Erfundener Mord in Euskirchen: Urheberin entschuldigt sich für Fake

| Faktencheck | 21. März 2022


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Urheberin entschuldigt sich für Fake

In einem „Fake-Video“, wie es die Polizei bezeichnete, behauptete eine sehr emotionale Frau in russischer Sprache, ein 16-jähriger Flüchtlingshelfer sei von einem „Mob ukrainischer Flüchtlinge“ in der Stadt Euskirchen in Nordrhein-Westfalen erschlagen worden. Weil er russisch gesprochen habe. Das Original-Video hat sie inzwischen gelöscht und sich für den Fake entschuldigt. Sie erklärt, sie sei angeblich hereingelegt worden von einem Mann, „der die Ukrainer einfach hasst und mit dieser Story alles noch verschlimmern wollte“. Im ursprünglichen Video hatte sie erzählt, es habe sich um eine „befreundete Familie“ gehandelt. Den gewünschten Zweck, das Schüren von Hass gegen Ukrainer:innen hat das Video erreicht: In Pro-Putin-Zirkeln hat sich die Lüge wie ein Lauffeuer verbreitet.

Polizei dementiert Fall

Besonders in Deutschland wird das Video im Pro-Putin Lügen-Propaganda-Kanal von Alina Lipp verbreitet, die pausenlos Pro-Putin Desinformation und Lügen streut. Lipp war Autorin bei einem russischen Staatspropaganda-Medium (Quelle). Das Propaganda-Ziel ist klar: Putins lügende Handlanger wollen euch einreden, dass „böse“ Ukrainer junge, unschuldige Menschen töten würden, nur weil diese russisch sprechen. Das soll davon ablenken, dass russische Soldat:innen die Ukraine überfallen haben und dort unschuldige Männer, Frauen, Kinder und auch schwangere Frauen und Babys umbringen.

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Das ist die Wahrheit, um euch davon abzulenken, wollen euch die Helfer:innen dieser Mörder mit erfundenen Geschichten ablenken. Die Polizei Bonn sagt jedoch klipp und klar: So einen Mord oder so einen Vorfall gab es nicht, niemand hat etwas davon gehört. Im Gegenteil, die Polizei geht davon aus, dass das Video komplett gefälscht ist, um Hass zu schüren. Sie bitten, den erfundenen Mord von Euskirchen nicht zu verbreiten.

Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen, da das Video gezielt zur Stimmungsmache verbreitet worden sein könnte. „Wir prüfen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft den Verdacht einer Straftat“, sagte ein Polizeisprecher (Quelle).

Video wird weiter verbreitet

Den Schaden, den die Frau mit dem unbedachten Weitererzählen der erfundenen Geschichte aus Euskirchen angerichtet hat, bleibt jedoch bestehen. In den Pro-Putin-Propaganda-Kanälen wie von Alina Lipp ist das Fake-Video immer noch zu sehen. Die Frau erklärt, die Geschichte habe sie so berührt, dass sie sich nicht weiter informiert habe. „Und dann habe ich erfahren, dass das alles ein Fake ist.“ Genau so funktionieren Fake News: Durch starke Emotionen wird euer Gehirn ausgeschaltet und ihr vergesst, nachzudenken und nachzuprüfen. Die Frau ruft dazu auf, nicht den gleichen Fehler zu machen wie sie.

Pro-Putin Lügen-Kanäle mit über 100.000 Follower:innen wie die von Alina Lipp versuchen euch so gezielt zu täuschen, in dem sie am laufenden Band derartige Märchen und entstellte Geschichten teilen. Fallt nicht darauf herein und lasst euch nicht von den Verbrechen von Putin und seinen Handlangern ablenken.

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Artikelbild: Screenshots

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