Starker Anstieg der Morde 2016: Fallt nicht auf diese AfD-Propaganda rein!

Analyse

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Anstieg vor allem wegen zwei Massenmördern.

Laut offiziellen Statistiken der BKA aus den Jahren 2016 und 2017 ist die Anzahl der Opfer vorsätzlicher Tötungen (Morde & Totschläge) in den Jahren 2016 und 2017 dramatisch angestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Rechtsradikalen der AfD nehmen dies natürlich zum Anlass, um ihr Lieblingsfeindlbild herzunehmen. Immerhin war der Höhepunkt der Ankünfte von Schutzsuchenden im Herbst 2015.

Doch 308 Opfer, immerhin ganze 20% der Opfer aus den Jahren 2016 und 2017, gehen allein auf das Konto von zwei Massenmördern. Andreas Lubitz, der als Kopilot den Germanwings-Flug 9525 absichtlich zum Absturz brachte und dabei 149 Menschen uns sich selbst tötete. Und der Serienmörder Niels Högel, der die größte Mordserie der bundesdeutschen Kriminalgeschichte begangen hatte.



Die Fußnoten in der Kriminalstatistik

Der Germanwings-Absturz war 2015 und die Mordserie des Krankenpflegers Högel erstreckte sich über den Zeitraum von 1999 bis 2005. Wieso wurden die Taten dann erst 2016 und 2017 in die Statistiken aufgenommen? Bei der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) handelt es sich um eine Ausgangsstatistik. Das bedeutet: Ein Fall wird erst aufgeführt, wenn die polizeilichen Ermittlungen beendet sind.

Aufgrund der komplexen Ermittlungen zu dem gezielten Absturz kamen die 149 Opfer der Germanwings-Katastrophe wurden diese erst 2016 abgeschlossen und fanden daher erst 2016 Eingang in die Statistik. (Siehe IMK-Bericht Seite 33) Das war bei 72 Opfer des deutschen Krankenpflegers, dessen Mordserie nach und nach aufgeklärt wurde auch der Fall. 87 weitere Opfer des Krankenpflegers kamen 2017 in die PKS (Seite 68). Das kann man aus den Fußnoten der Statistik herauslesen.

Mord und Totschlag in der Statistik

Somit ist der Großteil des Anstiegs der Straftaten auf lediglich zwei Deutsche ohne Migrationshintergrund zurückzuführen. Die Anzahl der Totschläge, bei welchem mindestens ein „Zuwanderer“ (eigentlich Schutzsuchende, ohne anerkannte Flüchtlinge) tatverdächtig war stieg 2016 um 57% an, Morde um 120%. (Statistik 2016) Dabei zu beachten: Dabei sind nur 53 (14%) vollendete Delikte.

Während das natürlich nach viel klingt, muss jedoch berücksichtigt werden, dass fast ein Viertel aller 2016 gezählten Straftaten 2015 oder früher verübt wurde und 2015 890.000 und 2016 noch einmal 280.000 Asylsuchende nach Deutschland kamen, was 231% der zuvor in Deutschland lebenden Schutzsuchenden entspricht. (Quelle)

(2017 stieg die Anzahl an Mord- und Totschlägen von „Zuwanderern“ noch einmal leicht, wobei hinzugefügt werden muss, dass seit diesem Jahr anerkannte Asylbewerber hinzugezählt werden, die zuvor nicht zu „Zuwanderern“ gerechnet wurden. Und das sind immerhin über eine halbe Millionen Menschen. Das heißt, proportional sank die Zahl eigentlich)

Deutschland so sicher wie seit 1992 nicht mehr

Die Zahlen für 2017 zeigen: Deutschland ist (trotz Schutzsuchender?) so sicher wie seit 1992 nicht mehr. Schutzsuchende sind überproportional kriminell, was vor allem auf ihre unterschiedliche Demografie zurückzuführen ist. Vergleicht man die deutsche Bevölkerung mit ähnlicher Alters- und Geschlechtsstruktur und sozialer Lage (Soziale Unsicherheit ist ein großer Faktor), verschwinden die Unterschiede. Das sagt auch das BKA selbst.

Wie wichtig diese Faktoren sind, zeigt sich auch in Folgendem. Anerkannte Flüchtlinge sind tatsächlich sogar weniger kriminell als Deutsche. Zu erklären ist es mit einer gesicherten Zukunft, einem Leben fernab von engen Asylunterkünften und beispielsweise einem Arbeitsplatz. Immerhin haben mehr als 300.000 Flüchtlinge einen Job.

Wichtig ist, sich nicht von der Asylhysterie der AfD verblenden lassen. Vorhandene Probleme sollen sachlich und mit nicht fremdenfeindlichen Lösungen angesprochen werden. Vielleicht eine Diskussion über ein praktikables Einwanderungsgesetz? Panikmache fernab von Fakten hilft niemandem weiter. Es wäre schön, wenn die Politik das bald realisieren würde.

Artikelbild: volksverpetzer.de, Danke an Michael Frey Dodillet 

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