So könnt ihr die Satelliten-Bilder-Beweise zu Butscha selbst überprüfen

| Ukraine | 10. April 2022

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Anleitung: So kauft ihr die gleichen Satelliten-Bilder wie die NY Times

Immer mehr erdrückende Beweise über eine unfassbare und unerträgliche Vielzahl von Verbrechen durch russische Soldaten an ukrainischen Zivilisten kommt ans Licht (Quelle, Quelle, Quelle). Doch auch zu dem Massaker in Butscha hat die Kreml-Propaganda trotz erdrückender Beweise noch nicht aufgegeben, die Verbrechen zu leugnen. Besonders Satelliten-Bilder, die die New York Times veröffentlichte, macht es der Propaganda sehr schwer, sich nicht erneut komplett zu blamieren. Denn diese Bilder widerlegen die Kreml-Lügen, dass die vielen Unschuldigen in Butscha während der russischen Besatzungen und Plünderungen getötet wurden. Daher wird gerade gezielt versucht, die Glaubwürdigkeit dieser Bilder in Zweifel zu ziehen

Ihr glaubt also den Angaben der New York Times bezüglich Butscha noch nicht 100% und wollt es selbst genau wissen? Jemand Pro-Putin hat irgendwo die Bilder in Zweifel gezogen und ihr wollt ihn seine Propaganda widerlegen? In diesem Artikel erklären wir euch nun, wie ihr an die gleichen Bilder kommt, die auch die New York Times genutzt hat. Genutzt, um die erdrückenden Beweise zu liefern, dass die Leichen in Butscha bereits unter russischer Besatzung dort lagen. Weitere Belege gibt es hier:

Butscha: Leichen wurden direkt nach der Befreiung gefunden – Faktencheck

Bilder stehen zum Verkauf

Die NY-Times nutzt für seine Analyse Bilder des privaten Satellitenunternehmens “Maxar”. Maxar ist an der Börse und seine Aktien kannst du dir neben deren Bildern also auch frei verkäuflich besorgen. Aktuell werden viele Aktien von Fonds von Blackrock und Vanguard gehalten (Quelle), das heißt erstmal, dass vermutlich viele tausend Kleinanleger über entsprechende Fonds dort ihr Geld angelegt haben. Maxar-Bilder werden auch von Verteidigungsministerien mehrere Länder eingekauft (Quelle) – würde herauskommen, dass Maxar Bilder absichtlich fälscht, wären diese Verträge sicher nicht von langer Dauer und die Firma könnte dichtmachen.

Der Kreml-nahe Propagandakanal zum Beispiel „DruschbaFM“ log auf Telegram, dass die Satelliten-Bilder vom 21. März von Butscha nicht mehr zum Verkauf stehen würden. Das ist falsch. Die verbreiten die Lüge, damit sie damit implizieren können, das müsse doch verdächtig sein.

Wir haben beim Maxar-Reseller „EUSpacelmaging“ nachgefragt: Die Bilder stehen nach wie vor zum Verkauf! Hier die Antwort:

„Ich kann bestätigen, dass diese „Pro-Kreml-Influencer“, die Sie in Ihrer Mail erwähnt haben, gefälschte Fakten verbreiten. Die Szenen 10300100CF811200 und 105005000ADD8301 stehen zum Verkauf.“

Sie bestätigen uns: Die Satelliten-Bilder kann man sehr wohl weiterhin noch bei Maxar kaufen. Warum denn nicht? Ihr könnt euch auch selbst überzeugen: Die Pro-Kreml-Propaganda-Kanäle lügen einfach wie gewohnt euch weiter dreist ins Gesicht. Wir haben die Bilder nicht persönlich gekauft – denn sie sind, wie ihr seht, sehr teuer, aber: Mittels Crowdfunding oder den enormen Spendengeldern, die die Querdenken Kanäle jeden Tag so einsammeln, könnte man doch meinen, dass die sich so eine einfache Sache doch leisten können sollten? Aber Lügen ist wohl billiger.

Kurze Anleitung für die Zukunft:

Hier eine Schritt für Schritt Anleitung, wie ihr an die Bilder kommt: Hier eine Liste von Maxar-Resellern (da kommt man als Einzelperson problemlos ran). Da dann die entsprechende Region auswählen. In diesem Fall Ukraine. Dafür käme dann z.b. EUSpacelmaging in Betracht.

Dort kann man dann die entsprechenden Bilder auswählen, Zeitpunkt und Satellit auswählen (die überfliegen die Gebiete eben periodisch). WICHTIG: Digitalglobe (die Auswahl-Software) filtert die Ergebnisse vor. Standardmäßig werden nur Daten angezeigt mit “Wolkenbedeckung kleiner 20%” und “Bildwinkel unter 30 Grad” (Area Of Nadir). Daher fehlt auch in der Standardauswahl das Datum des 19. März in den Ergebnissen.

Auch uns hatte das erst stutzig gemacht, dass dort der 19. März fehlt, wir lernen ja auch immer dazu: hat die NY Times hier einen Fehler gemacht und das falsche Datum angegeben? Auch die Kreml-Propaganda nutzte diesen Punkt, um die Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen. Aber wenn man die Filtereinstellungen ändert und auch etwas gewinkeltere Bilder zulässt erscheint der 19. März in den Suchergebnissen:

Klares Beispiel, wo Kreml-Propaganda komplexere Zusammenhänge (wie hier den Filter) einfach ausblendet. Und so die Unwissenheit der Leser:innen schamlos ausnutzt. Aber dafür gibt es ja den Volksverpetzer und euch, die ihr alles kritisch hinterfragt. Das heißt, der Satellit WV03 war eben nicht genau über Butscha, aber hat es eben am 19. März trotzdem mit erfasst, eben von einem etwas schrägeren Winkel. Wie wir an den Bildresultaten sehen ohne Probleme.

Dann kann man anhand der Bild-IDs eine Bestellung tätigen. Preis steht oben. Putins Handlanger sind überführt.

Personen in Butscha wurden erschossen

Dieser Fake zielt auch darauf ab, dass am 21. März tatsächlich dort Rauch von Einschlägen zu sehen ist. Aber erstens sind die meisten Todesopfer klar durch Schüsse, nicht Schrapnell gestorben (Quelle PBS) und zweitens lagen viele am 19. März schon da. Zeitreisen sind physikalisch unmöglich – gerade für Leichen.

Die russischen Truppen haben diesen Fahrradfahrer zum Beispiel buchstäblich vor laufender Kamera erschossen. Die Aufnahme könnt ihr selbst sehen, statt den immer lügenden Putin-Propagandisten noch ein Wort zu glauben. Die Kreml-Propaganda immer noch dreist alles ab. Diese Leute lügen für einen Diktator und Kriegsverbrechen. Diese Leute wollen euch für dumm verkaufen. Lasst euch nicht verarschen. Denkt für euch selbst.

Zum Thema:

Butscha: Luft- & Satellitenaufnahmen liefern erdrückende Beweise für das Massaker

Artikelbild: shutterstock.com / Screenshots

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