da zufällig ein Graffiti war und es niemandem aufgefallen ist. Weil es zum allgemeinen Stadtbild gehört. Oder ist es wirklich wahrscheinlich, dass die ARD einen Masterplan hat, um ihre ZuschauerInnen gehirnzuwaschen. Über die Einblendung eines Grafittis im Hintergrund für ein paar Sekunden bei einer einzigen Folge einer Sendung? Wenn 99,9% der restlichen Sendezeit offenbar kein Problem darstellt, ist der Rundfunkbeitrag vielleicht doch nicht dazu da, um „Propaganda“ zu finanzieren?

Artikelbild: Screenshot ARD (Bildzitat) Link zum Tatort 0:45, Danke an Hooligans Gegen Satzbau

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