AfD-Fail: Peinliche Blamage mit Hetze gegen Joko & Klaas

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Der post zu joko und klaas ging nach hinten los

An diesem kleinen Beispiel kann man sehr schön sehen, warum einfache Feind- und Weltbilder Unsinn sind. Worum ging’s? In einer ihrer Spielshows, „Joko und Klaas gegen ProSieben“, gewann das Entertainer-Duo 15 Minuten frei verfügbare Sendezeit vom Sender zur Primetime. Keiner, nicht einmal der Sender selbst, wusste, wie sie diese Viertelstunde nutzen würden. Doch anstatt die Zeit für typischen Blödsinn oder Scherze zu verwenden – die sie sich in den ersten einleitenden Minuten durchaus nicht nehmen ließen – traten sie bei Seite und boten Menschen Platz, „die vielleicht mehr zu sagen haben als wir“, wie Klaas es ausdrückte.

Joko und Klaas: So großartig verwendeten sie ihre 15 Minuten in der Prime-Time auf Pro7

Neben dem Berliner Obdachlosenhelfer Dieter Puhl und der Aktivistin Birgit Lohmeyer, die das Festival „Jamel rockt den Förster“ organisiert, sprach auch Pia Klemp, Kapitänin des beschlagnahmten Rettungsschiffs „Iuventa 10“. Sie erzählte zur besten Sendezeit, wie brutal die Wirklichkeit der Seenotrettung aussieht. Und wie die Friedensnobelpreisträgerin EU das Retten von Menschenleben behandelt. „Innerhalb Europas wird Solidarität mit Menschen in Not kriminalisiert.“ (Hier entlang, wenn ihr sie mit Spenden für die Prozesskosten unterstützen wollt).



Natürlich gefiel Joko und klaas der AfD nicht

Natürlich ist die AfD und ihre WählerInnen der Grund dafür, warum das Retten von Menschenleben im Mittelmeer kriminalisiert wird. Eben weil sie falsche Vorstellungen und Propaganda darüber verbreiten, wie die Realität der Seenotrettung aussieht. Umso mehr hat es ihr nicht gefallen, dass Joko und Klass zur besten Sendezeit Klemp zeigen ließen, wie es wirklich aussieht. Mehr zum Thema:

Ich war selbst an Seenotrettung beteiligt – Glaubt nicht diesen 6 Lügen der Rechten

So ziemlich jeder feierte die Aktion. Der AfD natürlich nicht. Doch die meisten AfD-Verbände und PolitikerInnen haben aus zwei Gründen zum Thema geschwiegen. Einmal wegen des Streisand-Effekts. Wenn sie sich lautstark über den Auftritt beklagt hätten, hätten noch mehr Menschen und vor allem ihre AnhängerInnen von dem Auftritt und ihrer Botschaft erfahren. Und der zweite Grund ist, warum das ausnahmsweise einmal nichts Gutes für die AfD gewesen wäre.

AfD Wilhelmshaven blamiert sich

Doch dieser Gedanke kam nicht diesem Kreisverband, als er gegen Joko und Klaas hetzte:

Screenshot facebook.com

„Man erwartete Spaß und Unterhaltung und bekam statt dessen eine Schleuserin präsentiert“, hieß es in dem inzwischen wieder gelöschten Posting. „Großes Kino, ging mir am Allerwertesten vorbei! Für mich seid ihr gestorben!“ Und dann der wichtige Satz: „Abschaffung der GEZ, dann verschwinden die von der Bildfläche“.

Nun, die meisten werden es sicher schon gecheckt haben: Pro7 ist ein Privatsender und wird nicht über die Rundfunkgebühr finanziert. Von der GEZ wird nur ARD, ZDF und das Deutschlandradio finanziert. Entsprechend viel Spott erntete der Post und wurde schnell wieder gelöscht. Und wir wären nicht die Volksverpetzer wenn wir nicht erklären würden, wieso die AfD diesen Schnellschuss brachte.

Einfache Feindbilder, Schwarz/Weiß-Sicht

Das Problem ist, dass die AfD sich die Rhetorik von Empörung und Gesellschaftskritik angeeignet hat, diese aber völlig von der Realität entkoppelt hat. Alle ihre Posts bedienen sich einer Sprache, die suggerieren soll, dass man hier gerade relevante und dramatische Information und Kritik äußert. Und Menschen, deren Feindbilder sie bedienen oder die das nicht hinterfragen, halten das für seriös. Doch das ist die AfD nicht.

Das einfache Weltbild hat einen „Lügenpresse“-„freie Medien“-Gegensatz konstruiert. Dort ist alles, was man berichtet und der Weltanschauung der AfD widerspricht gelogen und gekauft. Der bereits vorher dagewesene Ärger über Rundfunkgebühren wird hier instrumentalisiert, um gegen die Öffentlich-Rechtlichen zu hetzen, oder, wie man hier sieht, alles zu dämonisieren, was einem nicht gefällt. Mit dem Ziel, die Anhänger für kritische Argumente zu immunisieren. Deswegen haben Klügere in der AfD hier geschwiegen.

Nicht nur darf ein Privatsender machen, was er will, das Pro7 hatte dezidiert nichts mit dem Programminhalt zu tun, das waren ausschließlich Joko und Klaas. Und wenn die AfD dagegen hetzt, dass zwei Privatpersonen – auch wenn sie Entertainer sind – ihre Sendezeit so nutzen, wie sie wollen, dann verrät sie ihren eigenen inoffiziellen Slogan: Das wird man doch wohl noch sagen dürfen! Das gleiche gilt übrigens auch für Youtuber wie Rezo, liebe Frau Kramp-Karrenbauer.

Was machst du da, CDU!? Die Reaktionen werden immer schlimmer

Artikelbild: Mark Nazh, shutterstock.com, Screenshot facebook.com

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