Blödsinn! Dreiste Lüge der AfD über die Grünen: Kein „Shoppingverbot“

Analyse, Kommentar

image_print

Dreiste Lüge der AfD

Diesmal ist es wieder eine Lüge über Grünen-Chef Habeck. Und die AfD gibt sich beim Lügen anscheinend überhaupt gar keine Mühe mehr. Während es nichts Neues ist, dass jede noch so sinnvolle oder harmlose Forderung oder Aussage eines Grünen-Politikers entstellt und verzerrt wird, um daraus eine Anti-Grünen-Fake-Meldung zu basteln, ist der aktuelle Fake derart plump, dass ein ehrlicher AfD-Wähler beleidigt sein müsste, wenn er erkennt,  für wie dumm seine Partei ihn hält.

Keine Enteignungen, keine 3-Flüge pro Jahr: 15 Lügen & Fakes über die Grünen

Am Sonntag Abend postete die AfD dieses Sharepic mit der Überschrift: „Verbotspartei: Habeck fordert Kleidertausch für Klimarettung! Grüne wollen uns Shoppen verbieten!“



Blödsinn 1: Kleidertausch-Forderung

Der Anlass? In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau hat Grünen-Chef Robert Habeck verschiedene Ideen erwähnt, wie man als Gesellschaft Freiheit, Fortschritt und Klimaschutz kombinieren könne. So nannte er Mitfahrgelegenheiten als Beispiel. „Man muß nicht selbst fahren, es gibt weniger Stau, weil weniger Autos unterwegs sind – das ist doch ein Gewinn an Freiheit“ [sic].

Er erwähnte noch, dass Flüge von Beamten gesenkt werden könnten, indem man Regeln aufstellt, dass klimafreundliche Alternativen genutzt werden sollen, um Binnenflüge zu reduzieren. Eine Kerosinsteuer könne Bahnfahrten attraktiver machen, besonders wenn man durch die 500 Millionen Euro Zusatzeinnahmen Bahntickets verbilligt. „Das könnten wir ab Herbst 2019 einführen. Da müssten wir gar nicht bis 2035 warten“.

Und „Kleidertausch“? Als weitere individuelle Möglichkeit schlug er vor, dass Menschen alte Kleidungsstücke tauschen könnten, um Ressourcen zu sparen. „Ich kenne Leute, die sich treffen, um die Klamotten zu tauschen, die in unseren Schränken so massenhaft rumhängen. Die haben eine gute Zeit, neue Klamotten und sparen Ressourcen“, so Habeck. Er „fordert“ keinen „Kleidertausch“, sondern erzählt einfach von Kleidertauschpartys als Idee. Für diejenigen, die sie einmal veranstalten wollen. Das ist doch kein Gesetz oder sonst irgendwas. Das hat nur die AfD so falsch dargestellt.

Blödsinn 2: Und wo ist jetzt das „Shopping-Verbot“?

Das ist völlig frei erfunden. Wenn schon die „Forderung nach Kleidertausch“ eine starke Verzerrung und gezieltes Framing durch die AfD darstellt, ist der Umkehrschluss, dass dafür das Einkaufen von Kleidung „verboten“ werden soll, völlig absurd. Das hat Habeck nie erwähnt und nicht einmal ansatzweise angedeutet.

Die AfD nutzt ein absurdes Framing und macht irre Logiksprünge, um zu dieser Aussage zu gelangen: Zuerst wird eine Anekdote Habecks, in welcher er von Kleidertauschpartys erzählt, zu einer ominösen „Forderung“ umgebastelt und anschließend aus dieser „Forderung“ der absurde Umkehrschluss gefolgert, dass er dementsprechend das Kaufen von Kleidung verbieten wolle.

Das hat nichts mit der Realität zu tun, nichts mit Logik oder Leseverständnis. Das ist eine dreiste Lüge der AfD und gezielte Irreführung ihrer AnhängerInnen. Es ist das bekannte Framing der Grünen als „Verbotspartei“. Während die AfD Seenotrettung verbieten möchte, das Tragen von Kopftüchern und „die Antifa“ (Mehr dazu) und vieles mehr, sollen die Grünen eine „Verbotspartei“ sein, wenn sie Bahnfahren derart attraktiv machen wollen, dass Inlandsflüge unattraktiv werden? Oder Habeck mal erzählt, dass Bekannte Kleidertauschpartys veranstalten? Es ist eine dreiste Lüge der AfD und Propaganda.

Artikelbild: Alex E. Proimos, Flickr,  (CC BY 2.0), changes were made, Screenshots facebook.com

Da du diesen Artikel zu Ende gelesen hast: Möchtest du mehr Recherchen und Analysen zu den Hintergründen von politischen Mythen und Fake News? Oder auch Kommentare zu politischen Forderungen und aktuellen Ereignissen? Dann unterstütze unsere Arbeit mit einer kleinen Spende für einen Kaffee, dazu kannst du einfach hier entlangschauen. Vielleicht hast du auch Fragen oder Artikelwünsche? Dann schreib uns auf redaktion@volksverpetzer oder auf Facebook oder Twitter

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.