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Butscha: Luft- & Satellitenaufnahmen liefern erdrückende Beweise für das Massaker

von | Apr 6, 2022 | Aktuelles, Analyse, Ukraine

Beweise für Russlands Butscha-Verbrechen sind erdrückend

Noch immer werden die Morde an Zivilist*innen in Butscha geleugnet. Der ständig beim Lügen erwischte Außenminister Russlands, Lawrow, spricht von einem erfundenen Angriff und leugnet dreist die Realität (Quelle). Der russische UN-Botschafter Nebenzia spricht derweil davon, dass es bei einem solchen „warfare“ eben zivile Opfer gäbe und Russland Beweise für deren Unschuld vorlegen will (Quelle, ab Minute 21). Im UN-Sicherheitsrat meinte der russische Botschafter dann auch noch völlig ohne Beweise, es habe während der Besetzung der Stadt durch Russland kein einziger Zivilist an irgendeiner Form der Gewalt gelitten (Quelle). Aufnahmen die wir in diesem Artikel zeigen, beweisen das genaue Gegenteil.

Triggerwarnung für alle hier im Artikel eingebetteten Videos und Bilder!

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Es ist bereits bewiesen, dass die Leichen der ukrainischen Zivilbevölkerung kurz nach dem Abzug der russischen Truppen aus dem Vorort Kyivs gefunden wurden. Sie lagen dort seit Wochen. Auch darüber haben russische Stellen und Pro-Putin Propaganda-Medien gelogen. Das wurde bereits widerlegt.

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Butscha – Was bekannt ist

Bereits Anfang März gab es Augenzeugenberichte von Human Rights Watch über Hinrichtungen von Zivilist:innen in Butscha (Quelle). Am 19. März sind auf Satellitenbildern der privaten Firma Maxar bereits Leichen auf den Straßen von Butscha zu sehen (Quelle). Deren Standort entspricht exakt den später im Video zu sehenden Aufnahmen.

Erst am 31. März beginnt der größere Abzug russischer Truppen aus Butscha (Quelle). Der Facebook-Account des Bürgermeisters veröffentlicht an diesem Tag bereits ein Video über Menschenrechtsverletzungen (Quelle). Das ist der Tag, den der Bürgermeister vor Ort später als „Tag der Befreiung“ bezeichnet. Das wird noch relevant. Tagsüber am 1. April rücken nun wieder ukrainische Truppen in das verlassene Gebiet ein (Quelle). Am Abend des 1. April spricht der Bürgermeister von Butscha von der Befreiung der Stadt (Quelle).

Pro-Putin-Propaganda-Medien versuchten den billigen Trick, und argumentierten, weil er in diesem einem, unter einer Minute kurzem Video das Massaker nicht erwähnt hatte, dass es inszeniert sein musste. Was natürlich gelogener Unsinn ist.

Aufnahmen zeigen Leichen am Straßenrand nach Abzug russischer Truppen

Am gleichen Tag (1. April) werden Bilder der Leichen in den Straßen veröffentlicht. Die Videos wurden offensichtlich tagsüber aufgenommen:

Später wird noch ein weiteres Video aus demselben Konvoi (also vom 1. April) veröffentlicht, welches auch bereits Leichen mit gefesselten Händen zeigt:

Die Videos wurden ausführlich analysiert und zeigen tatsächlich Butscha (Quelle). Am 2. April vermeldet das ukrainische Verteidigungsministerium dann, die Region sei unter ihrer Kontrolle (Quelle). Die Berichte, Bilder und Aufnahmen mehren sich danach, die Straßen der Kleinstadt Butscha seien mit Leichen übersät. Es stünden Autos auf den Straßen, in denen „ganze Familien getötet wurden: Kinder, Frauen, Großmütter, Männer“. Nach Angaben des lokalen Bürgermeisters mussten 280 Menschen in Butscha in Massengräbern beigesetzt werden. Es gibt unzählige Beweise für Massengräber und Tote (Quelle).

Neue Aufnahmen zeigen Mord an wehrlosen Zivilisten

Als wäre die Beweislast bis hierhin nicht schwer genug, gibt es neues Bildmaterial, das am 5. April veröffentlicht wurde. Diese Drohnenaufnahmen zeigen, wie offensichtlich ein ukrainischer Zivilist von russischen Truppen erschossen wird.

Bei dem Video handelt es sich um Luftaufnahmen, die das ukrainische Militär Ende Februar gemacht hat. Als die russischen Streitkräfte die Stadt noch hielten. Es wurde von der New York Times auf Echtheit verifiziert (Quelle).

Nachdem ukrainische Truppen Butscha wieder betreten konnten, wurden neue Aufnahmen gemacht: Die Leiche des Fahrradfahrers lag noch immer dort. Satelliten-Aufnahmen zeigen außerdem, dass das Gebäude nehmen dem Erschossenen bis zum 11. März noch stand. Die Drohnenaufnahmen müssen also vor diesem Datum entstanden sein. Eben zu der Zeit, als russische Truppen den Vorort Kyivs hielten.

Dieses Beispiel zeigt den Mord von russischen Truppen an einem wehrlosen Ukrainer, der eindeutig während der russischen Besatzung stattfand. Ein weiterer Beleg, der sich in die lange Liste der Beweise für Russlands Kriegsverbrechen einreiht. Die dreisten Lügen des Kreml werden damit noch deutlicher.

Fakten deuten eindeutig auf Kriegsverbrechen hin

Im russischen Staatsfernsehen wird mittlerweile gelogen, die Ukraine hätten ihre eigenen Leute umgebracht, um sie dort zu platzieren (Quelle). Dann gab es noch andere Propagandageschichten, es würde sich um Schauspieler handeln. Auch das ist eine leicht durchschaubare Propaganda-Lüge.

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Die russische Propaganda verbreitet über die Geschehnisse in Butscha verschiedene Versionen. Einige widersprechen einander. Doch das ist bekannt und gewollt. Die Lügen erfolgen nach Putins Muster. Verwirrung stiften, sodass man am Ende gar nichts mehr glaubt, oder Verunsicherung herrscht. Obwohl die Belege erdrückend sind. 
Die Informationen und das Material was uns aus seriösen Quellen vorliegt, deuten auf schwere Kriegsverbrechen und ein Massaker in Butscha hin. Das kann man unabhängig überprüfen. Die russische Kriegspropaganda verbreitet hingegen ohne Beweise Tag um Tag neue Lügen. Auf der einen Seite gibt es also unzählige Aufnahmen, Augenzeugenberichte, von unabhängigen Institutionen. Und auf der anderen Seite die Beschuldigten des Kriegsverbrechens, die ständig beim Lügen erwischt werden und ihre Unschuld nicht beweisen können.
Schickt diesen Artikel gerne an Leute, die das Massaker von Butscha noch anzweifeln.

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Artikelbild: Screenshots

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