AfD-Eigentor: Nein, hier brennt KEIN Elektrobus – das ist ein Verbrenner!

| Faktencheck | 21. April 2022


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Dreiste AfD-Lüge diffamiert E-Mobilität

In Perugia, Italien hat am Ostersamstag ein mit Methan betriebener Linienbus lichterloh gebrannt. Am Ostermontag postete Georg Pazderski, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der AfD im Berliner Abgeordnetenhaus, ein Video, auf dem ein Bus spektakulär in Flammen steht. Der AfD-Mann postete dazu – ganz typisch für seine rechtsextreme Partei – einfach dreist die Lüge, dass es sich dabei um einen Elektrobus handeln würde, um gegen Erneuerbare Energien und Elektrofahrzeuge zu hetzen.

Quelle: twitter.com

Direkt unter dem Pazderski-Tweet vermuteten bereits einige User, dass dies kaum ein Elektrobus sein könne. Die Art und Weise, wie die Flammen aus dem hinteren Teil des Busses schießen, deuteten eher auf einen Gasbrand hin.

Und tatsächlich stellte sich nach nur kurzer Recherche schnell heraus: Der Bus, der am 16. April im italienischen Perugia ausbrannte, war natürlich kein Elektrobus. Gute Faustregel: Behauptet jemand von der AfD etwas, ist wahrscheinlicher genau das Gegenteil wahr. Laut verschiedenen Medienberichten handelte es sich vielmehr um einen mit komprimiertem Erdgas (CNG) betriebenen Autobus.Auch andere (italienische) Medien berichteten, dass dabei auch glücklicherweise keine Menschen zu Schaden kamen, als der methanbetriebene Bus brannte (Quelle, Quelle).

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Nicht der erste E-Auto-Fail der AfD

Es ist natürlich kein zufälliger Irrtum, der den AfD-Politiker Pazderski dazu bewegte, diese bewusste Falschinformation auf seinem Twitter-Kanal zu verbreiten. Aus den Reihen der AfD, aber auch von anderen Konservativen und Rechten stammen immer wieder Behauptungen, die versuchen, E-Mobilität als unzuverlässig oder gar unsicher darzustellen. Ein Beispiel dafür stammt aus der Zeit des Hochwassers im Ahrtal. Damals ging die Behauptung um, man sei in solchen Extremsituationen auf Verbrenner angewiesen. Der Unterton: E-Autos sind schwächer, bringen weniger Leistung und kommen schneller an ihre Grenzen. Die Ironie der Geschichte ist jedoch, dass E-Autos im Zweifel sogar länger den Fluten widerstehen können, als Verbrenner. Mehr dazu hier:

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Die Diskreditierung der E-Mobilität

Tatsächlich geht es hier also nicht um Fakten oder eine ernsthafte Sorge um die Sicherheit. Das Ziel der Strategie ist es, jegliche Entwicklung hin zur Verkehrswende und alternativen Antrieben lächerlich zu machen – notfalls eben auch mit offenen Lügen und viel Halbwissen. Die „Kritik“ an E-Autos, Elektrobus & Co. dient nicht dem Zweck, einen sinnvollen Beitrag zum Diskurs zu leisten. Das Ziel ist es einzig und allein, die eigene Klientel mittels Häme gegen politisch Andersdenkende bei Laune zu halten.

Hat man einmal die Funktionalität der E-Autos „widerlegt“, hat man es gleich allen „Linksgrün-Versifften“ (aka progressiv Denkenden oder Leuten, die sich an der Wissenschaft orientieren) so richtig gezeigt. Dass die Fakten oft sogar genau das Gegenteil sagen, spielt für rechte Demagog:innen keine Rolle. Die Wortführer:innen populistischer Propaganda interessiert die Wahrheit nur soweit, wie sie ins eigene Weltbild passt. Doch in der Demokratie dürfen wir uns von Leuten wie Pazderski nicht beeindrucken lassen, sondern sollten alle Behauptungen kritisch überprüfen, bevor wir sie glauben.

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Artikelbild: shutterstock.com / Screenshots

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