Hochwasser-Katastrophe – ZDF mit Klartext zum Zusammenhang zur Klimakrise (Video)

| Videos | 15. Juli 2021

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Claus Kleber erklärt, wie Klima und Hochwasser zusammen hängen

Derzeit kommt es vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz zu schweren Hochwasser-Überschwemmungen. Die aktuellen Entwicklungen können hier bei der Tagesschau live verfolgt werden. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat den Betroffenen Unterstützung zugesagt. Dreyer sprach in einer Sondersitzung des Landtags von einer in Rheinland-Pfalz noch nie erlebten Katastrophe. „Es gibt Tote, es gibt Vermisste, es gibt viele, die noch in Gefahr sind“, so die Ministerpräsidentin. Das Land habe zwar schon einige Hochwasser erlebt. „So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend.“

Viele Kritiker:innen der Klimapolitik der letzten Jahre sprechen von den Zusammenhängen des Hochwassers mit der Klimakrise, auch CDU-Kanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Laschet sieht die Verbindung vom Hochwasser und Klima (Quelle). Gestern Abend lieferte Claus Kleber im ZDF eine bemerkenswert gute und kompakte Erklärung über die wichtigen Zusammenhänge. Die Erklärung des ZDF ging in Social Media viral. Hier:

„Die Folgen sind spürbar, nicht irgendwann, irgendwo, sondern jetzt und hier.“

In aller Deutlichkeit stellt Claus Kleber dar, dass mit dem weiteren Fortschreiten der Klimakrise solche extremen Wetterkatastrophen nur noch häufiger und noch extremer ausfallen werden. Weil die Arktis und die Luft darüber immer wärmer werden, kommt der sogenannte „Jet-Stream“ zum Erliegen und ein Unwetter, was wir nun erleben, hält sich länger und heftiger als sonst. Claus Kleber spricht bemerkenswert Klartext zur Hochwasserkatastrophe und macht keinen Hehl daraus, dass das, was gerade passiert, im direkten Zusammenhang mit dem Klima steht. Letztendlich das, was „die Wissenschaft“ schon seit Jahren sagt. Und wofür die deutsche Regierung immer noch viel zu wenig macht.

„Der Klimawandel ist längst politisch.“

Von Verteidigern der jetzigen ungenügenden Klimapolitik und Klimawandel-Verharmloser:innen wird hingegen der Vorwurf gemacht, dass der faktisch richtige Hinweis eine „Instrumentalisierung“ der Katastrophe sei. Dazu schreibt die Journalistin Annika Brockschmidt in einem Twitter-Thread:

„Ja, es geht jetzt um die Menschen. Das heißt, es geht auch darum, wie man auf den Klimawandel reagiert – denn derartige #Hochwasser sind erst der Anfang. Wer jetzt vorschiebt, über die Ursachen sprechen zu wollen sei politisches Ausschlachten ist intellektuell unehrlich. Talsperren, Hochwasser, Flutwellen, Vermisste, Tote – die Zukunft mit derselben katastrophalen Klimapolitik wie bisher sieht düster aus, viel übler als das, was wir gestern Nacht gesehen haben. Den Menschen im Moment helfen und zukünftige Katastrophen verhindern wollen schließt sich nicht aus. Es ist meiner Ansicht nach die Grundlage für verantwortungsvolle Politik. Wer jetzt krakeelt, hier würde die Situation »politisiert« verschließt die Augen vor der Realität – Oder täuscht bewusst.

Der Klimawandel ist längst politisch. Wir beobachten in den USA denselben Reflex bei Schulschießereien: anstatt über strengere Waffengesetze zu sprechen, rufen Republikaner »Politisierung« und verweigern die Debatte. Das deutsche »Thoughts and prayers« ist »Wir dürfen das Thema jetzt nicht für politische Zwecke ausschlachten«. Beides hat denselben Effekt und Zweck: Wirkt auf den ersten Blick moralisch erhaben, ist aber das Gegenteil, weil es zukünftige Tragödien zulässt.“

Die Folgen des Klimawandels kommen nicht irgendwann, wir können sie jetzt gerade mit eigenen Augen sehen. Nicht irgendwo: Bei uns!

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Autoren: Andreas Bergholz, Thomas Laschyk. Artikelbild: Screenshot ZDF

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