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Diese Lüge von AfD-Chef Chrupalla in einer Minute widerlegt

von | Mai 16, 2022 | AfD, Aktuelles, Videos

Chrupallas Rumopfern bloßgestellt

Zur 10. Wahl in Folge muss sich AfD-Chef Tino Chrupalla für weitere Verluste von Wählerstimmen rechtfertigen. Nach dem Rausfliegen aus dem Landtag in Schleswig-Holstein vergangene Woche (Quelle) fiel die AfD auch in Nordrhein-Westfalen auf 5,4% und hält sich nur noch knapp im dortigen Parlament (Quelle). Der Chef der rechtsextremen Partei ist innerparteilich auch deshalb mittlerweile angezählt und muss jetzt in diversen Interviews und TV-Auftritten – diese Tatsache bitte merken – erklären, warum seine Partei weiter Wählerstimmen verliert.

Dazu greift er unter anderem im ZDF auf eine altbewährte Methode der Rechtsextremen – Lügen natürlich. Es ist längst bekannt, dass der Markenkern der AfD nicht nur Hassbotschaften, sondern auch Unwahrheiten sind. Und eine bequeme Kombination davon: Das Rumopfern. Statt guter Argumente – oder guter Politik – tut man einfach so, als sei man nur das unschuldige Opfer, das schikaniert werde. Die AfD weiß, dass sich so viel bequemer Support erzeugen lässt. Das klassische Märchen, das Chrupalla gestern – again: Live im ZDF – bediente, war: Sie hätten nur so viele Stimmen verloren, weil es ihnen schwerer gemacht würde. Denn der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk würde ihnen angeblich kaum Sendezeit geben – sagt er im exklusiven Interview im Öffentlichen Rundfunk.

Altbekanntes, verlogenes Rumopfern

Der Trick ist natürlich altbekannt: Lügenpresse-Narrative bedienen und indirekt eine Sonderbehandlung und mehr Sendezeit fordern als alle anderen. Es ist natürlich nicht so, als würde die AfD irgendwann nicht herumjammern, um nicht immer mehr Sendezeit zu bekommen. Es ist nämlich ihre typisch unehrliche Argumentation. Rederei FM hat als direkte Reaktion auf diese unverschämte Anschuldigung von Chrupalla noch am gleichen Tag ein Video zusammenschneiden können, in dem die vielen Auftritte von Chrupalla im ÖR zu sehen sind. Es seien nur 5 Minuten Suche im eigenen Archiv gewesen, um jede Menge Beispiele der „wenigen Sendezeit“ der AfD zu finden.

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Die ZDF-Moderatorin weist ihn sogar live im Interview darauf hin, dass Chrupalla sich jedes Mal, wenn er im ÖR ist, beschwert, dass er nie im ÖR sei. Wie jetzt gerade eben auch. Es ist die erbärmliche Strategie der rechtsextremen Partei, auf die leider immer noch zu viele hereinfallen (wollen). Im Übrigen war Chrupalla am Tag darauf wieder bei phoenix, sein Parteikollege und NRW-Spitzenkandidat Markus Wagner noch am Wahlabend . Außerdem war Wagner beim WDR. Chrupalla war übrigens vor 6 Tagen ebenfalls bei phoenix, AfD-Mann Rüdiger Lucassen bei der Tagesschau. Man könnte sicherlich noch mehr finden.

Der Mythos war schon früher falsch

Es ist natürlich eine uralte AfD-Lüge – die AfD stützt sich weiterhin auf altbekannte Mythen, die ihre naive Anhängerschaft längst als Wahrheit akzeptiert hat. Bereits 2019 behauptete der damalige AfD-Chef Meuthen: „Die „Grünen“ durften viel zu oft mitreden – und die AfD wurde fast totgeschwiegen!“ Die AfD sei nur acht mal in Talkshows eingeladen worden. Unser damaliger Faktencheck zeigte: Damit waren sie immerhin in 11,4% aller Talkshows. In Angesicht der Tatsache, dass die AfD zu vielen Themen – wie zum Beispiel Rente – einfach nichts zu sagen hat, weil sie nur wenige Themen instrumentalisiert – ist das sogar ziemlich hoch. Und entsprach auch etwa ihrem Wahlergebnis im Bundestag.

Eine weitere Analyse aus 2019 von Volksverpetzer zeigte auch, dass der Mythos der Erwähnungen in der „Mainstream-Presse“ keine „Unterdrückung“ der AfD zeigte. Sondern genau das Gegenteil: Unter 8 Millionen analysierten Artikeln seit der AfD-Gründung 2013 wurde die AfD genau so oft wie die Grünen erwähnt. In den zwei Monaten 2019, als die Grünen erstmals stärkste Partei in Umfragen wurden, wurde die AfD sogar häufiger erwähnt. Die Grünen landeten nur auf Platz 4 der meisterwähnten Parteien. Die AfD und ihre Kernthemen wurden in der Regel überproportional erwähnt und eingeladen. Doch die rechtsextreme Partei schämt sich nicht, verlogen noch mehr Sendezeit zu fordern und ihrem alten Hassbild, dem ÖRR, eine Mitschuld an ihren Stimmenverlusten zu geben. Man fordert eine Sonderbehandlung der Medien, gegen die man ständig hetzt – und die man sonst gern demontieren würde?

Doch zum Glück gibt es in Deutschland eine freie Presse, sodass nicht die AfD bestimmt, wer wann zu welchem Thema eingeladen wird. Wenn die Partei nichts konstruktives zur politischen Diskussion beitragen kann und ständig nur lügt, hetzt und beleidigt – dann muss sie sich auch nicht wundern, wenn viele sie einfach ignorieren. Einschließlich immer mehr Wähler:innen.

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Artikelbild: Screenshot

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