Afghane soll abgeschoben werden, weil er nicht schwul genug ist

Kolumne Schwer verpetzt

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„Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?“

Wie die Journalistin Nina Horaczek berichtet, hat das österreichische Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl den Asylantrag eines 18-jährigen Afghanen abgelehnt. Als unbegleiteter Minderjähriger war er 2016 nach Österreich gekommen. Zunächst hatte er Angst gehabt sich zu outen – Schließlich werden Homo-, Bi- und Transsexuelle in Afghanistan verfolgt. Doch die Behörde glaubt ihm seine Sexualität nicht. Der junge Mann soll abgeschoben werden. Die Begründungen sind verwunderlich.



Alles voller Klischees

Ausschnitte des Asylbescheids veröffentlichte Horaczek auf Twitter:

Dort heißt es  „Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten“. Oder man erwähnt, dass er einmal eine Auseinandersetzung mit seinem Mitbewohner hatte. „Ein Aggressionspotenzial ist bei Ihnen also vorhanden, das bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre.“

Wie bitte? Der junge Mann hatte sich bis vor kurzem nicht getraut, sich zu outen und weil er nicht sofort in irgendwelchen hetero-sexistischen Klischees verfällt, soll er abgeschoben werden? Selbstverständlich hat er Berufung eingelegt. Die Behörden suchen in Deutschland wie in Österreich immer abenteuerlichere Gründe, um Menschen aus dem Land zu werfen.

Insbesondere Afghanen trifft dieser Abschiebe-Irrsinn hart: Afghanistan ist nicht sicher. Noch am gleichen Tag, als der jüngste Abschiebeflug in Kabul gelandet war, gab es dort wieder einen Anschlag. Die Lageberichte dort sind desaströs. Die Regierungen sehen sich unter Druck der rechtsextremen Parteien, so viele Menschen wie möglich trotz Gefahren abzuschieben, um WählerInnen vom rechten Rand zu gewinnen. Dabei ist diese Taktik völlig wirkungslos. Und kostet immer mehr Menschenleben.

Artikelbild: pixabay.com, CC0

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