So dreist lügt die AfD
Schon das zweite Mal innerhalb einer Woche verbreiten AfD-Anhänger und Mitglieder Lügen, welchen die Polizei widersprechen musste. Die AfD hätte es gerne, dass die Polizei auf "ihrer Seite" wäre, aber die Polizei zuerst einmal dem Rechtsstaat und den Fakten verpflichtet. Und dort wird man die AfD leider nicht finden. Wir haben einige Fälle gesammelt, in denen die Polizei darauf hinwies, dass die AfD mal wieder die Unwahrheit verbreitet.1.) Kein "Bürgerkrieg" in Freiburg
Wir haben unsere Abschlussmeldung bereits veröffentlicht. Drei Leichtverletzte - bislang gehen wir davon aus, dass dabei keine Fremdeinwirkung im Spiel war. Und leicht verletzt ist bei uns weit von der Diagnose einer Erblindung entfernt.
— Polizei Freiburg (@PolizeiFR) October 29, 2018
„Schwer verletzter Polizist“ = Falschmeldung „Augenlicht verloren“ = Falschmeldung „Mob macht Hetzjagd auf AfD“=Falschmeldung „Polizist durch Flasche im Gesicht verletzt“=Falschmeldung „bürgerkriegsähnlich“=maßlose Übertreibung
— Polizei Freiburg (@PolizeiFR) October 30, 2018
2.) AfD Instrumentalisiert Flaggen-Foto der Polizei
Der zweite Fall ist auch wenige Tage alt. Die Polizei Oldenburg verabschiedete einen Einsatzbeamten aus seinem letzten Einsatz. Privat und abseits der Öffentlichkeit wurde unter anderem auch die Deutschlandflagge und die Niedersachsenflagge gezeigt. Doch einige Besucher des AfD-Parteitags erblickten das und fotografierten die Veranstaltung der Beamten aus dem Fenster. Als diese Leute ungefragt klatschten und anfingen, die Nationalhymne zu singen, bemerkten die Beamten und Beamtinnen dies und mussten ihre Verabschiedung unterbrechen und die Fahnen wieder einrollen. Nicht nur, dass die AfD diese private Veranstaltung störte und unterbrach, sie missbrauchten die Fotos auch für ihre Propaganda! AfD-Abgeordneter Hampel veröffentlichte unautorisiert das Foto und behauptete frecherweise, die Polizei hätte Solidarität mit der AfD bekundet. Auf Facebook widerspricht die Polizei vehement dieser Instrumentalisierung und unterstreicht, dass die Polizei unter "absoluter Neutralität" arbeitet und betont, dass die Veröffentlichung der Bilder nicht autorisiert ist. Die AfD-Propaganda sei "in hohem Maße unfair und diskreditierend" und für die abgebildeten BeamtInnen "schwer erträglich". Sie "verurteilen dieses Vorgehen daher auf das Schärfste." https://www.facebook.com/PolizeidirektionOldenburg/posts/2125871607476316?__xts__%5B0%5D=68.ARA5r5bJKTopfLqcwhKQBx9fkXhU1-GCaxNdihdUE9oWAF1wDPlHAaIOPosJTqW1DWBrjhjsGWXcltN01LUVhBA96JUJP7kFR-PO27tqyLbRivaRBm2vBVL6DMH1Qwjn3tgX_KQKdeIJeYWIRmz_hw5vG0VyHGMR0woxzwfyXFtyybcWW9C9QM59H6G9XWfRY7jVGAiKH8WERzT7iRhdwK4&__tn__=-R3.) AfD erfindet Straftaten zur Kriminalität in Chemnitz
Maximilian Krah, Vorstandsvorsitzender der AfD Sachsen behauptete, dass es im laufenden Jahr 2018 nicht nur 60 Vergewaltigungen in Chemnitz gäbe, sondern dass diese auch noch alle ausschließlich von „Migranten“ verübt worden wären. Noch schlimmer: Er behauptet sogar, dass es sich dabei um offizielle Zahlen handeln würde!Man muss wohl ausschließlich in der AfD-Propaganda-Filterblase stecken, um solche fiktiven Zahlen zu glauben. Die Polizei Sachsen widerlegt diese Lüge mit Fakten. Im ersten Halbjahr gab es demnach insgesamt 14 Vergewaltigungen, und 3 Personen davon waren von nichtdeutscher Herkunft. Ergo: 100% erlogen! Das waren übrigens nicht die einzigen Lügen zu Chemnitz, die die AfD verbreitete.Diese Zahlen stimmen so nicht! Nach derzeitigen Stand gab es in #Chemnitz im Zeitraum vom 01.01.- 31.07.18 insgesamt 14 Vergewaltigungen, davon wurden 12 Tatverdächtige ermittelt, 3 von ihnen waren nichtdeutscher Herkunft. Die Zahlen von @KrahMax können wir nicht nachvollziehen.
— Polizei Sachsen (@PolizeiSachsen) September 5, 2018
Unglaublich, wie dreist die AfD zu Chemnitz lügt
4.) Nein, die Polizei wählt nicht die AfD
Angeblich soll die Polizei Berlin getwittert haben, dass sie zur Bundestagswahl die AfD wählen werden: Ein Screenshot von einem Tweet, der angeblich den Account der Polizei Berlin zeigen soll, wie sie Folgendes schreiben: "Ja, wir Polizisten wählen zur Bundestagswahl die AfD ! Es reicht Frau Merkel !" [sic] Natürlich ist der Screenshot gefälscht. Erneut versuchte die AfD, die Polizei mit Lügen für sich zu instrumentalisieren. Die Beamten widersprechen: https://www.facebook.com/PolizeiBerlin/photos/a.253825908134854.1073741828.167233600127419/748739278643512/?type=3"Es handelt sich bei dem Bild um einen Fake-Tweet, der noch immer im Netz kursiert. Die Polizei Berlin hat entgegen der Verlautbarungen in dem Tweet nie eine Wahlempfehlung für eine bestimmte Partei abgegeben und wird dies auch künftig nicht tun." - Polizei Berlin
5.) Polizeistatistiken widersprechen der AfD
Im Wahlprogramm der AfD Hessen behaupten sie einfach aus dem Nichts heraus, dass die offiziellen polizeilichen Kriminalstatistiken gelogen seien und nicht „die Realität widerspiegeln“. (S. 16) Woher die AfD wissen will, wie es angeblich „wirklich“ aussieht, sagt sie nicht. Ironischerweise sagt sie aber nur drei Seiten vorher „Wir brauchen unsere Polizei als eine der tragenden Säulen unserer Gesellschaft. Wir vertrauen ihr.“ Das Vertrauen reicht wohl nicht bis zu deren Kriminalstatistiken. Natürlich sind die Kriminalstatistiken keine absolute Abbildung der Kriminalität im Land, aber die besten und unabhängigsten Zahlen, die wir haben. Eigene Versuche der AfD, Straftaten zu erfassen, sich lächerlich selektiv, unvollständig und größtenteils falsch: Die meisten aller „Messerangriffe von Migranten“, die sie anklagt, sind entweder keine Messerangriffe oder nicht von Migranten begangen. Bei 80% der Fälle ist die Herkunft des Täters unbekannt. Und die AfD behauptet, es seien "Migranten" gewesen.Die Grafik, die die AfD vertuschen will: Wer wirklich mit Messern angreiftWer über Kriminalität im Kontext von Zuwanderung zuverlässige Zahlen haben möchte, darf sich auf gar keinen Fall auf AfD-nahe Quellen verlassen, wie auch das Bundeskriminalamt auf Facebook feststellt. Die AfD verbreitet viele Falschaussagen und Falschdarstellungen über Kriminalität, wie wir hier zusammengefasst haben: Artikelbild: Screenshot facebook.com

